[ Stand: 27 September 2022 - 12:17 Uhr ]

Besuch im Frauenhaus

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Die Lage auf dem Wohnungsmarkt im Rhein-Erft-Kreis ist angespannt. Es mangelt an bezahlbaren Baugrundstücken und somit an bezahlbarem Wohnraum in den Kommunen. Die Baukosten steigen derzeit, nicht zuletzt wegen des Ukraine-Krieges, in unermessliche Höhen. Betroffen von dieser Situation sind eine Vielzahl von Menschen und Personengruppen, die bezahlbaren Wohnraum benötigen.

Frauen, die aufgrund von Gewalterfahrungen den Schutz des Frauenhauses suchen und danach wieder im Alltagsleben Fuß fassen wollen, benötigen ebenso Wohnraum, wie geflüchtete Personen, welche die Flüchtlingsunterkünfte verlassen wollen. Gleiches gilt für Menschen, die von Altersarmut bedroht sind und für Menschen mit Behinderung und nicht zuletzt Obdachlose, die wieder in die Gesellschaft integriert werden möchten. Die betroffenen Personenkreise sind höchst heterogen und haben demzufolge auch verschiedenste Bedürfnisse und Anforderungen an den Wohnraum.

Landrat Frank Rock hat sich der Problematik angenommen. Bereits im August besuchte er das Frauenhaus des Rhein-Erft-Kreises, um sich persönlich einen Eindruck von der Situation der dort lebenden Frauen zu machen. Außerdem traf er sich mit Vertretern der Wohnungswirtschaft zu einem Austausch im Kreishaus. Einig waren sich hierbei alle Beteiligten, dass die Kräfte in diesem mannigfaltigen Themenfeld gebündelt werden müssen. Der Rhein-Erft-Kreis wird hierzu in einen regen Austausch mit den Akteuren treten und zu einem gemeinsamen Workshop ins Kreishaus einladen.

„Die Schicksale der Frauen im Frauenhaus haben mich sehr betroffen gemacht. Für sie ist es extrem schwierig, eine bezahlbare eigene Wohnung zu finden. Das betrifft aber auch viele andere Personengruppen. Die Lage am Wohnungsmarkt ist bei uns ohnehin schon angespannt und die steigenden Energiekosten und die vielen Geflüchteten als Folge des Ukraine-Kriegs erschweren die Situation zusätzlich. Den Menschen muss geholfen werden. Wir werden deshalb den Austausch mit den Fachleuten im Bereich der Wohnungslosigkeit intensiv vorantreiben und die Kräfte bündeln. Politik, Kommunalverwaltung, Projektverantwortliche und die Wohnungswirtschaft gehören hierzu an einen Tisch“, so Landrat Frank Rock.

Der Rhein-Erft-Kreis unterstützt im Rahmen freiwilliger Leistungen bereits zahlreiche Projekte und Institutionen, die sich mit der Thematik der Obdachlosigkeit, der drohenden Wohnungslosigkeit, aber auch der Gewalt an Frauen befassen.