Die Untere Jagdbehörde des Rhein-Erft-Kreises hebt die nach der Landesjagdzeitenverordnung Nordrhein-Westfalen festgelegte Schonzeit für junge Wildschweine im zweiten Lebensjahr, sogenannte Überläufer, mit sofortiger Wirkung bis zum 31. März 2018 auf.

Bild mit Jäger und seiner Ausrüstung
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Von der Schonzeitaufhebung ausgenommen sind weibliche Tiere, die einen Wurf mit sich führen. Die Schonzeitenaufhebung für die genannte Altersklasse der Wildschweine gilt flächendeckend im gesamten Gebiet des Rhein-Erft-Kreises.

Die Aufhebung der Schonzeit dient der Reduzierung der überhöhten Wildschweinbestände. Diese sind aufgrund günstiger Lebensbedingungen auf einem sehr hohen Niveau und müssen zur Verhinderung von Wildschäden und des Risikos einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) kurzfristig reduziert werden.

Bis Mitte Juli sind bereits 25 Fälle der ASP bei Wildschweinen in einem Gebiet im Osten Tschechiens unweit der Grenze zur Slowakei und nur 80 km entfernt von der österreichischen Grenze festgestellt worden. Diese sehr ansteckende Tierseuche ist für Menschen absolut ungefährlich.

Bislang war die ASP innerhalb der Europäischen Union auf die Regionen östliches Polen und Baltikum konzentriert. Der nun erfolgte Übersprung des Virus kam überraschend.

Das Virus gefährdet nicht nur heimische Wildschweinbestände, sondern ganz besonders auch die landwirtschaftlichen Schweinebestände. Es ist daher sehr wichtig, dass alles unternommen wird, um eine weitere Verbreitung nach Westen zu verhindern.

Nicht nur Jäger müssen besonders vorsichtig sein, auch z.B. Autofahrer, die in den betroffenen Gebieten unterwegs sind, können das Virus verschleppen. Ebenso können aus den osteuropäischen Gebieten mitgebrachte Schweinefleischerzeugnisse das Virus enthalten. Nicht verzehrte Reste müssen daher unbedingt so entsorgt werden, dass wilde Tiere diese nicht erreichen und fressen können.

Das Landesjagdgesetz NRW erlaubt es den Unteren Jagdbehörden die Schonzeiten für bestimmte Gebiete oder einzelne Jagdbezirke insbesondere aus Gründen der Wildseuchenbekämpfung und Landeskultur, zur Beseitigung kranken oder kümmernden Wildes, zur Vermeidung übermäßigen Wildschäden, zu wissenschaftlichen Lehr- und Forschungszwecken, bei Störung des biologischen Gleichgewichts oder der Wildhege aufheben.

Von dieser Möglichkeit wird mit der nun ergangenen Allgemeinverfügung in erforderlichem Maße Gebrauch gemacht. Diese Vorgehensweise wird von der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadensverhütung ausdrücklich unterstützt. Die Jagdausübungsberechtigten und die Jagdrechtsinhaber können somit Schwarzwild weiter intensiv bejagen.