Auf eine gemeinsame Initiative von Klaus Lennartz (SPD) und Willi Zylajew (CDU) hin, startet der Kreis jetzt ein entsprechendes Pilotprojekt.

Bild zeigt Hände jeder Kultur
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In Landrat Michael Kreuzberg fanden die beiden ehemaligen langjährigen Bundespolitiker einen wichtigen Mitstreiter und Unterstützer.

Michael Kreuzberg:

"Der Ausbildungsmarkt hat sich in der letzten Dekade dramatisch gewandelt. Das bekommen mehr und mehr auch unsere Betriebe im Rhein-Erft-Kreis zu spüren. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen sehen sich auch hier in der Region einem immer stärker werdenden Wettbewerb um geeigneten Nachwuchs ausgesetzt. Umso wichtiger ist es, dass wir uns noch intensiver auch um Jugendliche kümmern, die als Flüchtlinge zu uns gekommen sind. Ihnen müssen wir mit Einstiegsqualifizierungen und Praktika den Weg in die duale Berufsausbildung ebnen."

Dafür hat der Kreistag des Rhein-Erft-Kreises jetzt einen richtungsweisenden Beschluss gefasst. Einstimmig wurden die notwendigen finanziellen Mittel für die Durchführung einer zweijährigen Pilotmaßnahme zur Qualifizierung junger Geflüchteter in den Räumlichkeiten des EkoZet in Kerpen bewilligt. Nach Abschluss des Pilotprojekts werden die erforderlichen Geräte und Lizenzen vom benachbarten Adolph-Kolping-Berufskolleg genutzt - wodurch auch nicht geflüchtete Berufsschülerinnen und Berufsschüler von den modernen Trainingssystemen profitieren können.

Die am 1. November 2017 beginnenden Maßnahmen werden gemeinsam vom Christlichen Jugenddorfwerk Deutschland e. V. (CJD) und der hiesigen Bundesagentur für Arbeit durchgeführt. Es handelt sich dabei um zwei berufsfachliche Qualifizierungen im Bereich der Elektrotechnik. Mit den unterschiedlichen Schwerpunkten "erneuerbare Energien" bzw. "Microcomputertechnik und Digitalisierung". Die Maßnahmen erlauben die Teilnahme von jeweils zwölf Personen und dauern 6 Monate.

Im Anschluss daran ist für die Absolventen ein 4 -wöchiges Praktikum mit dem Ziel der Eingliederung in den Arbeitsmarkt vorgesehen. Auf diese Weise können im Rahmen des zweijährigen Pilotprojekts rund 100 Geflüchtete entsprechend qualifiziert werden.

Klaus Lennartz:

"Ich begrüße den sehr weitsichtigen Beschluss des Kreistages sehr. Er kommt nicht nur den Geflüchteten, sondern auch den Schülerinnen und Schülern des Adolph-Kolping-Berufskollegs zu Gute. Nicht zuletzt eröffnen die dort durchgeführten Qualifizierungsmaßnahmen auch dem EkoZet ganz neue Perspektiven und erleichtern insbesondere den Elektrounternehmen aus der Region die Rekrutierung geeigneten Nachwuchses. Kurzum ein Gewinn für alle. Schließlich freue ich mich natürlich, dass die von Willi Zylajew und mir gemeinsam entwickelte Idee - nicht zuletzt durch die Unterstützung von Landrat Michael Kreuzberg fand - letztlich schnell und unbürokratisch realisiert werden konnte."