Am Mittwoch erhielten Gabriele Frechen aus Hürth und Jochen Naumann aus Frechen aus den Händen von Landrat Michael Kreuzberg das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland; die Auszeichnung wurde beiden durch den Bundespräsidenten zugesprochen.

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Rhein-Erft-Kreis

v.l.: Jochen Naumann, Gabriele Frechen, Landrat Michael Kreuzberg.

In seinen Lobesworten sprach der Landrat über die Bedeutung des ehrenamtlichen kommunalpolitischen Engagements der beiden langjährigen Parteimitglieder: „Was Sie in den vergangenen Jahrzehnten geleistet haben, ist ehrenamtliches Engagement im besten Sinne. Ein Engagement, das für unsere Gesellschaft wie für unsere Parteien unverzichtbar war und ist. Unsere Gesellschaft braucht Bürgerinnen und Bürger, die für ihr Umfeld aktiv werden und sich für ihre Mitmenschen und das Gemeinwohl einsetzen.“

Mit seiner Entscheidung, Frau Frechen und Herrn Naumann mit dem Verdienstkreuz am Bande auszuzeichnen, würdigt der Bundespräsident zwei unverwechselbare Lebensleistungen:

Gabriele Frechen hat durch ihr langjähriges Engagement, insbesondere im kommunalpolitischen Bereich, auszeichnungswürdige Verdienste erworben. Die verheiratete Mutter einer eine Tochter ist selbständige Steuerberaterin und war auch langjährig Mitglied des Deutschen Bundestags.

Seit 1982 ist Gabriele Frechen Mitglied der SPD. Fast 25 Jahre lang hat sie aktiv in verantwortlichen Positionen bei der SPD mitgewirkt. 1988 wurde sie Mitglied im SPD-Unterbezirksvorstand Rhein-Erft, von 1991 bis 2001 übernahm sie den Vorsitz des SPD-Distrikts Hürth-Efferen, 2003 wurde sie erneut als stellvertretende Vorsitzende Mitglied des SPD Unterbezirksvorstandes Rhein-Erft und war zuletzt von 2004 bis 2012 Mitglied im Landesvorstand der NRW-SPD.

Gabriele Frechen engagiert sich seit ihrem 32. Lebensjahr mit großem zeitlichem und persönlichem Einsatz für die kommunalpolitischen Belange der Stadt Hürth. In der Zeit von 1989 bis 2014 gehörte sie dem Rat der Stadt Hürth an und war hier in verschiedenen Fachausschüssen vertreten. Darüber hinaus war sie von 1994 bis 1999 Ortsvorsteherin in Hürth-Efferen und von 1996 bis 2002 ehrenamtliche Bürgermeisterin der Stadt Hürth.

Von 2002 bis 2009 war Gabriele Frechen als Bundestagsabgeordnete tätig, wo sie die Funktion der stellvertretenden Sprecherin der Arbeitsgruppe Petitionen der SPD-Bundestagsfraktion, von 2005 bis 2009 die der stellvertretenden Vorsitzenden des Finanzausschusses wahrgenommen hat. Ferner war sowie im Vorstand der SPD-Bundestagsfraktion.

Während ihrer Zeit in der Kommunalpolitik und als Bundestagsabgeordnete galt ihr besonderes Engagement der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. So trug der Einsatz von Frau Frechen zur Verbesserung und zum Ausbau der Kinderbetreuung in Hürth bei. Darüber hinaus machte sie sich erfolgreich für die Planung und die Umsetzung des Baus der Ortsumgehung Hürth-Hermülheim stark.

2013 gründete Gabriele Frechen mit anderen die Stiftung „Herzenswunsch für Hürther Pänz“. Die Stiftung hat zum Ziel, bedürftigen Familien in akuten finanziellen Notsituationen schnell und unbürokratisch Hilfe zu bieten. Als Schatzmeisterin gehört sie dem Vorstand der Stiftung an. 2009 wurde sie mit dem Ehrenring der Stadt Hürth ausgezeichnet.

Jochen Naumann hat sich durch sein ehrenamtliches Engagement sowohl in der Kommunalpolitik als auch in der Familien- und Generationsarbeit auszeichnungswürdige Verdienste erworben. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Bis zu seiner Verrentung war er beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) beschäftigt. Im Jahr 2005 trat er in den Ruhestand.

Jochen Naumann engagiert sich seit über 20 Jahren in der Kommunalpolitik. So ist er seit 1994 Kreistagsmitglied für die CDU im Rhein-Erft-Kreis. Von 1999 bis 2009 war er zudem Ratsmitglied für die CDU in der Stadt Frechen, wobei er mehreren Ausschüssen angehörte. Im Sozialausschuss arbeitet er bis heute als sachkundiger Bürger mit. Des Weiteren gehörte er von 1991 bis 2007 dem Vorstand des CDU-Kreisverbandes Rhein-Erft an und war von 2000 bis 2010 Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Frechen.

Beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) hielt Jochen Naumann u.a. die Position als hauptamtlicher Vorsitzender des Kreisverbandes Erft inne. Im Rahmen einer Strukturveränderung beim DGB im Jahre 2002 entfiel diese Funktion. Neben seiner beruflichen Tätigkeit als Organisationspolitischer Sekretär übernahm. Jochen Naumann ehrenamtlich den Vorsitz des DGB-Kreisverbandes Rhein-Erft. Dieses Ehrenamt übte er auch nach seiner Verrentung bis zum Jahr 2009 aus.

Jochen Naumann gründete 2008 das Mehrgenerationenhaus „OASE“ in Frechen (MGH) federführend mit. Seit der Gründung ist er Vorsitzender der Einrichtung. Das MGH unterstützt u.a. bedürftige Familien, Alleinerziehende und ältere Menschen. Hierfür organisiert das MGH gegenseitige nachbarschaftliche Unterstützung, aber auch bezahlbare professionelle Hilfsangebote.

Durch das Engagement von Jochen Naumann hat sich das Mehrgenerationenhaus inzwischen als feste Institution in Frechen etabliert. Es ist sowohl anerkannte Einrichtung für an Demenz erkrankte Menschen und ihre Angehörigen als auch für die Kinder- und Jugendhilfe.

Darüber hinaus ist Jochen Naumann seit 2008 bis heute Vorsitzender des Kinderschutzbundes Frechen. Der Kinderschutzbund bietet eine Vielzahl an Angeboten an, wie die Hausaufgabenbetreuung, Familienhilfe und Ferienbetreuung. Zusätzlich werden jedes Jahr ein Weltkindertagfest und eine Fahrt für Kinder angeboten, die jeweils aus Spenden finanziert werden. Die Planung und die Organisation dieser Aufgaben obliegen Jochen Naumann. Neben diesen organisatorischen Aufgaben, die ca. zwölf Stunden die Woche in Anspruch nehmen, engagiert er sich besonders in der Ferienbetreuung. Zuletzt plante er kindgerechte Informationsveranstaltungen zum Thema „Kommunikation – Umgang mit dem Internet“.