Rhein-Erft-Kreis leistet Beitrag gegen Pflegenotstand und Fachkräftemangel

Bild zeigt 3 Schülerinnen des ersten Jahrgangs für Heilerziehungspflege
© Rhein-Erft-Kreis, Der Landrat

Anlässlich der Vorstellung der Projektarbeiten der praxisintegrierten Fachschule für Heilerziehungspflege zogen die Schulleitung des Berufskollegs (BK) Bergheim und der Rhein-Erft-Kreis als Schulträger eine positive Bilanz. Die Schülerinnen und Schüler präsentierten die Arbeiten, die sie an ihren außerschulischen Betriebsstätten verfasst haben, der Öffentlichkeit, den beteiligten Betrieben sowie Vertreterinnen und Vertretern der Kommunalpolitik.

Heute zeigt sich, dass der Rhein-Erft-Kreis mit der Einrichtung des Bildungsgangs einen wichtigen regionalen Beitrag zur Bekämpfung des Pflegenotstands und Fachkräftemangels geleistet hat.

Rückblick: Im Schuljahr 2014/15 wurde am BK Bergheim die Fachschule für Heilerziehungspflege in der praxisintegrierten Form eingerichtet. Die berufsbegleitende Teilzeitausbildung dauert drei Jahre und setzt ein Beschäftigungsverhältnis in einer Einrichtung der Eingliederungshilfe voraus. Der Unterricht findet an zwei Schultagen pro Woche (ca. 18-20 Wochenstunden) sowie an einigen zusätzlichen Schultagen pro Schuljahr in Form von Blockwochen statt.

Seit der Einführung weist der Bildungsgang eine hohe Akzeptanz auf, was sowohl an den Anmeldezahlen als auch an der Vielzahl der beteiligten Betriebe im Rhein-Erft-Kreis abzulesen ist. Letzteres ist von besonderer Bedeutung. Denn neben der sozialpädagogischen Betreuung ist die Pflege ein bedeutender und integraler Bestandteil heilerziehungspflegerischen Handels. Integrierte Pflegepraktika von etwa acht Wochen tragen daher zum Erwerb einer professionellen Pflegekompetenz wesentlich bei.

Die langjährige gute Zusammenarbeit mit integrativen Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, für Senioren, mit ambulanten Pflegediensten, Wohnheimen und Werkstätten für Menschen mit Behinderungen hat sich deshalb für die Fachschule bewährt.

Viele der Einrichtungen haben speziell für den neuen Ausbildungsgang vergütete Praktikumsstellen geschaffen. Das Bildungsangebot wird auch von Unternehmen jenseits der Kreisgrenzen zur Ausbildung des eigenen Personals genutzt.

Der Bildungsgang schärft das Profil des Berufskollegs mit seinem Ausbildungsschwerpunkt im Sozial- und Gesundheitswesen. Ausgebildeten Sozialassistentinnen und Sozialassistenten bietet er mit dem Erwerb der Fachhochschulreife eine höhere berufliche Qualifizierung.

Die Studierenden haben sich über das rege Interesse der Besucher und die Wertschätzung ihrer Arbeit sehr gefreut. Die Einführung und Erprobung der neuen Fachschule wurde durch die harmonische und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Praxiseinrichtungen erleichtert.

Im Sommer 2017 wird der erste Jahrgang das Fachschulexamen ablegen und den Schulgang damit abschließen. Die Berufsperspektiven der Absolventinnen und Absolventen sind vielversprechend: Zwei Absolventen werden ein Studium aufnehmen, alle anderen haben bereits einen Arbeitsvertrag in ihrer Wunscheinrichtung.

Tätigkeitsbereiche der künftigen Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger sind integrative Kindertageseinrichtungen und Schulen, Wohnheime, Werkstätten, ambulante Tagespflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste oder Senioreneinrichtungen.