[ Stand: 27 März 2020 - 10:00 Uhr ]

Coronaviren verursachen in Menschen verschiedene Krankheiten, von gewöhnlichen Erkältungen bis hin zu gefährlichen oder sogar potenziell tödlich verlaufenden Krankheiten wie das Middle East Respiratory Syndrome (MERS) oder das Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS).

Bild mit Ärzten in einer Besprechung
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Robert Kneschke, fotolia.de

Land untersagt Veranstaltungen auch mit weniger als 1.000 Personen

Aufgrund der aktuellen Entwicklung ist grundsätzlich auch bei Veranstaltungen von unter 1.000 erwarteten Besuchern/Teilnehmern davon auszugehen, dass keine Schutzmaßnahmen getroffen werden können, die gleich effektiv aber weniger eingriffsintensiv sind, als die Veranstaltung nicht durchzuführen. Das Auswahlermessen reduziert sich dahingehend, dass nur eine Absage oder zeitliche Verschiebung bis zur Änderung der Gefährdungslage und Aufhebung der angeordneten Maßnahmen in Betracht kommt. Ausgenommen hiervon sind notwendige Veranstaltungen, insbesondere solche, die der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung oder der Daseinsfür - und Vorsorge zu dienen bestimmt sind.

Hinweise für Patienten

Beunruhigte Patienten können sich zunächst selbst fragen, ob sie zur Risikogruppe gehören: Wenn Symptome wie Husten, Schnupfen, Durchfall, Halskratzen und Fieber bestehen und

  • es in jüngerer Zeit einen Aufenthalt in einem Risikogebiet gemäß RKI-Definition gab oder
  • es zu einem Kontakt mit einem bestätigten Corona-Erkrankten oder Corona-Verdachtsfall kam

ist eine genaue ärztliche Abklärung erforderlich.

Selbstbefragung bei Corona-Verdacht

Umfangreiche Informationen zum Schutz gegen das Corona-Virus

Das Corona-Virus und sein Verlauf

Das seit Kurzem zirkulierende Coronavirus wird auch COVID-19 genannt. Die Erkrankung unterscheidet sich in den allermeisten Fällen nicht wesentlich von anderen Erkältungskrankheiten, die derzeit Saison haben (z.B. Influenza).

Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass die Gefahr für die Gesundheit der Allgemeinbevölkerung in Deutschland weiterhin gering ist. Insbesondere bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist der Verlauf weit überwiegend milde, nur in seltenen Fällen und bei Vorerkrankungen lebensbedrohlich.

Wie andere Viruserkrankungen auch kann eine Infektion mit dem neuartigen Corona-Virus zu Krankheitserscheinungen wie Husten, Schnupfen, Halskratzen, Fieber usw. führen. Einige Betroffene leiden auch an Durchfall.

Bei einem Teil der Patienten geht das Virus mit einem schweren Verlauf einher und kann zu Atemproblemen und Lungenentzündung führen. Dies gilt insbesondere für Menschen, die Vorerkrankungen der Atemwegen, des Herzens, schwerere allgemeine Erkrankungen wie Diabetes haben oder die eine Behandlung mit Medikamenten durchführen müssen, die das Immunsystem beeinträchtigen.

Wie verhalte ich mich richtig?

Wichtig zur Unterscheidung ist, ob man sich bis max. 14 Tage vor Erkältungssymptomen in einem Risikogebiet aufgehalten hat oder Kontakt zu einem nachweislich mit dem Corona-Virus infizierten Menschen hatte.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) aktualisiert täglich die Liste der Risikogebiete. Dabei muss man beachten, dass – am Beispiel Italiens – nicht ganz Norditalien als Risikogebiet gilt, sondern ausschließlich einzelne Städte.

Wenn Personen medizinische Hilfen benötigen, sollten sie nach telefonischer Vorabinformation und mit Hinweis auf die Reise oder Kontakte zu bestätigt Erkrankten einen Arzt kontaktieren. „Kontrolluntersuchungen“ ohne tatsächliche Notwendigkeit sollten die Praxen derzeit nicht zusätzlich belasten.

Zum präventiven Schutz sollte man auf eine gute Handhygiene achten, also häufiges und intensives Händewaschen. Wenn man erkältet ist, sollte man Einmaltaschentücher nutzen und in die Armbeuge husten oder niesen.

Was machen Personen, die vermuten sich mit dem Corna-Virus infiziert zu haben?

Diese Personen sollten mit Hilfe des beigefügten Flussdiagrammes ihr tatsächliches Risiko beurteilen (siehe Anlage).

Grundsätzlich sind bei einem bestehenden Verdacht der Hausarzt oder der ärztlicher Notfalldienst der beste Ansprechpartner. Wenn bestimmte Risikofaktoren zutreffen (Kontakt zu einem definitiv Erkrankten/Aufenthalt im Risikogebiet) muss der Arzt vorher telefonisch kontaktiert werden.

Überwiegend gilt: Die Atemwegsinfekte, mit denen die Patienten und Patientinnen zurzeit die Arztpraxen aufsuchen, sind fast ausschließlich auf Influenza oder Erkältungskrankheiten zurückzuführen. Das ist bei der Entscheidung zu berücksichtigen.

Welche Vorbereitungen hat die Kreisverwaltung für den Fall erster Infektionen und für den Fall zahlreicher Infektionen getroffen?

Nach bestätigten Fällen im Kreis Heinsberg und umliegenden Kreisen hat Landrat Michael Kreuzberg kurzfristig den Krisenstab des Rhein-Erft-Kreises einberufen, der regelmäßig tagt, mit dem Ziel, im Zusammenwirken der Einrichtungen des Gesundheitswesens im Rhein-Erft-Kreis: Praxen niedergelassener Ärzte, Gesundheitsamt, Krankenhäuser im Rhein-Erft-Kreis, alle Maßnahmen zu treffen, das Krankheitsgeschehen einzudämmen bzw. im Bedarfsfall medizinische Hilfe sowohl ambulant wie stationär leisten zu können.

Risikogebiete sind Gebiete, in denen eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch ("ongoing community transmission") vermutet werden kann. Um dies festzulegen, verwendet das Robert Koch-Institut verschiedene Kriterien (u.a. Erkrankungshäufigkeit, Dynamik der täglich gemeldeten Fallzahlen, Maßnahmen (z.B. Quarantäne ganzer Städte oder Gebiete), exportierte Fälle in andere Länder/Regionen). Die Situation wird jeden Tag neu bewertet, bei Bedarf werden die Risikogebiete angepasst.

Internationale Risikogebiete

  • Ägypten: ganzes Land
  • Frankreich: Region Grand Est (diese Region enthält Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne)
  • Iran: ganzes Land
  • Italien: ganzes Land
  • Österreich: Bundesland Tirol
  • Schweiz: Kantone Tessin, Waadt und Genf
  • Spanien: Regionen Madrid, Navarra, La Rioja und Paìs Vasco
  • Südkorea: Daegue und die Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang)
  • USA: Bundesstaaten Kalifornien, Washington und New York

Besonders betroffene Gebiete in Deutschland

  • Landkreis Heinsberg (Nordrhein-Westfalen)