[ Stand: 07 Oktober 2020 - 17:20 Uhr ]

Nach Vorliegen der Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde lässt der Rhein-Erft-Kreis zurzeit die Rodungsarbeiten für den Bau eines sogenannten AlleenRadweges auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen Elsdorf und Bedburg durchführen.

Bild zeigt Fahrradweg
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Martina Berg, fotolia.de

Im Zuge des Genehmigungsverfahrens nach § 67 und gemäß §17 Bundesnaturschutzgesetz hatte der Landschaftsbeirat dem Vorhaben bereits in seiner Sitzung im November 2013 zugestimmt. Die Rodungsarbeiten werden durch eine externe ökologische Baubegleitung überwacht und durch die Untere Naturschutzbehörde eng begleitet.

Im Jahr 2002 gründeten die Deutsche Bahn AG und das Land NRW die BahnflächenEntwicklungsGesellschft (BEG) NRW , die als Vermittler zwischen den Kommunen, der Deutschen Bahn und dem Land NRW fungiert und sinnvolle Sekundärnutzungen für stillgelegte Bahnflächen anstrebt.

Im Jahr 2007 wurde auf Vorschlag der BEG das Landesprogramm "AlleenRadwege auf stillgelegten Bahntrassen" ins Leben gerufen. Dieses Landesprogramm hat es sich zum Ziel gesetzt, die Radverkehrssicherheit, Grünvernetzung und Landschaftsgestaltung unter Beibehaltung des Landschaftsbildes zu fördern. Stillgelegte Bahntrassen eignen sich besonders gut für eine Umnutzung als Radweg. Durch die Beibehaltung der Streckenführung werden Zukunftsperspektiven nicht verbaut. Sollte es sinnvoll erscheinen, diese Wege zukünftig wieder für den Schienenverkehr zugänglich zu machen, wäre dies grundsätzlich problemlos möglich.

Im Rahmen des Aktionsprogramms wurde im Jahre 2009 zwischen den Städten Elsdorf, Bergheim und Bedburg sowie dem Rhein-Erft-Kreis eine Verwaltungsvereinbarung über die Finanzierung, den Bau und die Unterhaltung des Alleenradweges abgeschlossen. Nachdem nun auch der Zuwendungsbescheid vorliegt, kann mit Bau des AlleenRadweges zwischen Elsdorf und Bedburg zeitnah begonnen werden.

In mehreren Artenschutzbeiträgen wurde ein Haselmausvorkommen als einzige planungsrelevante Art dokumentiert. Vor Beginn der Rodungsarbeiten wurden im Randbereich der Bahntrasse bereits 200 "Tubes" installiert, in die sich die streng geschützten Tiere zum ungestörten Winterschlaf zurückziehen können. Auf Grund des Lebensrhythmus der Haselmäuse war es notwendig, mit der Baufeldfreimachung bereits zwischen Mitte September und Anfang Oktober, also etwas früher als sonst üblich, zu beginnen.

Bei den Rodungsarbeiten werden einzelne Hochstämme stehen gelassen und die Lücken so bepflanzt, dass neben dem Radweg wieder eine schattenspendende und landschaftsprägende Allee entsteht.

Der BahnAlleenRadweg, der Elsdorf mit dem Bahnhof Bedburg verbinden wird, ist durchgängig 3 Meter breit und etwa 4 Kilometer lang. Er beginnt am Gut Ohndorf, kreuzt die vielbefahrene L 213 mit einem Brückenbauwerk, umgeht die ebenfalls stark belastete Kirdorfer Allee, kreuzt die Bandanlagentrasse und die Feldstraße ebenfalls mit Brückenbauwerken und erreicht als Ziel den Bahnhof Bedburg. Die Baukosten für den AlleenRadweg betragen voraussichtlich 1,8 Millionen Euro. Das Vorhaben wird vom Land NRW mit 75 % gefördert. Den Eigenanteil trägt der Rhein-Erft-Kreis. Mit den eigentlichen Wegebauarbeiten soll im kommenden Jahr begonnen werden.

Kreisdezernent Uwe Zaar freut sich sehr, dass nun auch im Rhein-Erft-Kreis der erste Bahnalleenradweg realisiert werden kann: "Zusammen mit dem ebenfalls 2021 neu entstehenden Radweg am Grubenrand des Tagebaus Hambach und dem bestehenden Radweg auf der Trasse der ehemaligen Abraumbandanlage ("Speedway") entstehen in Kombination mit dem bestehenden Erftradweg im nordwestlichen Teil des Kreisgebietes nun ganz neue Möglichkeiten für den Freizeit-, aber auch für den Alltagsradverkehr. Die Schaffung sicherer und komfortabler Radschnellverbindungen ist ein wichtiger Baustein zur Bewältigung des Strukturwandels im rheinischen Braunkohlenrevier und ein wichtiger Beitrag für eine zukunftsfähige Verkehrsmittelwahl im Rahmen der Mobilitätswende an Rhein und Erft."