Kreis unterzeichnet ÖPP-Vertrag mit VINCI Facilities SKE GmbH – 16 Mio. Euro Bauvolumen und 25-jährige Betriebsvereinbarung

Landrat Michael Kreuzberg und VINCI-Geschäftsführer Bernard Jean bei der Vertragsunterzeichnung
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Rhein-Erft-Kreis

Landrat Michael Kreuzberg und VINCI-Geschäftsführer Bernard Jean bei der Vertragsunterzeichnung

Auf seiner Sitzung am 14. Dezember 2017 hat der Kreistag des Rhein-Erft-Kreises, vier Jahre nach der ersten Befassung mit dem Thema, den Beschluss zum Teilneubau des Berufskollegs Bergheim getroffen. Der Rhein-Erft-Kreis ist Träger der Schule und hat VINCI Facilities SKE GmbH am 20.12.2017 den Zuschlag für die schlüsselfertige Errichtung des Schulneubaus mit Sporthall inklusive zugehöriger Parkplatz- und Freianlagen erteilt. Bis Sommer 2019 werden die Arbeiten abgeschlossen sein.

Das Berufskolleg Bergheim ist derzeit auf drei Standorte verteilt: der Hauptstandort befindet sich in der Kettelerstraße in Bergheim, der größere Nebenstandort in Frechen sowie ein weiterer Nebenstandort in Bergheim-Oberaußem. Angesichts steigender Anmeldezahlen für die Bildungsgänge des Berufskollegs haben Kreisverwaltung und Kreistag die Entwicklung der Schule in den vergangenen Jahren systematisch geplant. So stand zu Beginn des Prozesses eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung, welche die Reduzierung der Standorte empfohlen hat. Dieser Empfehlung wird mit dem Neubau entsprochen. Während die angemieteten Räume in Oberaußem nicht weiter vom Kreis genutzt werden, ist für die im Kreisbesitz befindlichen Räumlichkeiten in Frechen geplant, sie anderweitig schulisch zu nutzen.

Auftragsumfang

Der Teilneubau des Berufskollegs wird die Klassenräume für die Berufszweige „Körperpflege“ und „Sozialwesen“ aufnehmen. Insgesamt werden somit 16 Klassenräume, drei spezialisierte Praxisräume für einzelne Bildungsgänge der beiden Berufszweige, ein Musikraum, ein Kunstraum und zwei Naturwissenschaftsräume untergebracht. Hinzu kommen die üblichen Lager-, Sanitär- und Nebenräume, ein Lehrerzimmer, Büroräume für die Schulleitung, Räume für die Schulsozialarbeiter und eine Zweifeld-Sporthalle.

Insgesamt wird eine Nutzfläche von etwa 2.800 qm errichtet, weitere rd. 1.300 qm sind für die Sporthalle mit Nebenanlagen geplant. Die Räume werden von schätzungsweise 550 Schülerinnen und Schülern sowie 37 Lehrkräften genutzt.

Der Entwurf des Schulgebäudes weist eine hohe architektonische Qualität auf, welche so auch von der Stadt Bergheim gewürdigt wurde.

Eine Besonderheit bei den Planungen ist die Einrichtung sog. „Cluster“. Damit bezeichnet man Raumgruppen, bei denen Lern- und Unterrichtsräume gemeinsam mit den zugehörigen Differenzierungs-, Aufenthalts- und Erholungsbereichen zu eindeutig identifizierbaren Einheiten zusammengefasst werden. Auf den Multifunktionsflächen kann Unterricht ausgelagert werden und selbstorganisiertes Lernen in Gruppen stattfinden. Die heute beauftragten Ausführungen unterstützen das pädagogische Konzept der Schule zur vollsten Zufriedenheit der Schulleitung.

Konkret ist die Clusterbildung so geplant, dass mehrere Klassenräume jeweils um eine Multifunktionsfläche herum angeordnet werden. Die Klassenräume sollen über große transparente Flächen Blickbeziehungen zu der Multifunktionsfläche bieten.

Kosten

Die Baukosten für das Schulgebäude sowie die Sporthalle betragen insgesamt rund 15,8 Mio. Euro, die Betriebskosten über die 25 Jahre belaufen sich für die Instandhaltung, Wartung, Schönheitsreparaturen sowie Versicherungen auf rd. 144.000 Euro pro Jahr.

