Vorsorgevollmachten Beratung (Betreuung von Erwachsenen)

Die Betreuungsstelle berät Betroffene, Angehörige und ehrenamtliche wie Berufsbetreuer in rechtlichen Betreuungsverfahren Erwachsener.

Zuständig ist die Betreuungsstelle des Rhein-Erft-Kreises für alle Kommunen des Kreises mit Ausnahme der großen kreisangehörigen Gemeinden Bergheim und Kerpen. In erster Linie leisten die Fachkräfte Vormundschaftsgerichtshilfe, indem sie nach Anregung eines Betreuungsverfahrens bei den Amtsgerichten im Auftrag des Gerichts eine sog. Sachverhaltsaufklärung (Sozialberichte) betreiben.

Die Fachkräfte überprüfen dabei die Notwendigkeit der Einrichtung einer Betreuung und die Geeignetheit eines bereiten Betreuers. In vielen Fällen müssen ehrenamtliche oder Berufsbetreuer dem Gericht vorgeschlagen werden. Zusammen mit den fünf Betreuungsvereinen im Rhein-Erft-Kreis leistet die Betreuungsstelle auch ein Beratungsangebot zur Erstellung von Vorsorgevollmachten. Darüber hinaus werden die Fachkräfte bei der Unterbringung, d.h. Einweisung psychisch kranker Menschen, beteiligt und haben in diesen Fällen auch die Berechtigung unmittelbaren Zwang anzuwenden.

Besonderheiten: 

Der Rhein-Erft-Kreis als Betreuungsbehörde im rechtlichen Sinne ist zuständig für alle kreisangehörigen Kommunen mit Ausnahme der Großen kreisangehörigen Städte Bergheim und Kerpen.

FAQs: 

Was ist eine Vorsorgevollmacht/ Betreuungsverfügung/Patientenverfügung?

Drei Instrumente stehen zur Verfügung, um in gesunden Tagen im Sinne der Selbstbestimmung schriftliche Willenserklärungen für den Fall einer späteren Einwilligungsunfähigkeit abgeben zu können:

Vorsorgevollmacht:
Jeder Mensch kann durch Unfall, Krankheit, Behinderung oder Alter in die Lage kommen, dass er seine Angelegenheiten teilweise oder gänzlich nicht mehr selbständig regeln kann. Die Vorsorgevollmacht dient dazu, eine oder mehrere Person/en Ihres Vertrauens für diesen Fall zu bevollmächtigen. Haben Sie keine Vorsorgevollmacht erstellt und können Sie Ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst erledigen, folgt ein gerichtliches Betreuungsverfahren, und zwar auch dann, wenn Sie Angehörige haben, weil diese erst durch das Gericht zum Betreuer bestellt werden müssen. Eine erstellte Vollmacht kann in vielen Fällen die Einleitung eines Betreuungsverfahrens verhindern.

Patientenverfügung:
Mittels einer Patientenverfügung kann man Entscheidungen zur medizinischen Behandlung/Nichtbehandlung oder Behandlungsbegrenzung im Voraus treffen für den Fall, dass man später nicht mehr in der Lage ist, dieses noch selbst zu entscheiden (z.B. infolge eines Komas). Oft geht es in Maßnahmen Patientenverfügungen um die Frage, ob lebensverlängernde Maßnahmen bei einer unheilbaren Krankheit durchgeführt werden sollen.

Betreuungsverfügung:
Durch eine schriftliche Verfügung für den Betreuungsfall kann man bestimmen, wer als Betreuer eingesetzt werden soll, aber auch, wer keinesfalls als Betreuer bestellt werden sollte. Das Betreuungsgericht wird bei der Bestellung eines Betreuers die in der Betreuungsverfügung festgelegten Wünsche berücksichtigen, sofern keine begründeten Bedenken gegen die Betreuerbestellung bestehen.

Wo beantrage ich eine rechtliche Betreuung?

Für die Einleitung eines rechtlichen Betreuungsverfahrens ist das zuständige Amtsgericht in seiner Funktion als Betreuungsgericht zuständig. Entsprechende Anträge sind daher ausnahmslos an das Gericht zu stellen. Die Anträge sind an keine Form gebunden. Der Anlass für die Antragstellung sollte jedoch hinreichend geschildert werden.

Wie werde ich ehrenamtlicher Betreuer?

In dem ich entweder Kontakt mit den MitarbeiterInnen der Betreuungsstelle des Rhein-Erft-Kreises aufnehme und mich beraten lasse oder das Beratungs- und Einführungsangebot für ehrenamtliche Betreuer der im Rhein-Erft-Kreis tätigen Betreuungsvereine in Anspruch nehme.

Kontaktadressen:

  • Sozialdienst kath. Frauen Rhein-Erft-Kreis e.V. (Team Nord), Kirchstr. 1a, 50126 Bergheim (Tel. 02271/492713); Kölnstr. 43 (Team Süd), 50321 Brühl (Tel. 02232/213810)
  • Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Immendorferstr. 15, 50321 Brühl (Tel.: 0221/89009390)
  • Diakonie Betreuungsverein Köln und Region e.V., Gartenstr. 3 50321 Brühl (Tel.: 02232/946512 oder -10)
  • Sozialdienst kath. Frauen und Männer Rhein-Erft-Kreis e.V. Kerpener Str. 10 50374 Erftstadt (Tel.: 02235/799551)
  • AWO Regionalverband Rhein Erft & Euskirchen e.V., Zeißstr. 1, 50126 Bergheim, Tel.: 02271/6030
  • Betreuungsverein Lebenshilfe e.V., Gildenweg 6, 50354 Hürth (Tel.: 02233/935109)

Wie werde ich Berufsbetreuer?

Schriftliche Bewerbung an die Betreuungsstelle des Rhein-Erft-Kreises.

Rechtliche Grundlagen: 
Ansprechpartner: 
  • Bedburg:
    Frau Hövels
    Tel.: 02271/83-15157
  • Brühl:
    Frau Döring
    Tel.: 02271/83-15155
  • Elsdorf:
    Frau Caspers-Draba
    Tel.: 02271/83-15152
  • Erftstadt A-O:
    Frau Clemens
    Tel.: 02271/83-15153
  • Erftstadt P-Z:
    Frau Porta
    Tel.: 02271/83-15159
  • Frechen:
    Herr Bürdek
    Tel.: 02271/83-15151
  • Hürth A-M:
    Frau Schröder
    Tel.: 02271/83-15162
  • Hürth I-Z:
    Tel.: 02271/83-15156
  • Pulheim A-R:
    Frau Obermayer-Doblhofer
    Tel.: 02271/83-15158
  • Pulheim M:
    Herr Cassel
    Tel.: 02271/83-15154
  • Pulheim Q-S:
    Herr Bürdek
    Tel.: 02271/83-15151
  • Pulheim S-Z:
    Frau Hövels
    Tel.: 02271/83-15157
  • Wesseling:
    Herr Cassel
    Tel.: 02271/83-15154

Eine persönliche Vorsprache in der Dienstelle ist nur nach vorheriger telefonischer Vereinbarung möglich.