Das Kommunale Integrationszentrum des Rhein-Erft-Kreises hat erstmals den Bericht „Zuwanderung in den Rhein-Erft-Kreis“ aufgelegt, in dem Integrationsangebote im Kreis zusammengefasst, Schnittstellen sichtbar gemacht und Lücken entlang der Bildungskette aufgedeckt wurden.

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Als Grundlage des Berichts erhoben die Bildungskoordinatoren des Kommunalen Integrationszentrums über etwa ein Jahr Daten von Kommunen, Vereinen, Initiativen und Verbänden im Kreisgebiet. Ziel der Erhebung war es, die Best-Practice-Beispiele über kommunale Grenzen hinweg öffentlich zu machen und damit die Basis für neue passgenaue Maßnahmen herzustellen sowie Parallelstrukturen aufzudecken bzw. zu vermeiden.

Neben statistischen Erhebungen fanden adressatenorientierte Interviews mit Integrationsakteuren in den zehn kreisangehörigen Städten statt. Dabei stand nicht nur die schulische Integration im Fokus der Untersuchungen, vielmehr wurden alle Lebensbereiche der Neuzugewanderten betrachtet. Hierzu zählten die Angebote von Sport- und Kulturvereinen, Sprach- und Integrationskursträgern, Angebote von Kirchen und Wohlfahrtsverbänden sowie die vielfältigen Angebote der ehrenamtlich Tätigen.

Bei knapp 466.000 Einwohnern im Rhein-Erft-Kreis beträgt der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund nahezu 24 % und liegt somit knapp über dem Bundesdurchschnitt von 22 %. In den vergangenen fünf Jahren sind 25.350 Menschen in den Kreis zugewandert – darunter 8.192 Flüchtlinge. Die größte Gruppe der Zuwanderer sind Menschen aus den EU-Mitgliedstaaten, gefolgt von Menschen aus den Balkanstaaten.

Hilfreich für die Bildungsarbeit ist das Wissen der Verantwortlichen um Charakteristika eines Landes, zu denen auch bei gleicher Nationalität sehr unterschiedliche persönliche Bildungsvoraussetzungen gehören können. Je bekannter die kulturellen, religiösen und sozialen Unterschiede sind, umso erfolgreicher kann Integration gelingen.

Hinsichtlich der Bildungsangebote für Neuzugewanderte im Rhein-Erft-Kreis zieht das Kommunale Integrationszentrum des Rhein-Erft-Kreises eine positive Bilanz. Die Bildungseinrichtungen im Rhein-Erft-Kreis bieten vielfältige pädagogische Hilfen und Förderprogramme. Die Unterstützungsleistungen der ehrenamtlichen Initiativen sind sehr vielfältig und leistungsstark. Darüber hinaus existieren Beratungsstellen, Freizeitangeboten und Netzwerke in der Integrationsarbeit. Ganz entscheidend ist dabei die Tatsache, dass bei dem überwiegenden Teil der Neuzugewanderten eine hohe Motivation und Lernbereitschaft vorhanden ist.

Bei der Vorstellung des Berichts im Beirat des Kommunalen Integrationszentrums waren sich die Mitglieder darin einig, dass erfolgreiche Integration keine Einzelleistung ist, sondern auf dem guten Zusammenspiel aller beteiligten Kräfte und Institutionen basiert. Aus dieser Perspektive können die bisherigen Integrationsleistungen aller Einrichtungen, Initiativen und Privatpersonen im Rhein-Erft-Kreis durchaus als Erfolgsgeschichte bezeichnet werden.

Der vollständige Bericht kann unter den Downloads auf der Seite des Rhein-Erft-Kreises im Bereich „Kommunales Integrationszentrum“ abgerufen werden.