Nach drei Monaten im Schulbetrieb, der bereits nach den Sommerferien aufgenommen worden war, wurde nun die offizielle Einweihung des 16-Mio.-Neubaus des Berufskollegs Bergheim gefeiert.

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Rhein-Erft-Kreis

v.l.: Vorsitzende Schulausschuss Heidemarie Tschepe, Landrat Michael Kreuzberg, Heike Hesselmann-Grießbach, Bürgermeister Volker Mießeler, Dirk Becker.

Das Berufskolleg in Trägerschaft des Rhein-Erft-Kreises arbeitet nun an nur noch zwei Schulstandorten in der Kreisstadt. Insbesondere die Schließung der Außenstelle Frechen, welche im Neubau aufgenommen wurde, erleichtert die täglichen Abläufe an der Schule. Auch städtebaulich ist der Bau ein Gewinn; vorher stand an gleicher Stelle ein marodes Hochhaus, das die Kreisstadt Bergheim hatte abreißen lassen.

Bei dem kurzen Festakt in der Sporthalle der Schule, an dem etwa 120 Vertreterinnen und Vertreter aus Kreis- und Stadtpolitik sowie natürlich auch das Kollegium der Schule teilnahmen, betonte Landrat Michael Kreuzberg die enorme Geschwindigkeit bei der Realisierung des Baus, der in einem ÖPP-Modell von der Firma VINCI Facilities SKE realisiert wurde: „Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, mit Bernard Jean, dem Geschäftsführer von VINCI Facilities, im Januar 2018 bei uns im Kreishaus die Verträge unterzeichnet zu haben. Heute stehen wir in der Sporthalle des bereits vor 3 Monaten in Betrieb genommenen Gebäudes und feiern die Einweihung. Die Geschwindigkeit, mit der dieses Projekt realisiert wurde, ist extrem bemerkenswert!“

Der Bau im Rahmen eines ÖPP-Modells spart dem Kreis enorme Finanzmittel. Bei Baukosten von rund 15,8 Mio. Euro und jährlichen Betriebskosten für Instandhaltung, Wartung, Schönheitsreparaturen sowie Versicherungen von rund 144.000 Euro pro Jahr über 25 Jahre Laufzeit ergibt sich eine Kostenersparnis von 3,2 Mio. Euro im Vergleich zu einer Eigenrealisierung durch den Rhein-Erft-Kreis.

Die Einweihung bildet nicht nur finanziell sondern auch schulorganisatorisch den Abschluss einer systematischen Schulplanung des Kreises: Angesichts steigender Anmeldezahlen für die Bildungsgänge des Berufskollegs haben Kreisverwaltung und Kreistag die Entwicklung der Schule über Jahre forciert.

So stand zu Beginn des Prozesses eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung, welche die Reduzierung der ehemals drei Schulstandorte empfohlen hat. Dieser Empfehlung wurde mit dem Neubau entsprochen. Während angemietete Räume in Oberaußem nicht weiter vom Kreis genutzt werden, werden die Räume der bisherigen Frechener Außenstelle des Berufskollegs nach umfangreichen Umbaumaßnahmen, die der Kreis Anfang Oktober begonnen hat, von der Albert-Einstein-Förderschule genutzt werden.

Der Bergheimer Teilneubau umfasst nun die Klassenräume für die Berufszweige „Körperpflege“ und „Sozialwesen“. Insgesamt beherbergt das Gebäude 16 Klassenräume, drei spezialisierte Praxisräume für einzelne Bildungsgänge der beiden Berufszweige, einen Musikraum, einen Kunstraum und zwei Naturwissenschaftsräume. Hinzu kommen die üblichen Lager-, Sanitär- und Nebenräume, ein Lehrerzimmer, Büroräume für die Schulleitung, Räume für die Schulsozialarbeiter und eine Zweifeld-Sporthalle. Damit werden am neuen Standort künftig etwa 550 Schülerinnen und Schüler sowie 37 Lehrkräfte lernen und lehren.

Eine Besonderheit bei den Planungen war die Einrichtung von ‚Clustern‘. Damit bezeichnet man Raumgruppen, bei denen Lern- und Unterrichtsräume gemeinsam mit den zugehörigen Differenzierungs-, Aufenthalts- und Erholungsbereichen zu eindeutig identifizierbaren Einheiten zusammengefasst werden. Auf den Multifunktionsflächen kann Unterricht ausgelagert werden und selbstorganisiertes Lernen in Gruppen stattfinden. Dieser Aufbau unterstützt das pädagogische Konzept der Schule und entspricht den Wünschen der Schulleitung.

Nach dem offiziellen Teil der Einweihung ergab sich die Gelegenheit, das neue Gebäude bei Rundgängen zu inspizieren. Die musikalische Begleitung des Nachmittags bestritt die Schulband BKBM Rocks. Die kuliniarische Versorgung der Gäste stellten Schülerinnen und Schüler aus dem schuleigenen Fachbereich Nahrungsgewerbe sicher.