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Waffen- und Munitionssammler

  • Kategorie(n):
  • Museen/Sammlungen
  • Heimatkunde und Geschichte

Waffen und Munition als - Kunstgegenstände - Geschichtsdokumente - Forschungsobjekte. Wir sind eine Gruppe von organisierten Sammlern aus dem Rhein-Erft-Kreis und Köln

Kontakt:

  • Herr Gregor Wensing
    Johann-Schmitz-Platz
    50226 Frechen
    Tel.: 0221-5901644
    Fax: 0221-5908485
    E-Mail: erftkreis-sammler@web.de

Spendenübergabe

Spendenübergabe
Hans Techel, Karin Brings sowie ganz rechts Johann Schneider von den Organisatoren überreichen nach der Ausstellung "Im Dienste der Sicherheit - Polizei in Deutschland nach 1945" im April 2006 Karl-Heinz Holtheuer vom "Familien- und Krankenpflegeverein Köln-Pesch e.V." die Spendenbox mit ca. 370€.

Schiavona

Schiavona
Der typische Korb als Handschutz bei einer Schiavona - ein Exemplar aus unserer Ausstellung im Rahmen des Pulheimer Stadtfestes 2008

Eine venezianische Schiavona

Eine venezianische Schiavona
Die langgestreckte Form und der typische Griffkorb weisen auf ihren norditalienischen Ursprung hin - ein weiteres Exemplar aus unserer Ausstellung im Rahmen des Pulheimer Stadtfestes 2008

Die Pistole 08 - unverkennbar in ihrer Silhouette

Die Pistole 08  - unverkennbar in ihrer Silhouette
Ausstellung 30. und 31. August 2008 in Köln-Esch: In zwei Weltkriegen und während fast 40 Jahren war die am 31. August 1908 eingeführte Pistole 08 Ordonnanzwaffe der deutschen Streitkräfte sowie Dienstwaffe der Polizei der Weimarer Republik, des III.Reiches - und der DDR.

Preußenausstellung in Pulheim

Preußenausstellung in Pulheim
Alltagsgegenstände und Waffen - allesamt Zeugen der Zeitgeschichte. Ein breites Spektrum an Exponaten entführte die Besucher in 100 spannende Jahre rheinisch-preußischer Geschichte.

Preußenausstellung in Pulheim

Preußenausstellung in Pulheim
Eine Munitionskiste des Deutschen Schützenbundes von 1929 mit abgeschossenen bzw. gezünderten Hülsen der Schützenpatrone "8,15 x 46R Modell Frohn".

Plakat zur Ausstellung \"Altbewahrtes\"

Plakat zur Ausstellung \
... man sieht, wir haben auch einen Grafiker in unserer Sammlergruppe ...

Tag des Forts

Tag des Forts
Einige frühe Faustfeuerwaffen und Handgranaten der preußischen Streitkräfte

Pulheimer Stadtfest 2009

Pulheimer Stadtfest 2009
Interessierte Besucher umlagerten quasi ständig unsere Präsentation

Altbewahrtes in Pulheim

Altbewahrtes in Pulheim

Eine deutliche Warnung: Diese Mauser-Pistole ist nahezu 100 Jahre alt; sie liegt vor den Resten einer ähnlich betagten Schwester, die dem Wahn zum Opfer fiel, man könne die Innere Sicherheit durch die Vernichtung von Antiquitäten verbessern.


Weitere Informationen

Treffen an jedem 1.Mittwoch im Monat ab 19:00 Uhr im HAUS FRECHEN - Schützenhaus -, Johann-Schmitz-Platz, 50226 Frechen.


Jeder Gast, der sich seriös für die Technik und Geschichte von Waffen und ihrer Munition interessiert, ist herzlich willkommen. Vorkenntnisse sind nicht zwingend notwendig, sondern nur das ernsthafte Interesse an der Thematik des 'ältesten Begleiters des Menschen' durch seine Geschichte sollte vorhanden sein. Die Teilnehmer des Sammlertreffs sind Mitglieder des Kuratorium zur Förderung Historischer Waffensammlungen e.V. sowie der Patronensammlervereinigung e.V. und anderer nicht ausschließlich sammlerisch orientierter Gruppierungen, die sich zum regelmäßigen Gedankenaustausch treffen. ==================================================


                                          AKTIVITÄTEN  


 


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                                   AUSBLICKE 


 


 


Wir werden erneut beim Pulheimer Stadtfest am Samstag, 10. Juli 2010 von 10:00 - 19:00 Uhr präsent sein (vgl.: http://www.pulheim.de/leben_arbeiten/kultur/stadtfest/?id=2392) und in der Ausstellung „Als der Westen noch wild war“ mit Gegenständen aus der us-amerikanischen Geschichte im mittleren 19. Jahrhundert an die Epoche erinnern, in der den Indianern ein ganzer Erdteil weggenommen wurde.


