Schulklassen bestehen heute nicht mehr nur aus deutschsprachigen Kindern, sie sind multikultureller geworden. Mehrsprachigkeit ist damit eine der wohl wichtigsten Ausgangsbedingungen schulischen Handelns.

Mitarbeiterinnen des KI und der beteiligten Schulen
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André Sicks

v.l.n.r.: Yvonne Rogoll (KI Rhein-Erft-Kreis), Angela Langner (Rektorin Johannes Gutenberg-Schule), Melanie Greßer und Annika Scarano (Schule am Schwarzwasser Bergheim-Ahe)

Die Vermittlung von Deutsch als Zweit- und Bildungssprache spielt selbstverständlich eine entscheidende Rolle. Aber auch alle anderen Sprachen, die die Kinder sprechen, sind wertvolle persönliche Ressourcen. In der Vergangenheit wurden die Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen in diesem Bereich jedoch zu wenig genutzt und gefördert.

Um dieses Versäumnis zu korrigieren, wurde das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte MIKS-Projekt (Mehrsprachigkeit als Handlungsfeld interkultureller Schulentwicklung) entworfen. Mit dem Start in Nordrhein-Westfalen beteiligten sich auch Einrichtungen im Rhein-Erft-Kreis am Projekt: das Kommunale Integrationszentrum des Kreises (KI) koordiniert und begleitet die Teilnahme der Johannes-Gutenberg-Grundschule in Wesseling und der Grundschule am Schwarzwasser in Bergheim-Ahe. Die wissenschaftliche Begleitung leistet die Universität Hamburg.

Die Fachkräfte des KI werden in Zusammenarbeit mit den Lehrerinnen und Lehrern sowie den Kräften des Offenen Ganztags an den beteiligten Schulen über zwei Jahre Konzepte und praktische Lerneinheiten zum Umgang mit Mehrsprachigkeit konzipieren, erproben und evaluieren. Ziel ist es, die Mehrsprachigkeit im Unterricht und im Schulalltag als große Bereicherung zu verstehen und sie als Hilfe im Umgang mit einer multikulturellen Elternschaft sowie als Brücke zu einer breiteren gesellschaftlichen Verankerung der Schulen zu nutzen. Die Ergebnisse sollen nach 2019 auch Eingang in den Unterricht aller anderen Grundschulen im Kreis finden.