Niedrige Wasserstände werden genutzt

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Geusen/Rhein-Erft-Kreis

Dr. Bernd Arnold von der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft bei der Begehung der Teiche

Bereits im vergangenen Jahr ist der Wasserstand im Naturschutzgebiet ehemalige Klärteiche der Zuckerfabrik Bedburg stark abgesunken. Zur Stärkung des überregional bedeutsamen Brut-, Nahrungs- und Durchzugsbiotops hat der Rhein-Erft-Kreis damals 20 Mio. Liter Erftwasser in die Teiche eingeleitet. Das Amt für Umweltschutz und Kreisplanung konnte dafür kurzfristig eine vertragliche Regelung mit einem örtlichen Landwirt treffen und eine vorhandene Rohrleitung nutzen.

Nachdem sich der Wasserstand der Teiche über den Winter 2017/18 wieder erholt hatte, ist durch die Extremwetterlage der vergangenen Wochen der dritte und größte Teich bereits jetzt fast vollständig ausgetrocknet. Da aufgrund der aktuellen Wetterprognose auch in den nächsten zwei Wochen kaum mit Niederschlägen zu rechnen ist, wird der Wasserstand auch in den Teichen 1 und 2 weiter sinken. Eine erneute Vereinbarung mit dem örtlichen Landwirt konnte dieses Jahr nicht abgeschlossen werden, da dieser das Wasser für die Bewirtschaftung seiner Felder selbst dringend benötigt.

Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises wird die aktuelle Trockenheit nutzen, um erste Pflegemaßnahmen im Bereich der Teiche durchzuführen. Das gemeinsam mit der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft erarbeitete Sofortmaßnahmenkonzept für das Naturschutzgebiet sieht als eine der wichtigsten Maßnahmen eine dauerhafte Reduktion des Gehölzaufkommens in den Stapelbecken vor. Durch den massiven Anflug von Weiden- und Pappelsamen haben sich vor allem im Teich 3 bereits Schösslinge vom Ufer aus bis weit in die Mitte des Gewässers ausgebreitet. Hierdurch wird einerseits der Wasserverlust erheblich verstärkt und andererseits das Fluchtverhalten der Watvögel langfristig stark beeinflusst werden. Aufgrund der Trockenheit ist der ansonsten morastige und schlammige Untergrund jetzt begehbar und in Teilen sogar befahrbar, sodass die Gehölze problemlos manuell bzw. maschinell entfernt werden können.

Die Durchführung der Maßnahmen ist für September geplant. Zurzeit laufen die Angebotsabfragen. Sobald Wasserquellen wieder zur Verfügung stehen, sollen die Teiche - möglichst noch vor Beginn der Hauptflugzeit der Watvögel - in Teilen mit Wasser befüllt werden.

Das Konzept der Biostation Bonn/Rhein-Erft sieht ferner eine nachhaltige Vegetationskontrolle durch eine Schafbeweidung der Dämme sowie eine optimierte Besucherlenkung vor. Für das kommende Jahr ist darüber hinaus auch eine Direkteinleitung von Erftwasser in den besonders wertvollen dritten Teich mit Hilfe einer mobilen Schlauchanlage geplant. Ein entsprechender Förderantrag an das Land zur Finanzierung der langfristigen Biotopmanagementmaßnahmen wird gerade vorbereitet.