Präventionsmaßnahmen zur Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in ganz NRW verschärft

Bild mit Jäger und seiner Ausrüstung
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Die untere Jagdbehörde des Rhein-Erft-Kreises hebt die grundsätzlich geltende Schonzeit für Schwarzwild (Wildschweine) mit sofortiger Wirkung bis zum 31.03.2021 auf. Von der Schonzeitaufhebung ausdrücklich ausgenommen sind Muttertiere mit Jungtieren unter 25 kg Gewicht.

Die Schonzeitenaufhebung gilt flächendeckend im gesamten Gebiet des Rhein-Erft-Kreises und ab sofort. Grundlage dieser Entscheidung ist ein Erlass des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen vom 04.01.2018 zur Reduzierung der überhöhten Schwarzwildbestände und zur Verhinderung des Risikos einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP).

Die aktuelle Ausbreitung der ASP in Tschechien und Polen bedroht verstärkt auch die Tierhaltung in NRW. Die Konsequenzen einer Infektion von Haus- und Wildschweinen mit dem ASP-Virus wären äußerst schwerwiegend und mit massiven Folgen für die betroffene Landwirtschaft und den Jagdsektor verbunden.

Weiterhin entstehen durch die sehr hohen Schwarzwildbestände übermäßige Wildschäden auf landwirtschaftlichen Flächen, Sportanlagen sowie Grundflächen in befriedeten Bezirken. Die intensive Bejagung der Wildschweine ist daher über mehrere Jahre hinweg, bis zu einer deutlichen Entspannung der Situation, erforderlich.

Nach Landesjagdgesetz NRW kann die untere Jagdbehörde die Schonzeiten für bestimmte Gebiete oder einzelne Jagdbezirke insbesondere aus Gründen der Wildseuchenbekämpfung und Landeskultur, zur Beseitigung kranken oder kümmernden Wildes, zur Vermeidung übermäßiger Wildschäden, zu wissenschaftlichen Lehr- und Forschungszwecken, bei Störung des biologischen Gleichgewichts oder der Wildhege aufheben.

Von dieser Möglichkeit wird mit der nun erlassenen Allgemeinverfügung Gebrauch gemacht. Diese Vorgehensweise wird von der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadensverhütung ausdrücklich unterstützt. Die Jagdausübungsberechtigten und die Jagdrechtsinhaber können somit Schwarzwild weiter intensiv bejagen.