[ Stand: 20 Juli 2021 - 12:02 Uhr ]

Das Gesundheitsamt Rhein-Erft-Kreis teilt mit, dass im Rhein-Erft-Kreis aufgrund des Starkregenereignisses und der Überschwemmungen keine Beeinträchtigung der Trinkwasserqualität vorliegt und das Trinkwasser bedenkenlos verwendet werden kann.

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Auch in sämtlichen Ortsteilen der Stadt Erftstadt bestehen hinsichtlich der Qualität des Trinkwassers keine gesundheitlichen Bedenken. Da das Trinkwasser aus großen Tiefen gefördert wird und dieses Grundwasser deswegen nicht durch verschmutztes Oberflächenwasser im Rahmen der Überflutung erreicht werden kann, besteht kein Risiko einer Verschmutzung. Selbst die großen Wassermassen, die im Bereich der Kiesgrube Blessem durch die Erft dort hingelangten, stellen keine Bedrohung für die Qualität des Trinkwassers dar, da die tiefen Grundwasserschichten zusätzlich von einer Tonschicht abgedeckt werden, durch die dieses Wasser nicht dringen kann.

Eine rückwärtige Verkeimung des Leitungsnetzes beim Leckschlagen von Leitungen im Rahmen der Unwetterkatastrophe ist nicht möglich, da der Druck in den Trinkwasserleitungen immer ausreichend hoch ist, sodass Keime nicht eingetragen werden.

In dem Ortsteil Blessem, der aktuell evakuiert ist, ist die Trinkwasserversorgung ohnehin abgestellt.

Die Bevölkerung von Erftstadt wird weiterhin gebeten das Trinkwasser im täglichen Gebrauch sparsam zu nutzen. Denn das Trinkwasser der Ortsteile Erp,  Borr, Niederberg,  Scheuren,  Bliesheim und Friesheim wird aus dem Kreis Euskirchen bezogen. Hier ist die Qualität - wegen der Förderung aus großen Tiefen - ebenfalls in keiner Weise beeinträchtigt. Jedoch steht aktuell nur ein Wasserwerk zur Verfügung,  das Wasserwerk Weilerswist-Lommersum ist aktuell außer Betrieb. Daher bittet die Kreisverwaltung, dass die Bürgerinnen und Bürger dieser Ortsteile Erftstadts beispielsweise auf die Befüllung von Swimming Pools und ausgiebige Rasenbewässerungen  aktuell verzichten. 

Außerdem ist die Kläranlage in Erftstadt weiterhin außer Betrieb, weshalb diese Aufforderung weiterhin für das gesamte Stadtgebiet Erftstadt gilt. Notwendiger Wasserge- und verbrauch ist möglich.

Eine grundsätzliche Ausnahme von der oben genannten Thematik bilden die wenigen Haushalte, die für die Trinkwassergewinnung eigene oberflächliche Brunnen verwenden (z. B. Reiterhöfe, landwirtschaftliche Anwesen). Diese Brunnenanlagen werden von Privatleuten betrieben, die über entsprechende Kenntnisse verfügen, und die Verantwortung obliegt diesen privaten Betreibern. Durch das verschmutzte Oberflächenwasser im Rahmen des Starkregenereignisses müssen diese Nutzer ihr Trinkwasser ggf. abkochen. Dies ist ihnen aber bekannt und diese Maßnahme müssen diese Betreiber auch bei geringeren Starkregenereignissen, wie sie regelmäßig vorkommen, beachten.