Anlässlich des internationalen Welt-Aids-Tages, der jedes Jahr am 1. Dezember begangen wird, weist das Gesundheitsamt des Rhein-Erft-Kreises auf seine freiwilligen, kostenlosen und anonymen Beratungsangebote zum HI-Virus und anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen (STI) hin.

Bild mit Wegweisern zum Thema STI und Safe Sex
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Neben den Beratungen können auch Tests auf HIV, Syphilis und andere STI-Erkrankungen beim Gesundheitsamt vorgenommen werden – auch die Tests sind freiwillig, kostenlos und anonym. Außerdem wird zu den Themen sexuelle Gesundheit, Verhütung und Impfungen beraten.

Jeden Dienstag zwischen 9 und 11 Uhr findet eine offene Sprechstunde statt. Außerhalb dieses Zeitraums ist eine vorherige Terminabsprache notwendig.

Weitere Informationen zum Beratungsangebot des Gesundheitsamtes im Rhein-Erft-Kreis gibt es unter der Telefonnummer 02271/83-15392 bei Frau Rumbler-Mohr.

Pünktlich zum Welt-Aids-Tag veröffentlicht das Gesundheitsamt auch jährliche seine statistischen Daten für das zu Ende gehende Jahr.

Im Zeitraum vom 1. Januar bis zum Stichtag 15. November haben insgesamt 65 Personen beim Kreisgesundheitsamt einen kostenfreien und anonymen HIV-Test in Anspruch genommen. Auf dieser Basis rechnet das Gesundheitsamt mit rund 100 Testwünschen bis zum Jahresende.

78 Prozent der Untersuchten waren männlich, das Durchschnittsalter aller Getesteten lag bei 34 Jahren. Ein Test war HIV-positiv, der Patient wurde zur weiteren Diagnostik an ein Behandlungszentrum in Köln verwiesen.

Zu den Aufgaben des Gesundheitsamtes sagt Amtsleiter Dr. Franz-Josef Schuba:

„Bei uns lassen sich überwiegend heterosexuelle Menschen mit neuen Partnerschaften testen, aber auch Menschen mit Ängsten, besonders nach ungeschützten oder wechselnden Sexualkontakten. Neben den vor Ort durchgeführten Beratungen und HIV-Tests führt das Gesundheitsamt noch eine Vielzahl von telefonischen Beratungsgesprächen und unterstützt die Aufklärungsarbeit insbesondere an den weiterführenden Schulen und Jugendzentren im Rhein-Erft-Kreis.“

Dr. Schuba weist besonders darauf hin, dass in Deutschland ca. 87.900 Menschen mit einer HIV-Infektion leben, davon geschätzte 10.600 Personen, die noch nichts von ihrer Infektion wissen und somit weitere Personen unbewusst anstecken können. Das Benutzen eines Kondoms sei daher nicht nur eine Verhütungsmethode, sondern auch immer noch der sicherste Weg, sich vor einer HIV- oder anderen Infektion zu schützen.

Das Robert-Koch-Institut geht bundesweit von folgenden Betroffenenzahlen aus:

2018 haben sich ca. 2.400 Menschen in Deutschland mit HIV infiziert. Damit ist die Zahl der Neuinfektionen im Vergleich zu 2017 (2.700 Neuinfektionen) leicht gesunken. Auch in der Gruppe der MSM (Männer, die Sex mit Männern haben) ist die Zahl der geschätzten Neuinfektionen weiter gesunken, von 1.700 (2017) auf ca. 1.600 (2018).

Die aktuellen Daten lassen die Schlussfolgerung zu, dass der Ausbau von gruppenspezifischen Testangeboten und die, vor allem von MSM verwendete HIV-Präexpositionsprophylaxe, sowie ein früher Behandlungsbeginn auch in Deutschland Erfolge zeigt.