[ Stand: 10 Dezember 2020 - 17:15 Uhr ]

Es ist davon auszugehen, dass zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in absehbarer Zeit mindestens ein Impfstoff zugelassen wird. Das Land Nordrhein-Westfalen hat die Kreise und kreisfreien Städten daher zur Errichtung von Impfzentren aufgefordert.

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Zerbor, Adobe Stock

Ergänzt wird das Angebot der Impfzentren durch mobile Teams, die insbesondere für die Durchführung von Impfungen vulnerabler Personengruppen in stationären Einrichtungen (zum Beispiel Pflegeeinrichtungen) eingesetzt werden sollen.

Seit mehreren Wochen hat sich die Kreisverwaltung daher mit der Frage beschäftigt, wo ein Impfzentrum für den Rhein-Erft-Kreis entstehen könnte und ist nun in Hürth fündig geworden. Da mit hohen Besucherzahlen zu rechnen ist, müssen besondere Anforderungen an Lage und Infrastruktur vor Ort erfüllt sein. Dazu zählen unter anderem große Räumlichkeiten, die ohne aufwendigen Umbau genutzt werden können, eine gute Erreichbarkeit und ausreichend Parkplätze. Die Räumlichkeiten des ehemaligen REAL-Marktes im Hürth Park erfüllen nach Ansicht des Kreises all diese Anforderungen. Eigentümer der Geschäftsfläche ist eine Tochtergesellschaft der METRO-Gruppe.

„Ich bin äußerst glücklich darüber, dass wir nach sorgfältiger Prüfung zahlreicher Standorte jetzt eine Liegenschaft gefunden haben, die optimale Bedingungen bietet. Lob und Dank gilt neben den Mitarbeitenden der Kreisverwaltung und der Stadt Hürth auch unserem Vertragspartner mit dem wir innerhalb kürzester Zeit ein hervorragendes Ergebnis erzielen konnten“, zeigt sich Landrat Frank Rock zufrieden.

„Gemeinsam mit den Landkreisen prüfen wir derzeit Optionen in unserem Portfolio, die sich für Impfzentren eignen und möchten so unseren Teil zur Bekämpfung von COVID-19 beitragen. Das Team von METRO PROPERTIES freut sich, dass wir den Standort zur Verfügung stellen und so den Rhein-Erft-Kreis bei der Umsetzung eines geeigneten Impfzentrums unterstützen können“, sagt Oliver Borg, Director Region Germany, METROPROPERTIES.

In der knapp 5.000 Quadratmeter großen Liegenschaft sollen in den nächsten Tagen bis zu sieben Impfstraßen eingerichtet werden, in denen voraussichtlich mehr als 1.500 Menschen pro Tag geimpft werden können. Darüber hinaus wird es Wartebereiche, Räume zur Aufklärung und Räume zur Nachbeobachtung geben, in denen großzügige Sicherheitsabstände eingehalten werden können. Der Mietvertrag wurde bis zum 31.12.2021 abgeschlossen. Mit den notwendigen Umbau- und Einrichtungsarbeiten soll bereits ab dem 11. Dezember begonnen werden.

„Unser Impfzentrum wird barrierefrei sein, über zahlreiche Parkmöglichkeiten verfügen und auch über den ÖPNV gut erreichbar sein. Damit verfügt es gegenüber den geprüften Alternativen über unschlagbare Standortvorteile“, erklärt Landrat Rock. Das medizinische Personal zum Betrieb wird nach einer Vereinbarung des Landes mit der Kassenärztlichen Vereinigung von den Kassenärzten zur Verfügung gestellt. Die Kreisverwaltung befindet sich darüber hinaus in Verhandlungen mit Hilfsorganisationen, die als Betreiber der Einrichtung fungieren könnten.

Nach bisherigen Informationen werden die Impfstoffe in einem NRW-Zentrallager bei extrem niedrigen Temperaturen tiefgekühlt. Von dort aus werden die Impfzentren beliefert, die das Vakzin dann bis zu fünf Tage bei 2-8 Grad Celsius lagern können. Der Rhein-Erft-Kreis hat dazu vorab spezielle Arzneimittelkühlschränke geordert, welche die Haltbarkeit der Impfstoffe gewährleisten werden.

„Wir befinden uns gerade in der Vorbereitung der genauen Abläufe. Das ist durchaus komplex, muss sorgfältig geplant werden und wird letztlich ein lernendes System sein. Damit ein reibungsloser Betrieb vom ersten Tag an sichergestellt werden kann, wird es vorab natürlich auch einen Probelauf geben“, erläutert Gesundheitsdezernent Christian Nettersheim.

In welcher Reihenfolge die Bürgerinnen und Bürger des Rhein-Erft-Kreises geimpft werden, steht indes noch nicht abschließend fest. Nachdem die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Institutes und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina bereits einen Vorschlag vorgelegt haben, liegt es nun an der Politik eine deutschlandweite Vorgabe zu beschließen. Nach derzeitigen Informationen sollen die Kosten der Impfung von der jeweiligen Krankenkasse übernommen werden.

Es ist vorgesehen, dass das Impfzentrum an 7 Tagen pro Woche von 8.00 bis 20.00 Uhr geöffnet sein soll. Welche Unterlagen zur Impfung mitgebracht werden müssen und was darüber hinaus zu beachten ist, wird rechtzeitig im Internet und den örtlichen Medien veröffentlicht. „Der Rhein-Erft-Kreis sieht sich mit dieser Lösung bestens vorbereitet. Sobald ein Impfstoff offiziell zugelassen wird, werden wir den Betrieb aufnehmen“, so der Landrat.