Seit den letzten großen Hochwasserereignissen rückt das Niederschlagswasser verstärkt in das Interesse der Wasserwirtschaft.

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Niederschlagswasser

Früher wurde das Niederschlagswasser in die Kanalisation geleitet. Dies führte zu Spitzenabflüssen sowie zu Überlastungen von Kanal und Kläranlage.

Heute wird direkt beim Neubau von Gebäuden darauf hingewiesen, dass unbelastetes Niederschlagswasser möglichst am Entstehungsort versickert und damit dem natürlichen Wasserkreislauf wieder zugeführt wird. Dies geschieht zum Beispiel über Versickerungsmulden oder die Einleitung in ein nahes Gewässer.

Für beide vorgenannten Beispiele ist eine vorherige wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich, die die Untere Wasserbehörde erteilt. Hilfe bei der Antragstellung finden Sie im Merkblatt für Niederschlagswasser, das Sie in den Downloads finden.

Regenwasseranlagen

Regenwasseranlagen müssen gemäß der Trinkwasserverordnung dem Gesundheitsamt angezeigt werden. Wasser aus Regenwasseranlagen kann für die Gartenbewässerung und für die Toilettenspülung eingesetzt werden.

Ob das wirklich ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist, darüber streiten noch die Fachleute. Das Wäschewaschen mit Regenwasser (besser gesagt Dachablaufwasser) wird seitens des Gesundheitsamtes aus hygienischen Gründen in jedem Fall nicht empfohlen.

In § 3 der neuen Trinkwasserverordnung steht:

Im Sinne dieser Verordnung ist "Trinkwasser" alles Wasser, im ursprünglichen Zustand oder nach Aufbereitung, das zum Trinken, zum Kochen, zur Zubereitung von Speisen und Getränken oder insbesondere zu den folgenden anderen häuslichen Zwecken bestimmt ist:

  • Körperpflege und -reinigung,
  • Reinigung von Gegenständen, die bestimmungsgemäß mit Lebensmitteln in Berührung kommen,
  • Reinigung von Gegenständen, die bestimmungsgemäß nicht nur vorübergehend mit dem menschlichen Körper in Kontakt kommen.

Nach diesem Gesetzestext muss Wasser zum Wäschewaschen Trinkwasserqualität haben! Dachablaufwasser ist erfahrungsgemäß nicht nur mit Umweltschadstoffen belastet, sondern kann auch Vogelkot, Parasiten, Pollen (wichtig für Allergiker) etc. enthalten.

Wenn auch im rein privaten Bereich jeder selbst die Entscheidung und die Verantwortung übernehmen muss, ob er seine Wäsche mit Dachablaufwasser waschen will, in öffentlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Altenheimen, Hotels, Kinder- und Jugendeinrichtungen etc. ist das grundsätzlich nicht gestattet.

Das Gesunheitsamt wird diese Einrichtungen diesbezüglich kontrollieren. In dieser Angelegenheit kann ein Merkblatt zum Bau und Betrieb von Regenwasseranlagen als pdf-Datei heruntergeladen werden. Ebenso steht ein Vordruck zur Anzeige einer Regenwasseranlage zur Verfügung.

Hochwasser

Hochwasser ist als Teil des Wasserkreislaufes ein Naturereignis, welches aufgrund langanhaltender Niederschläge oder auch Starkregen an großen und kleinen Gewässerläufen auftritt.

Gezielte Veränderungen des Wasserhaushaltes, der Landnutzung, der natürlichen Überflutungsflächen und des Gewässerausbaus haben Hochwasserereignisse in unterschiedlichem Maße verschärft. Gleichzeitig wurde in Überschwemmungsgebieten und überschwemmungsgefährdeten Gebieten durch Bebauung und anderen Nutzungen das Schadenspotential erhöht.

Ziele und Aufgaben im Hochwasserschutz umfassen die Umsetzung der europäischen Hochwasserrisikomanagementrichtlinie (EG-HWRM-RL) und die Festsetzung von Überschwemmungsgebieten.

Mit dem "Hochwasserrisiko-Management" hat die Europäische Union einen neuen Begriff verbindlich eingeführt. Ziel ist es, die Risiken für vier "Schutzgüter" nachhaltig zu minimieren: die menschliche Gesundheit, die Umwelt, unser Kulturerbe und die wirtschaftlichen Tätigkeiten.

Überschwemmungsgebiete werden durch die Bezirksregierung Köln ausgewiesen für die Flächen, die bei einem Hochwasser, das durchschnittlich alle 100 Jahre einmal auftritt (100-jähriges Hochwasser), überflutet werden.

In Überschwemmungsgebieten sind Handlungen gesetzlich verboten, die sich negativ auf den Hochwasserabfluss auswirken können. Hierzu gehören z.B. die Errichtung von Gebäuden aber auch von Mauern und Bepflanzungen, die die Ausbreitung des Wassers in die Rückhalteräume behindern. Unter bestimmten Voraussetzungen sind Ausnahmegenehmigungen möglich. Dabei ist zu beachten, dass ein Volumenausgleich erfolgen muss, d.h. das Volumen, das durch den Baukörper wegfällt, ist ortsnah neu zu schaffen. Dieser Volumenausgleich ist vor Erteilung der Genehmigung mit der Stadt abzustimmen.

Auf der Seite der Bezirksregierung Köln findet man die aktuellen festgesetzten und vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebiete des Rhein-Erft-Kreises.

Für Katastrophenschutz und vorbeugenden Hochwasserschutz wurden darüber hinaus Hochwassergefahren- und -risikokarten erstellt.

Die Hochwassergefahrenkarten (HWGK) informieren über die mögliche Ausdehnung und Tiefe einer Überflutung. Die Hochwasserrisikokarten (HWRK) zeigen auf, wo Einwohner oder schützenswerte Bereiche betroffen sind und wo Gefahrenquellen wie z.B.Industrieanlagen vorliegen.

Mehr Informationen findet man auch auf: http://www.umwelt.nrw.de/umwelt/wasser/hochwasser/index.php