 


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                                   RÜCKBLICKE 


Am Wochenende des  5. und 6. Juni 2010 fand unter der Schirmherrschaft des Kölner Regierungspräsidenten Hans Peter Lindlar die Veranstaltung „2000 Jahre befestigtes Köln“  mit 30 Attraktionen bzw. Aktivitäten an verschiedenen Stellen statt (vgl.: http://www.fortis-colonia.de/). Wie nun zu erfahren war, hat wohl das Fort X von all den vielen Veranstaltungen den größten Publikumszulauf gehabt - was sicherlich auch unserer Präsentation geschuldet ist, denn viele Besucher kamen auf Anregung von Freunden oder Angehörigen zu uns.


Denn wir waren auch dabei und haben im Fort X (am Neußer Wall) eine Ausstellung mit preußischen Hand- und Faustfeuerwaffen gezeigt, wie sie in der Zeit von 1815 – 1918 von den in Köln stationierten Truppenteilen verwandt wurden. Die Palette der Langwaffen reichte von Musketen mit Stein- und Perkussionsschloss (ein Reparaturgewehr 1809/13 und ein Gewehr U/M) zum Zündnadelgewehr M/41 und weiter zu den Systemen für Metallpatronen M/71, M 71/84, 88 und 98.


An Faustfeuerwaffen lagen die Kavalleriepistole M/50, die beiden Reichsrevolver M/79 und M/83 sowie die Pistole 08 in der Normalausführung wie auch als Lange Pistole 08 aus.


Zu allem kam noch das entsprechende Zubehör wie Patronentaschen, Zeichnungen bzw. Modelle der verwendeten Patronen, Futterale und Anschlagschaft. Die dazugehörigen Seitengewehre waren selbstredend auch dabei – Anlass für die Frage, warum eine Blankwaffe denn als „Gewehr“ bezeichnet wird und warum man denn nicht einfach „Bajonett“ zu allen Stoßwaffen sagen darf, die man an einem Gewehr resp. Karabiner befestigen („aufpflanzen“) kann*.


Abgerundet wurde diese Präsentation durch Bild- und Textmaterial zur Kölner Militärgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert.


Unsere Freunde vom  Offizierverein der Deutschen Armeekorps 1914 e.V. , welche mit Idealismus dabei sind, das Fort X zu restaurieren, leiteten an diesen Tagen zahlreiche Führungen (in zeitgenössischen Uniformen) durch das Innere des Forts und die Außenanlagen. Am Sonntagabend konnten sie hochzufrieden von mehr als 1.100 Besucher berichten. Zwar war nicht jeder Besucher auch in unsere Ausstellung gekommen, aber dennoch herrschte in unseren Räumen ebenso ein reger Andrang.


Ein derart großes Interesse der Bürger an der Geschichte ihrer Stadt sowie an der Bewaffnung der preußischen Streitkräfte hatten wir uns alle in unseren kühnsten Träumen nicht ausgemalt – wir hatten kaum Gelegenheit zum Essen und Trinken, da immer wieder Fragen zu Technik, Taktik, Kriegs- und Sozialgeschichte u.a.m. zu beantworten waren.


Fazit: Das Interesse an der Waffen- und Munitionstechnik und –geschichte wächst und immer mehr Bürger nähern sich uns unvoreingenommen.


 


 


