[ Stand: 18 Juli 2021 - 08:40 Uhr ]

Die Hochwasserlage im Rhein-Erft-Kreis entspannt sich zunehmend, allerdings sind 800 bis 1.000 Einsatzkräfte insbesondere rund um die besonders betroffenen Bereiche von Erftstadt weiterhin im Dauereinsatz.

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Während in weiten Teilen des Kreises schon die Aufräumarbeiten beginnen, besteht unter anderem in Erftstadt-Blessem noch akute Lebensgefahr. Die evakuierte Bevölkerung darf aus Sicherheitsgründen weiter nicht in ihre Häuser zurückkehren. Es besteht keine Klarheit über die Bodenverhältnisse und die Standsicherheit der Gebäude. Morgen früh werden in der Ortschaft weitere Experten eintreffen, welche die Lage vor Ort begutachten sollen. Über die Ergebnisse wird der Rhein-Erft-Kreis, vor allem im Sinne der betroffenen Anwohner, frühzeitig und fortlaufend informieren.

„Die gute Nachricht am späten Nachmittag dieses anstrengenden Tages ist, dass es weiterhin keine Todesopfer im Rhein-Erft-Kreis zu beklagen gibt. Angesichts der enormen Zerstörung, die ich in den letzten Stunden und Tagen gesehen habe, grenzt das förmlich an ein Wunder“, erklärt Landrat Frank Rock.

Die Einsatzlage bleibt aber weiter dynamisch. Heute musste in Erftstadt ein weiteres Altenheim evakuiert werden, weil von einer akuten Einsturzgefährdung ausgegangen wird. Die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner wurden auf andere Einrichtungen verteilt. Experten werden nun weitere statische Untersuchungen an dem Gebäude durchführen.

Die Stadt Erftstadt stellt für alle Bürgerinnen und Bürger, die ihr Hab und Gut durch das Hochwasser verloren haben, unbürokratisch kleine Soforthilfen zur Verfügung. Diese wurden heute bereits von vielen Betroffenen in Anspruch genommen. Informationen hierzu stellt die Stadt Erftstadt zur Verfügung.

Ungebrochen groß ist auch die Spendenbereitschaft der Bevölkerung. Aus der ganzen Republik aber insbesondere aus dem Rhein-Erft-Kreis erreichen die Behörden zahlreiche Hilfsangebote. Die Behörden bitten eindringlich darum, Geld zu spenden, statt weitere Sachspenden anzubieten. Der Rhein-Erft-Kreis hat hierzu ein Spendenkonto eingerichtet.  Wer den Betroffenen Menschen aus dem Kreis auf diese Weise helfen möchte kann eine Spende auf folgendes Konto überweisen:

Rhein-Erft-Kreis

"Hochwasserhilfe"

IBAN: DE72 3705 0299 0142 0012 00

BIC: COKSDE33

Um sich ein Bild von der Hochwasserlage im Kreis zu machen, besuchten heute Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Ministerpräsident Armin Laschet die betroffenen Gebiete. Landrat Frank Rock und Bürgermeisterin Carolin Weitzel führten die beiden nah an das Einsatzgeschehen heran. Dabei konnten sie viele Eindrücke sammeln und auch mit Anwohnern sowie Rettungskräften ins Gespräch kommen. „Die Begegnungen mit den Menschen, die nahezu alles verloren haben, waren extrem emotional und haben uns alle sehr aufgewühlt“, schildert Landrat Rock. Die Politiker sagten den Menschen schnelle und unbürokratische Hilfe zu. Im Gespräch mit zahlreichen Helfern drückten sie ihren Dank für die herausragende Arbeit im Katastrophengebiet aus.

Die Telekommunikationskanäle sind teilweise noch unterbrochen und es häufen sich Anfragen von Menschen, die ihre Angehörigen aus betroffenen Ortschaften nicht erreichen können. Für alle Anfragen zu vermissten Personen wurde vom Rhein-Erft-Kreis eine Personenauskunftsstelle eingerichtet, die unter folgender Telefonnummer erreichbar ist: 02271 – 99 54 50. Anruferinnen und Anrufer können hier Informationen über den Aufenthaltsort von Personen erhalten, soweit diese im System erfasst sind.

 

Wichtiger Hinweis // Presseeinladung:

Der Krisenstab des Rhein-Erft-Kreises tagt zum nächsten Mal am Sonntag, 18.07.2021 um 11:00 Uhr. Im Vorfeld bieten wir die Möglichkeit an, Fotos und kurze Videoaufnahmen vom Krisenstabsraum (KT 1.32) im Kreistagsgebäude zu machen (Adresse: Willy-Brandt-Platz 1, 50126 Bergheim). Einlass ab 10:30 Uhr. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.