Experten diskutierten Maßnahmen für den Lebensraum Agrarlandschaft

Plakat von Kreis und Biologischer Station zum Vertragsnaturschutz
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Rhein-Erft-Kreis

Plakat von Kreis und Biologischer Station zum Vertragsnaturschutz

„Es geht nur gemeinsam!“ – Das ist die einhellige Antwort auf die Frage, wie man dem Bestandsrückgang der Tiere in der Feldflur im Rhein-Erft-Kreis möglichst schnell und mit möglichst wirksamen Maßnahmen entgegen wirken kann. Zu den betroffenen Arten gehören Feldlerche, Rebhuhn, Feldhase und Grauammer.

Die Beratungen erfolgten im Rahmen des 2. Runden Tisches „Förderung der Biodiversität in der Agrarlandschaft des Rhein-Erft-Kreises“, der sich aus Vertretern der Landwirtschaft, des Naturschutzes und der RWE Power AG zusammensetzt und in dieser Woche tagte.

Anfang 2017 hatten sich die lokalen Akteure der Landwirtschaft und des Naturschutzes im Rhein-Erft-Kreis zusammengeschlossen und setzen nun die bewährte Kooperation zum drängenden Thema des Artenschutzes fort. In einer ersten Jahresbilanz wurde festgestellt, dass 2017 eine zunehmende Anzahl an Landwirten von der Durchführung von Vertragsnaturschutzmaßnahmen überzeugt werden konnte. So werden etwa im südlichen Kreisgebiet erweiterte Schutzmaßnahmen für die Grauammer, einen der am stärksten gefährdeten Feldvögel im Kreis, ergriffen. In Verbindung mit den Anstrengungen der letzten Jahre konnte der Negativtrend in der Bestandsentwicklung aufgehalten werden.

Im kommenden Jahr 2018 soll Vergleichbares im nördlichen Kreisgebiet erreicht werden. Auch dort möchte der Runde Tisch mehr Landwirte gewinnen, die die Grauammer und andere Feldvögel fördern. Die Grauammer fühlt sich etwa auf den von RWE nach dem Braunkohleabbau landwirtschaftlich rekultivierten Flächen wohl – diese bieten ihr sowohl Futter als auch Brutplätze, insbesondere dort, wo die Luzerne zur Bodenverbesserung angebaut wird.

Mit Beginn der landwirtschaftlichen Nutzung der Flächen findet die Luzerne allerdings keinen Platz mehr und mangels blühender Kräuter im Acker verschwindet auch die Grauammer. Um das zu verhindern, suchen die Teilnehmer des Runden Tisches

Landwirte, die blühende Streifen mit Klatschmohn, Kornblume und Luzerne im Getreide anlegen und damit der Grauammer und anderen Feldvögeln Lebensraum schaffen.

Anfang 2018 laden die beteiligten Institutionen daher zu Informationsveranstaltungen ein, die deutliche machen werden: „Es geht nur gemeinsam!“.