* Die Bezeichnung „Seitengewehr“ leitet sich aus alter Zeit ab, als das Wort „Gewehr“ (man findet den Wortstamm „wehren“ darin) die Waffe an sich bezeichnete und man zwischen dem „Obergewehr“ (Lanze, Spieß, Hellebarde und ihre Abarten) und dem „Untergewehr“ (Säbel, Schwert, Dolch, etc.) unterschied. Die Stangenwaffen, welche dem Träger eine größere Reichweite und damit Schutz vor der Kavallerie verliehen, verloren mit Aufkommen der Feuerwaffen ihre Bedeutung, während sich die Hieb- und Stoßwaffen bis zum Ersten Weltkrieg behaupten konnten. Das „Obergewehr“ wandelte sich zum „Gewehr“ als Bezeichnung für lange Schusswaffen, während das „Untergewehr“ zum „Seitengewehr“ wurde. Um den Infanteristen mit ihren einschüssigen und in der Vorderladerzeit  nur sehr langsam zu ladenden Gewehren Schutz vor heranpreschender Kavallerie zu bieten, wurde Mitte des 16. Jahrhunderts das „Bajonett“ erfunden, ein langer Dorn aus Eisen, der zunächst in die Mündung gesteckt („Spundbajonett“) und später an einer Vorrichtung am Lauf („Dillenbajonett“) befestigt wurde. Diese Bajonette waren lediglich zum Stich geeignet und stellten – am Gewehr befestigt – einen Lanzenersatz zum Schutz vor allem gegen angreifende Kavallerie dar. Mitte des 19. Jahrhunderts dann verlieh man der seitlich getragenen Blankwaffe eine Nut im Griffstück, mit deren Hilfe diese wie ein Bajonett an dem Gewehr befestigt werden kann. Das „Seitengewehr“ ist also eine Blankwaffe, welche einen größeren Einsatzraum besitzt als ein Bajonett – und das zudem bei spezialisierten Truppen („Genietruppen“, später „Pioniere“) als Werkzeug einzusetzen war (z.B. „Faschinenmesser“).


 


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Altbewahrtes  Sammelobjekte erzählen Geschichte(n) im Kultur- und Medienzentrum der Stadt Pulheim, Steinstraße, 50259 Pulheim am 01. und 02. Mai 2010.


Vorab: mehr als 600 Besucher ließen fast 900 €uro Spenden an den Fonds „Cents für Pänz“ fließen! Wieder eine Wiederholung ... aber lediglich der Idee, denn neue Mitaussteller und neue Exponate brachten eine völlig andere Ausstellung zusammen als vor zwei Jahren in Köln-Esch.


Auch diese Ausstellung war wieder ein voller Erfolg: Der Landrat des Rhein-Erft-Kreises Werner Stump (CDU), der Pulheimer Bürgermeister Frank Keppeler (CDU) und der Pulheimer Kulturdezernent Florian Herpel (SPD) stellten uns in ihren Grußworten für die Begleitschrift ein gutes Zeugnis aus und wiesen damit jene in die Schranken, welche unsere kulturpolitisch wichtige Tätigkeit immer wieder in ein schlechtes Licht zu rücken versuchen. Unser Dank gilt daher diesen drei Politikern, die uns so den Rücken stärken, weiterhin historisch-technische Themen einem breiten Publikum zu präsentieren. Unter diesem befanden sich mit Gabriele Molitor (FDP) und Willy Zylajew (CDU) auch zwei Abgeordnete, die den Erftkreis im Deutschen Bundestag vertreten.


 


Wir hatten in unserem Umfeld Sammlerfreunde gebeten, die wichtigsten Stücke ihrer Sammlungen auszustellen und deren allgemeine wie auch die spezielle Geschichte niederzulegen. Rund 30 Sammler waren diesem Aufruf gefolgt: Entsprechend bunt und vielseitig – und damit auch anspruchsvoll – war daher diese Ausstellung.


 


Begrüßt wurden die Besucher schon auf dem Vorplatz des Dr.Hans-Köster-Saales von Autos des „Ford Oldtimer- und Motorsport Club Cologne e.V.“, die in wechselnder Besetzung einen Streifzug durch 70 Jahre Automobilgeschichte erlaubten. Hatte der Geschichtsinteressierte die Freitreppe überwunden, so empfing ihn noch in der Halle Musik aus historischen Grammophonen des frühen 20. Jahrhunderts – selbstverständlich von ebensolchen Schallplatten und anderen Tonträgern abgespielt. Der Initiator des zukünftigen Dormagener Grammophon-Museums (Eröffnung am 20. Juni 2010 um 11:00 Uhr  - http://www.boogie-friends.de/News/news.html) ließ so u.a. Enrico Caruso erklingen – auf einer Originalschallplatte und einem zeitgenössischen Abspielgerät: Besser war der Eindruck nicht zu vermitteln, den unsere Urgroßväter und –mütter empfanden, wenn Anfang des 20. Jahrhunderts ein Musikabend angesagt war. Ebenfalls vor dem Eingang zum eigentlichen Kultur- und Medienzentrum ließen 6 Motorräder aus der Zeit zwischen 1924 und 1961 die Augen der Besucher glänzen.


