Für einige Anwesen in ländlichen Gebieten des Rhein-Erft-Kreises ist ein Anschluss an die städtische Kanalisation unverhältnismäßig aufwendig und teuer.

Bild über Kläranlagen, Reinigung und Aufbereitung von Wasser
©

Fotoschlick, fotolia.de

Diese abgelegenen Höfe leiten ihr Abwasser in eine sog. Kleinkläranlage ein, die - ähnlich wie ihre großen Verwandten in den Städten - das Abwasser reinigt und anschließend in den Untergrund versickert.

Voraussetzung für eine Kleinkläranlage als Dauerlösung ist ein Standort außerhalb von im Zusammenhang bebauten Grundstücken, für die im Abwasserbeseitigungskonzept der Gemeinden kein Kanalanschluss vorgesehen ist. Bei landwirtschaftlichen Betrieben kann auch die Pflicht zum Abfahren des anfallenden Schlamms übertragen werden.

Kleinkläranlagen müssen nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik betrieben werden, die mit der DIN 4261 geregelt werden. Für Kleinkläranlagen in Wasserschutzgebieten gelten besondere Anforderungen. Die Anlage muss zudem regelmäßig gewartet und entsorgt werden.

Zu den allgemein anerkannten Regeln der Technik gehört eine ausreichende Bemessung der Anlage: je angeschlossener Wohneinheit bis 60m² werden mindestens zwei Einwohnerwerte angesetzt, bei Wohneinheiten über 60m² werden mindestens vier Einwohnerwerte gerechnet. Für nicht zu reinen Wohnzwecken genutzte Gebäude wie Vereinshäuser, Gaststätten, etc. gibt es spezielle Ansätze.

Die Vorklärung des Abwassers erfolgt in einer Dreikammergrube, die je Einwohnerwert ein Nutzvolumen von 1.500 l und ein Gesamtnutzvolumen von mindestens 6.000 l haben muss. Das Abwasser wird beim Durchfließen dieser Kammern beruhigt, feste Stoffe können sich absetzen und später als Schlamm entfernt werden.

Nach der Vorreinigung muss das Wasser vollbiologisch gereinigt, d.h. mit Abwasserbelüftungkann in Belebungsanlagen, Tropf- oder Tauchkörper geleitet werden. Naturnahe Reinigungsverfahren sind Pflanzenkläranlagen oder Abwasseteiche.