[ Stand: 19 April 2021 - 08:13 Uhr ]

Gerne hätte der Landrat Frank Rock die Mitglieder des „Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Rhein-Erft-Kreis“ zu ihrer jährlichen Sitzung Mitte Februar persönlich begrüßt. Doch die Pandemie zwang dazu, die Sitzung als Videokonferenz durchzuführen und so wünschte der Landrat per Bildschirm einen konstruktiven Sitzungsverlauf.

Aktueller Grundstücksmarktbericht vorgestellt.
© Rhein-Erft-Kreis, Der Landrat

Wie in jedem Jahr wurden die für die Transparenz des Grundstücksmarktes notwendigen Daten und Werte auf der Grundlage der Kaufpreissammlung festgelegt. Neben den bekannten Bodenrichtwerten, den Immobilienrichtwerten für Wohnungseigentum sowie den „sonstigen zur Wertermittlung erforderlichen Daten“ (Indexreihen, Liegenschaftszinssätze, Sachwertfaktoren etc.), wurden in diesem Jahr erstmalig Immobilienrichtwerte für den individuellen Wohnungsbau für 212 Zonen abgeleitet. Diese dienen dazu, nun auch für die Ein- und Zweifamilienhäuser gute Anhaltspunkte für die Werte dieser Immobilien bereitzustellen.

Über die einzelnen Teilmärkte gesehen ergaben sich durchschnittliche Anhebungen der Boden- und Immobilienrichtwerte von rund 10-12 % gegenüber dem Vorjahr. Die gebietstypischen Bodenrichtwerte für den individuellen Wohnungsbau in mittleren Lagen liegen für die Kommunen östlich der Ville nun zwischen 340 und 450 €/m². Westlich der Ville liegen die Werte zwischen 170 und 270 €/m². Der höchste Wert im Kreisgebiet mit 670 €/m² ist in Hürth-Efferen zu finden, der niedrigste mit 130 €/m² in Bergheim-Auenheim.

Die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses konnte im Geschäftsjahr 2020 auf rund 5.600 Kaufverträge zurückgreifen, aus denen die Boden- und Immobilienrichtwerte sowie andere für den Immobilienmarkt relevante Daten abgeleitet wurden. Dabei sank die Anzahl der Kaufverträge mit rd. 6 % nur unwesentlich gegenüber dem Vorjahr.

Damit die von den Notaren übermittelten Verträge auch aussagekräftig ausgewertet werden können, sind zusätzliche Angaben nötig, die die Geschäftsstelle bei den neuen Eigentümerinnen und Eigentümern über einen Fragebogen einholt. Die Kaufpreissammlung bildet damit eine wichtige Grundlage, um den Grundstücksmarkt umfassend zu analysieren und abzubilden. Der Geldumsatz aller im Jahre 2020 in die Kaufpreissammlung aufgenommenen Verträge lag bei rund 1.929 Mio. Euro, die gesamte, gehandelte Fläche (ohne Wohnungs- und Teileigentum) bei etwa 605,4 ha.

Die aktuellen Bodenrichtwerte und die Werte der Vorjahre bis zurück ins Jahr 2011, sowie die Immobilienrichtwerte für Wohnungseigentum und Ein- und Zweifamilienhäuser, können im „Informationssystem zum Immobilienmarkt des Oberen Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Land Nordrhein-Westfalen“ unter www.boris.nrw.de kostenfrei eingesehen und ausgedruckt werden. Hier findet sich auch der „Grundstücksmarktbericht 2021“ in dem die weiteren Daten veröffentlicht sind.

Aufgrund vermehrter Anfragen nach Bodenrichtwerten älteren Datums hat der Rhein-Erft-Kreis darüber hinaus in seinem Geoportal (www.rhein-erft-kreis.de/auslaenderwesen-bauen-ordnung/bauen-kataster/geodaten-portale) historische Bodenrichtwerte (zur Zeit ab Jahrgang 1981) bereitgestellt.