Der Rhein-Erft-Kreis geht neue Wege, um das Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus bei jungen Menschen im Kreis wach zu halten. Dazu kooperiert er mit Vogelsang IP, dem NS-Dokumentationszentrum und der Gedenkstätte Brauweiler des LVR.

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Rhein-Erft-Kreis

v.r.: P. Weber, J. Rolle, Landrat M. Kreuzberg, B. Kirschbaum, A. Moritz.

Der Rhein-Erft-Kreis geht neue Wege, um das Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus bei jungen Menschen im Kreis wach zu halten. Dazu haben heute für den Rhein-Erft-Kreis Landrat Michael Kreuzberg, für den Vogelsang Internationalen Platz (IP) Prof. Dr. Jürgen Rolle (Vors. d. Gesellschafterversammlung) und Albert Moritz (Geschäftsführer), für das NS-Dokumentationszentrum Köln Barbara Kirschbaum (Leitung Bildung und Vermittlung) und für die Gedenkstätte Abtei Brauweiler des LVR der Leiter des Archivwesens Dr. Peter Weber Kooperationsverträge unterzeichnet.

Auf Basis eines Rahmenkonzepts stellt der Kreis ab 2020 für fünf Jahre insgesamt 100.000 Euro für Schul- und Jugendgruppenexkursionen zur Verfügung. Mit diesem Budget werden die durch eine Exkursion zu einem der Bildungsorte entstehenden Kosten vom Kreis weitgehend bezuschusst. Gedeckt sind die Eintritts- und teilweise die Fahrtkosten. Die jährlichen Zuschüsse sind auf 20.000 Euro gedeckelt und werden in der Reihenfolge der Anträge ausgeschüttet.

Landrat Michael Kreuzberg: „Dies ist ein wichtiger Beitrag zur aktiven Auseinandersetzung mit dem dunkelsten Kapitel unserer Geschichte. Die Exkursionen werden den Schülerinnen und Schülern deutlich machen, dass die Werte einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft unersetzlich für unser friedliches Zusammenleben sind.“

Prof. Dr. Jürgen Rolle: „Der Rhein-Erft-Kreis ist der erste Kreis, mit dem wir eine solche Kooperation vereinbaren.“ Eine solch vorbildliche Zusammenarbeit werde hoffentlich auch andere Kreise motivieren, vergleichbare Beschlüsse zu fassen.
Albert Moritz ergänzte: „Die Referenten aller Einrichtungen haben eine hohe Kompetenz, sich auf die Besuchergruppen sehr genau einzustellen. Die Erkenntnisse, die Jugendliche bei uns gewinnen, betreffen dabei auch ihren Alltag, wenn man etwa erkennt, wie Ausgrenzung funktioniert und was darauf aufbauen kann.“

Dr. Peter Weber: „Diese Kooperation reicht als regionaler Impuls weit über Pulheim hinaus. Nun können auch Jugendliche aus anderen Ecken des Kreises einfacher zu uns kommen. Damit haben wir hier einen weiteren Baustein der guten Zusammenarbeit des Kreises und des LVR am Standort Brauweiler.“

Barbara Kirschbaum betonte die enge Kooperation der Einrichtungen: „Mit Vogelsang haben wir bereits das Konzept ‚2 Orte – 1 Thema‘ entwickelt. Den Schulen und anderen Gruppen wird es nun erleichtert, die unterschiedlichen Aspekte nationalsozialistischer Herrschaft zu erfahren.“ So stehe die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang vor allem für die Täterperspektive, während im NS-Dokumentationszentrum und der Abtei die Opfer der NS-Verbrechen im Fokus stünden.

Das Rahmenkonzept ‚Erinnerungskultur zum Nationalsozialismus für den Rhein-Erft-Kreis‘ hat der Kreistag im September 2019 verabschiedet. Dieses Konzept nahm Kreisarchivarin Gabriele Mohr zum Anlass, gemeinsam mit dem Leiter des Kulturbereichs Engelbert Schmitz in die Planung der Kooperationsvereinbarungen mit den drei Bildungsorten einzutreten.

Zielgruppe des Angebots sind grundsätzlich alle Altersklassen und Schulformen. Die inhaltliche Absprache und die Buchung treffen die Schulen mit den Einrichtungen selbst. Die Kulturabteilung des Kreises erstattet hinterher die tatsächlich angefallenen Kosten bzw. zahlt einen Zuschuss zu den entstandenen Fahrkosten. Um sicher zu gehen, dass der Fördertopf nicht leer ist, sollten interessierte Lehrkräfte vor einer Buchung eine Anfrage beim Kreis stellen.