Wir in Europa stehen vor zahlreichen Herausforderungen, von der Migration bis zum Klimawandel, von der Jugendarbeitslosigkeit bis zum Datenschutz. Wir leben in einer Welt, die immer stärker globalisiert ist und in der es immer mehr Wettbewerb gibt.

Bild von den Stimmzetteln bei Wahlen
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Das Referendum über den Brexit hat zugleich deutlich gemacht, dass die Mitgliedschaft in der EU nicht unwiderruflich ist. Und obwohl die meisten von uns die Demokratie für selbstverständlich halten, ist sie im Prinzip und in der Praxis offenbar immer stärker in Gefahr.

Deshalb ist es ein wichtiges Zeichen für die Demokratie, dass mehr Bürgerinnen und Bürger als noch 2014 bei der Europawahl ihre Stimme abgeben.

Denn als eine der wirtschaftlich stärksten Regionen Europas verdankt Nordrhein-Westfalen (NRW) seinen Erfolg nicht zuletzt dem europäischen Binnenmarkt. Als bevölkerungsreichstes Bundesland erwirtschaftet es beinah 22 Prozent des deutschen Bruttoinlandprodukts. Früher durch Bergbau und Stahlindustrie geprägt, gilt das Land in den Bereichen Energie, Chemie sowie Medien- und Kommunikationswirtschaft heute als bundesweit führend. U.a. durch den Europäischen Ausschuss der Regionen sowie seine 18 Abgeordneten im Europäischen Parlament vertritt Nordrhein-Westfalen seine Interessen in der EU.

Was die EU auf den Weg bringt – Beispiele

  • Die wirtschaftliche Entwicklung in den Mitgliedstaaten fördert die EU mithilfe des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). In der Zeit von 2014 bis 2020 stehen für Nordrhein-Westfalen rund 1,21 Milliarden Euro bereit. Besonders gefördert werden u.a. die technologische Entwicklung und eine Verringerung der CO2-Emission. So beschäftigt sich beispielsweise das Forschungszentrum Jülich damit, Brennstoffzellentechnik als Mittel der Stromerzeugung weiterzuentwickeln.
  • Aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) erhält das Land NRW von 2014 bis 2020 bis zu 627 Millionen Euro. Hier liegt das Augenmerk auf Beschäftigung und Bildung und zugleich nachhaltiger Entwicklung und Chancengleichheit. Mithilfe des ESF verwirklicht wurden beispielsweise die rund 80 Anlaufstellen zur beruflichen Beratung im Land sowie Vorhaben, die Jugendlichen mit Behinderungen den Weg in eine betriebliche Ausbildung erleichtern.
  • Mit Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) unterstützt die Europäische Union eine nachhaltige und umweltschonende Bewirtschaftung, wie beispielsweise den ökologischen Landbau. Hierfür stehen in NRW von 2014 bis 2020 etwa 618 Millionen Euro zur Verfügung.
  • Das besonders dichte Forschungsnetz profitiert von den engen Beziehungen Nordrhein-Westfalens zu vielen anderen Regionen Europas. Das Forschungsprogramm Horizont 2020 möchte einen europäischen Forschungsraum ins Leben rufen, hiervon würde auch das Rheinische Revier profitieren.

Ein vereintes Europa muss in einer zunehmend multipolaren Welt sein Schicksal selbst in die Hand nehmen und seine Zukunft gestalten. Es gibt zahlreiche Gründe, warum wir die EU dafür brauchen.

Eine etablierte Hilfestellung bei der Wahlentscheidung bietet der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung. Der Wahl-O-Mat bietet eine kompakte Übersicht darüber, welche Parteien antreten und welche Positionen diese Parteien vertreten. Den Wahl-O-Mat zur Europawahl 2019 finden Sie unter folgendem Link: http://www.bpb.de/politik/wahlen/wahl-o-mat/

Bei der Europawahl 2019 werden insgesamt 705 Abgeordnete für die Dauer von 5 Jahren gewählt. Deutschland hat mit insgesamt 96 Plätzen im EU Parlament die meisten Sitze, vor Frankreich mit 79 und Italien mit 76 Sitzen.

In Deutschland findet die Europawahl am Sonntag, den 26. Mai 2019 statt. Deutsche oder Bürgerinnen und Bürger aus einem anderen EU-Mitgliedstaat, die in Deutschland leben, können wählen gehen, wenn sie mindestens 18 Jahre alt sind, die Wohnsitzbedingungen erfüllen, nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen und im Wählerverzeichnis ihrer Heimatgemeinde eingetragen sind. Man kann per Briefwahl und auch wenn man im Ausland ist, wählen.

Mehr Informationen finden Sie auch auf der Informationsseite der Europäischen Union (https://www.europawahl.eu/) oder unter der gebührenfreien Rufnummer 00 800 6789 10 11.