[ Stand: 27 Januar 2020 - 18:17 Uhr ]

Kooperation zwischen Rhein-Erft-Kreis und Tierschutzvereinen unterzeichnet

Ordnungsdezernent Martin Gawrisch (Mitte) bei der Unterzeichnung der Vereinbarung mit den Tierschutzvereinen
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Rhein-Erft-Kreis

Ordnungsdezernent Martin Gawrisch (Mitte) bei der Unterzeichnung der Vereinbarung mit den Tierschutzvereinen

Der Kreistag des Rhein-Erft-Kreises hat in seiner Sitzung am 12. Dezember die „Verordnung zum Schutz freilebender Katzen“ (die sog. Katzenschutzverordnung) verabschiedet. Die Verordnung ist am 15. Januar 2020 in Kraft getreten.

Mit dieser Verordnung wurde eine Registrierungs-, Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht für alle freilaufenden Katzen im Rhein-Erft-Kreis eingeführt. Katzenhalterinnen und Katzenhalter sind mit Inkrafttreten der Verordnung verpflichtet, ihre sog. Freigänger registrieren und von einer Tierärztin oder einem Tierarzt kennzeichnen und kastrieren zu lassen. Besitzerinnen und Besitzer reiner Hauskatzen ohne Freigang sind nicht betroffen.

Tierhalter, die ihre Tiere nicht kastrieren, kennzeichnen und registrieren lassen, müssen mit Bußgeldern bis zu 1.000 Euro rechnen.

Anlass der Einführung der Verordnung sind die Lebensumstände der hohen Anzahl wildlebender Katzen im Kreisgebiet. Viele dieser Tiere sind verwahrlost, oft krank und von Flöhen oder Würmern befallen. Sie leiden an Infektionskrankheiten, Parasiten, Verletzungen oder chronischen Erkrankungen. Diese lassen sich darauf zurückführen, dass die Populationsdichte freilebender Katzen im Kreis zu groß ist und stetig anwächst, wodurch sich Krankheiten schneller verbreiten und Verletzungen durch Rangkämpfe oder das Ausweichen in ungeeignete Gelände entstehen.

Die hohe Zahl der Tiere ist Ergebnis der unkontrollierten Vermehrung freilaufender Hauskatzen und verwilderter Katzen, die von zahlreichen Tierschutzvereinen an den bereits seit vielen Jahren betriebenen Futterstellen beobachtet werden. Dort wurden bereits in der Vergangenheit durch die Vereine Katzen zur Kastration eingefangen und anschließend wieder in die Freiheit entlassen. Dies führten bisher die Tierschutzvereine alleine und auf eigene Kosten durch.

Bei einem offiziellen Termin am heutigen Tag im Kreishaus Bergheim wurde nun die neue Zusammenarbeit zwischen Kreisverwaltung und örtlichen Tierschutzvereinen durch die Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages besiegelt und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Vereine unterstützen damit künftig das Kreisveterinäramt und sind somit berechtigt, freilebende bzw. freilaufende Katzen zu fangen und vorübergehend in Obhut zu nehmen, um sie kastrieren und kennzeichnen zu lassen. Zudem erhalten sie Unterstützung durch die Verwaltung, wenn zum Einfangen wilder Katzen z.B. private Grundstücke betreten werden müssen.

Gleichzeitig erhalten die Vereine durch die nun bestehende Kooperation mit dem Kreis mehr Rechtssicherheit und finanzielle Unterstützung für ihre Tätigkeit.

Nachdem bereits die Fraktionen des Kreistages den Tierschützern ihren Dank ausgesprochen hatten, betonte auch Ordnungsdezernent Martin Gawrisch in der Veranstaltung noch einmal seine Dankbarkeit und Anerkennung für das ehrenamtliche Engagement der Vereine: „Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Ihnen als verlässliche Partner und hoffe, dass wir gemeinsam in den nächsten Jahren viel Gutes für die Katzen bewirken können.“

Die verwilderten Katzen im Rhein-Erft-Kreis, sind Tiere, die ursprünglich von Menschen gehalten, dann aber ausgesetzt oder zurückgelassen wurden und sich weiter vermehrt haben. Dabei handelt es sich um mehrere tausend Tiere, deren Lebensumstände oft schwierig sind.

Der Kreis hat nun zusammen mit den Tierschützern die Verantwortung dafür übernommen, das Leben der freilebenden Katzen im Kreis möglichst zu verbessern. Die nunmehr verpflichtende Kennzeichnung, Registrierung und Kastration ist auch im Interesse aller privaten Katzenhalterinnen und Katzenhaltern erfolgt, da registrierte Katzen nun unmittelbar ihrem Halter wieder zugeordnet und zu ihnen zurückgeführt werden können.

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Hintergründe - Die Katzenschutzverordnung im Rhein-Erft-Kreis

Katzen vermehren sich schnell. Weibliche Tiere können zwei Würfe im Jahr mit jeweils bis zu sieben Welpen haben. Die freilebenden Katzen vermehren sich nicht nur untereinander, sondern kommen auch in Kontakt mit Freigängerkatzen aus menschlicher Obhut. Wenn diese nicht kastriert sind, tragen sie auch  zur Vermehrung der wildlebenden Katzen bei und stecken sich zudem mit Krankheiten an.

Nach der Kastration ändert sich das Revierverhalten in der Regel deutlich. Es kommt zu weniger Revierkämpfen, so dass die Verletzungs- und Ansteckungsgefahr sinkt.

Die wildlebenden Katzen im Kreisgebiet leiden an Infektionskrankheiten, Parasiten, Verletzungen  oder chronischen Erkrankungen. Diese  lassen sich darauf zurückführen, dass die Anzahl freilebender Katzen im Kreis zu groß ist und stetig anwächst, wodurch sich Krankheiten schneller verbreiten und Verletzungen durch Rangkämpfe oder das Ausweichen in ungeeignete Gelände entstehen.

 

Wozu dienen Kastration und Registrierung?

Die Kastration ist ein geeignetes Mittel die Zahl der Katzen, die wild leben, langfristig zu verkleinern und den wild lebenden Katzen dadurch ein besseres und gesünderes Leben zu ermöglichen. Dadurch sinkt auch die Gefahr, dass Krankheiten auf Katzen in menschlicher Obhut oder direkt auf Menschen übertragen werden könnten.

Alle weiblichen und männlichen Katzen mit Freigang müssen ab dem 5. Lebensmonat kastriert werden. Halter von Katzen können den Eingriff in jeder Tierarztpraxis vornehmen lassen. Bei Ihrem Tierarzt erhalten Sie auch Informationen zur Kennzeichnung und Registrierung.

Nur durch Kennzeichnung und Registrierung der Tiere kann die Kastration im Zweifelsfall überprüft und entlaufene Tiere können ihrem Halter schnell wieder zurückgegeben werden. Dabei ist auch eine Einwilligung für die Übermittlung der Tierdaten an den Rhein-Erft-Kreis zu erteilen.

 

Für Rückfragen steht das Veterinäramt des Kreises unter (02271) 8313919 zur Verfügung.