In diesem Bereich werden entlang der Bildungskette - von der Kindertageseinrichtung bis zur beruflichen Weiterbildung an der Abendschule - Bildungsprozesse angestoßen und begleitet. Beratung und Vernetzung der verschiedenen Institutionen stellen dabei wichtige Werkzeuge im Bildungsbereich dar.

Bild mit Schülern am Computer
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Frühe Bildung

Das Kommunale Integrationszentrum des Rhein-Erft-Kreises engagiert sich im Bereich der Frühen Bildung mit dem Ziel, Kinder mit Migrationshintergrund zu fördern, um so die bestmöglichen (Start-)Bedingungen für ihre Zukunft zu schaffen. Damit dies gelingen kann, werden vor allem die Eltern als wichtige Bezugspersonen mit in den Blick genommen und in ihrer Erziehungskompetenz gestärkt.

Griffbereit

Griffbereit ist ein Sprach- und Elternbildungsprogramm, welches sich an Kinder zwischen dem 1. und 3. Lebensjahr sowie deren Eltern richtet. Ziel des Programms ist es, die Kinder in ihrer Sprach- und ganzheitlichen Entwicklung zu fördern. Dabei wird Mehrsprachigkeit immer als Potenzial der Kinder wahrgenommen.

Über einen Zeitraum von einem Jahr kommen Eltern und Kinder einmal wöchentlich in der Griffbereit-Gruppe zusammen. Dort wird sowohl auf Deutsch, als auch in der Familiensprache gemeinsam gespielt, gebastelt und musiziert. Spielerisch wird so die frühkindliche Entwicklung gefördert und eine wichtige Grundlage zum Erwerb von Sprachkompetenz gelegt. Dabei erfahren die Eltern, wie sie ihre Kinder in der allgemeinen und sprachlichen Entwicklung stärken können.

Das Programm kann in Kindertageseinrichtungen, Familienzentren, Familienbildungsstätten und Migrantenorganisationen durchgeführt werden.

Rucksack KiTa

Rucksack KiTa ist ein Sprach- und Elternbildungsprogramm, welches sich an Kinder zwischen dem 4. und 6. Lebensjahr, deren Eltern sowie an die Mitarbeiter von Kindertageseinrichtungen oder Familienzentren richtet. Dabei steht sowohl die deutsche als auch die Familiensprache im Fokus. Mehrsprachigkeit wird hier als zu förderndes Potenzial anerkannt und wertgeschätzt.

Über den Zeitraum von einem Jahr treffen sich die Eltern wöchentlich in der Kindertagesstätte bzw. dem Familienzentrum mit einem/einer Rucksack-Elternbegleiter/-in in der Gruppe. Die Gruppe ist ein Ort des Austauschs, an dem die Eltern unterschiedlichste Fragen zur Erziehung, aber auch zum deutschen Bildungssystem stellen können. Außerdem werden Übungsblätter zu Themen wie Körper, Kleidung oder Medien-Erziehung vorgestellt, welche Eltern und Kinder im Laufe einer Woche in ihrer Familiensprache zu Hause bearbeiten.

Parallel dazu erfolgt die Förderung in der deutschen Sprache in den Einrichtungen. Hierzu werden in der KiTa passende Aktivitäten zu den gleichen Themen in deutscher Sprache geplant.
Da die Förderung der deutschen Sprache ein wichtiger Bestandteil des Programms ist, ist die Anbindung an eine Kindertagesstätte oder an ein Familienzentrum eine wesentliche Bedingung zur Umsetzung von Rucksack KiTa.

Interkulturelle Öffnung von Schulen

Das Kommunale Integrationszentrum des Rhein-Erft-Kreises bietet für Kollegien und weitere Beteiligte aller Schulformen des Kreises Unterstützung, Vernetzung und Beratung bei der Umsetzung von interkulturellen Projekten und Maßnahmen an.

Beratung zur interkulturellen Unterrichts- und Schulentwicklung

Das Kommunale Integrationszentrum des Rhein-Erft-Kreises bietet zu den Themen „Durchgängige Sprachbildung und Sprachsensibilität“, „gelebte Mehrsprachigkeit“, „Elternarbeit bzw. Bildungspartnerschaften“, „Interkulturelles Lernen“ sowie „Ehrenamt macht Schule“ Beratungsmöglichkeiten. Dabei steht die Begleitung und Moderation von interkulturellen Schulentwicklungsprozessen aller beteiligten Akteure im Mittelpunkt.

Arbeitskreise für Hauptamtliche im Schulbereich

Heterogene Lerngruppen sind seit Jahren „Normalität“ in vielen Klassenzimmern. Mit Blick auf die Zuwanderung stehen alle Schulen vor der Herausforderung, mit den wachsenden Zahlen der neuzugewanderten Schüler/-innen umzugehen.

Durch die Initiierung und Implementierung von zwei Arbeitskreisen möchte das Kommunale Integrationszentrum die Möglichkeit zum fachlichen Input und zum kollegialen Austausch geben sowie die Vernetzung aller Beteiligten unterstützen.

Die folgenden Arbeitskreise, die sich als kreisweite Netzwerke verstehen, tagen drei- bis viermal im Jahr im Kreishaus. Einladungen erfolgen über die Schulen.

Der Arbeitskreis „ChikS - Chancen im interkulturellen Schulalltag - richtet sich an Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter/-innen und Mitarbeiter/-innen im Offenen Ganztag (OGS) von Grund- und Förderschulen.

Interkulturelle Projekte an Schulen

Das Kommunale Integrationszentrum des Rhein-Erft-Kreises begleitet in den verschiedenen Handlungsfeldern des Schulalltages interkulturelle Projekte. Dabei ist die Kooperation mit Vereinen, Universitäten und unterschiedlichen Bildungseinrichtungen grundlegend.

Folgene Projekte werden aktuell durchgeführt:

  • Mädchen am Ball (Fußball-Arbeitsgemeinschaften im Grundschul- und Unterstufenbereich, die von älteren Schülerinnen betreut werden)
  • Lebensweltliche Mehrsprachigkeit in der Migrationsgesellschaft (MIKS, Pilotprojekt unter wissenschaftlicher Begleitung der Universität Hamburg mit zwei Grundschulen im Kreis)
  • Studierende unterstützen (Kooperationsprojekt der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, der Kommunalen Integrationszentren des Rhein-Sieg-Kreises und des Rhein-Erft-Kreises, bei dem Lehramtsstudent/-innen ein Praktikum in „Internationalen Förderklassen“ an Schulen im Kreis absolvieren)

Mediathek (Open-Biblio Program)

Das Kommunale Integrationszentrum bietet eine Vielzahl an Lehrwerken und Fachliteratur zu Themen wie „Deutsch als Zielsprache“, „Interkulturelles Lernen“, „Mehrsprachigkeit“, Sprachsensibilität und durchgängige Sprachbildung“ sowie weitere interessante Bücher für die Arbeit mit Zugewanderten entlang der Bildungskette.

Bei Interesse können Sie gern einen Termin im Kreishaus oder in Ihrer Institution zu einem beratenden Gespräch und zur Ansicht der Publikationen vereinbaren.