Auf Basis des Wirtschaftlichkeitsnachweises ergibt dies über die ÖPP-Laufzeit von 25 Jahren eine Kostenersparnis von 3,2 Mio. Euro im Vergleich zu einer Eigenrealisierung durch den Rhein-Erft-Kreis. Der Effizienzvorteil für den Rhein-Erft-Kreis durch die Wahl des ÖPP-Modells liegt somit bei etwa 12 Prozent.

Bauphase

Nach der heutigen Vertragsunterzeichnung kann noch im Januar für die Erdarbeiten eine Teilbaugenehmigung beantragt werden. Die vorbereitenden Arbeiten können somit voraussichtlich im März 2018 beginnen.

Mit der Beantragung der Baugenehmigung ist Mitte Februar zu rechnen; die Rohbauarbeiten können demnach voraussichtlich im Mai aufgenommen werden und sollen Ende Dezember 2018 abgeschlossen sein. Die Gesamtfertigstellung ist Mitte Juli 2019 geplant, sodass der Umzug der Schule bis Ende der Sommerferien 2019 abgeschlossen sein kann.

Das eigentliche Vergabeverfahren konnte im geplanten Zeitraum von nur ca. 15 Monaten auch dank der guten Beratung durch die Berater der Firmen weisemüller, PSPC und BEMK Rechtsanwälte gelingen.

STATEMENTS

Landrat Michael Kreuzberg

„Der Teilneubau des Berufskollegs Bergheim ist ein wichtiger Schritt für den Kreis und die Region. Angesichts der Bildungsschwerpunkte des Kollegs im Sozial- und Gesundheitswesen, mehreren Dienstleistungsbereichen und dem Ernährungswesen setzen wir ein Zeichen, welche Bedeutung diese Zukunftsfelder für uns haben. In 15 Monaten haben wir ein Großprojekt vergeben, wie es das seit dem Neubau der Paul-Krämer-Schule in Frechen nicht mehr gab. Damit setzt der Kreis seine Politik der Stärkung des Bildungsstandorts Rhein-Erft konsequent fort und bleibt dabei unverändert frei von Investitionskrediten. Mein Dank gilt allen an dieser nachhaltigen Standortentwicklung beteiligten Partnern.“

Bernard Jean (Geschäftsführer VINCI Facilities SKE GmbH)

„Die VINCI Facilities SKE GmbH verfügt speziell im Bereich ÖPP-Schulprojekte über langjährige und weitreichende Erfahrungen. Die öffentlichen Auftraggeber profitieren von kurzen Bauzeiten und fachübergreifenden Dienstleistungen aus einer Hand. In Summe generieren wir bei ÖPP-Projekte deutliche Einsparpotenziale für Kommunen, Landkreise und öffentliche Träger. Beim aktuellen ÖPP-Projekt „Berufskolleg Bergheim“ unterstützt die VF-SKE den Rhein-Erft-Kreis als privater Partner zunächst bei den anstehenden Baumaßnahmen, anschließend beim langfristigen Betrieb der Liegenschaften.“

Heike Hesselmann-Grießbach (Schulleiterin des BK Bergheim)

„Für uns als Berufskolleg des Rhein-Erft-Kreises ist mit dem Teilneubau ein deutliches positives Signal für die Zukunft gesetzt, nämlich die Beendigung einer Zeit mit einer Schule verteilt auf drei Standorte. Wir sind begeistert, dass dank der hervorragenden Arbeit des technischen Beraters des Rhein-Erft-Kreises, Herrn Müller, und den Architekten von Vinci ein neues Schulgebäude geplant worden ist, das unseren Wünschen und damit den aktuellen didaktischen und pädagogischen Ansprüchen an ein Schulgebäude entspricht. Ich bin überzeugt, dieser Teilneubau ist ein absoluter Gewinn für unsere Schülerinnen und Schüler, die Lehrerinnen und Lehrer und auch für die Bevölkerung des Rhein-Erft-Kreises; denn Fachkräfte im Bereich des Sozial- und Gesundheitswesens werden auch im Rhein-Erft-Kreis in der Zukunft definitiv benötigt, und diese brauchen eine Schule, an der sie gut ausgebildet werden können.“