Wesselingerin engagiert sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich im kirchlich-sozialen, kulturellen und kommunalpolitischen Bereich

Stellv. Landrat Bernhard Ripp überreicht Ilse Schellschmidt  die Verdienstmedaille des Verdienstordens der BRD
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Rhein-Erft-Kreis

Stellv. Landrat Bernhard Ripp überreicht Ilse Schellschmidt die Verdienstmedaille des Verdienstordens der BRD

Der Bundespräsident hat Frau Ilse Schellschmidt aus Wesseling mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. In einer Feierstunde im großen Sitzungssaal des Kreishauses in Bergheim wurden die Ordensinsignien durch den stellvertretenden Landrat Bernhard Ripp ausgehändigt, der auch die Laudatio hielt und die Verdienste von Ilse Schellschmidt hervorhob.

„Alles Gute auf der Welt geschieht nur, wenn einer mehr tut, als er tun muss“ – Sie, liebe Frau Schellschmidt, leben vor, wie handfeste Taten und Hilfen diesen weisen Worten von Hermann Gmeiner, dem Gründer der SOS-Kinderdörfer, Leben einhauchen“, so Bernhard Ripp.

Bereits während ihrer Berufstätigkeit als Lehrerin in Wesseling engagierte sich Ilse Schellschmidt kommunalpolitisch. Als Mitglied der FDP-Fraktion gehörte sie von 1979 bis 2009 zahlreichen Ausschüssen als sachkundige Bürgerin an. Von 1193 – 1994 war sie Mitglied des Rates der Stadt Wesseling. Der Schwerpunkt ihrer politischen Tätigkeit fiel auf die Bereiche Kultur und Schule.

Sie war Mitbegründerin des Wesselinger Städtepartnerschaftsvereins „Club West Devon“ im Jahr 1983 und gehörte seinem Vorstand bis 1989 an. Jährlich organisierte und leitete sie Schulbesuche nach England und entsprechende Gegenbesuche. 1990 erhielt Frau Schellschmidt für diese Verdienste die Kulturplakette der Stadt Wesseling. Mittlerweile wurde der Verein zwar aufgelöst, doch noch heute erinnert eine Straße in Wesseling mit ihrem Namen an die Städtepartnerschaft, an die sicherlich viele damalige Schülerinnen und Schüler mit einem Lächeln zurück denken.

Auch dem „Verein für Orts- und Heimatkunde Wesseling e. V.“ gehört Frau Schellschmidt an. Mehr noch – als Vorsitzende, der rund 450 Mitglieder, hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte der Stadt Wesseling für die Nachwelt zu konservieren und das Interesse nachfolgender Generationen für ihre Heimat und deren Vergangenheit zu wecken.

Dazu trägt sie auch durch ihren Einsatz in der Redaktion der „Wesselinger Heimat- und Geschichtsblättern“ bei, die zweimal jährlich erscheinen. In diesem Rahmen initiiert sie Ausstellungen, hält Vorträge und zeigt den Menschen auf, wie spannend Geschichte und Kultur eigentlich sind.

Über all diese Leistungen hinaus zeigte Frau Schellschmidt zusätzliches Engagement in einer ganz besonderen, selbstlosen Weise:

Nach einer zweijährigen Ausbildung zur Mitarbeiterin in der Telefonseelsorge stand sie bei der evangelischen TelefonSeelsorge Köln ganze 17 Jahre lang Ratsuchenden zur Seite, mit jährlich bis zu 25 Diensten. Erst letztes Jahr, hat sie die Tätigkeit dort beendet.

Während dieser Zeit absolvierte Frau Schellschmidt im Jahre 2005 eine Ausbildung zur Notfallseelsorgerin. 2006 wurde sie ins Team der Notfallseelsorge Wesseling aufgenommen und war bis 2016 ehrenamtliche Mitarbeiterin. Sie unterstützte und begleitete, in Zusammenarbeit mit Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst, Menschen, die von einem Notfall oder einer extremen Krisensituationen betroffen waren. Sie übernahm jährlich für die Kommunen Brühl und Wesseling mindestens zehn Bereitschaftswochenenden mit 24-Stunden-Rufbereitschaften.

Sichtlich bewegt bedankte sich Ilse Schellschmidt bei den Anwesenden für die hohe Auszeichnung.