Nicht allein Kinderaugen wurden groß beim Betrachten der Vitrinen mit exotischen - heute artgeschützten - Schmetterlingen, die man allenfalls sonst in großen Naturkundemuseen finden kann.


Weiter ging der Rundgang vorbei an Silberstiftzeichnungen von vier Generationen einer sächsischen Kaufmannsfamilie aus dem frühen 20. Jahrhundert hin zu wertvollem Porzellan namhafter in- und ausländischer Manufakturen (Königszelt, Fürstenberg, Herend, Limoges, Lomonosov u.a. mehr) und Glaskunst aus der kurzen aber gestaltungsreichen Epoche des Jugendstils.


Hauswirtschaftliches Gerät des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts erzeugte bei so manchem Besucher ein Déja-Vue-Erlebnis: „Das kenne ich doch noch …“. Sehr lebendig wurde es am Stand der Trachtensammler aus der hessischen Schwalm, hatten die Aussteller doch nicht allein Schaufensterpuppen drapiert sondern sich auch gleich selber in die Tracht geworfen.


Wichtige Exponate aus der Entwicklungsgeschichte des Radios fanden sich neben mechanisch funktionierenden Apparaturen aus dem Bereich der Fernmeldetechnik – zwei Sammelgebiete, deren Gegenstände mit der Einführung elektronischer Geräte quasi über Nacht überholt waren. Dasselbe Schicksal ereilte die Hilfsmittel früherer Schülergenerationen (Logarithmentafeln, Rechenschieber, -walzen und –uhren). Apropos Uhren: Freunde von Taschenuhren kamen ebenso auf ihre Kosten wie diejenigen von Kamin- und Reiseuhren.


Aber waren die Organisatoren des Spektakels nicht Waffen- und Munitionssammler? Natürlich nahmen unsere Exponate den breitesten Raum ein  – ist ja auch die Spanne der Themen, welche wir rheinländischen Sammler bearbeiten können, recht groß.


So wurde der Besucher in die Zeit eines Wolfgang Amadeus Mozart zurückversetzt, als Dame und Herr beim Flanieren zwei obligate Akzessoires trugen: Galanteriedegen und Fächer. Zwar auch als Waffe einzusetzen war der Galanteriedegen des Rokoko mehr ein Statussymbol, welches der Umgebung den gesellschaftlichen Platz und den finanziellen Hintergrund des Trägers zeigte – und so der Damenwelt Hinweise gab, ob und wie sie ihren Fächer als Signalgeber einsetzen sollte …


Korbschwerter („Schiavona“) der Leibgarde des Dogen von Venedig aus der Zeit von 1600 – 1750 stellten die insgesamt ältesten Exponate dar – die seltensten dagegen waren Waffen des berühmten Karabinierkorps des Herzogtums Schaumburg-Lippe, welches selbst in seiner bedeutendsten Zeit lediglich aus maximal 90 hervorragend trainierten Soldaten bestand, deren militärische Aktionen im mittleren 18. Jahrhundert ihnen bei den Franzosen den respektvollen Namen „Les Diables de Buckbourg“ einbrachten. Die komplette Ausrüstung eines solchen Jägers – bei uns zu sehen - dürfte kein öffentliches Museum besitzen.


Viele Besucher schreckten zuerst zurück: Handgranaten sind nun wirklich optisch nicht schön und von ihrer Zweckbestimmung her auch durchaus furchteinflößend. Aber mit einer einfühlsamen und faktenreichen Erklärung (welche im Übrigen alle Aussteller den Besuchern boten) erkannten die meisten, dass auch diese Relikte unserer Geschichte des Aufhebens wert sind – zumal gerade die älteren Exponate sehr selten sind, da sie immer nur zum Einmalgebrauch gedacht waren ...


Erwecken Handgranaten schnell Vorstellungen von (Graben-)Krieg, Tod und Verwüstung, so lassen Kleinstbildkameras Visionen von geheimnisvollen Aktionen dunkler Figuren entstehen. Dabei war eine geheimdienstliche Verwendung dieser Fotoapparate sicherlich eher die Ausnahme – und die erste Zielgruppe des Erfinders der MINOX-Kamera war sicherlich der Fotofreund, der mit einer kleinen und leichten aber dennoch leistungsfähigen Kamera überall Schnappschüsse machen konnte. „Schnappschüsse“ … natürlich ist es ein Mitglied unserer Sammlergruppe, welches als zweites Standbein eine MINOX-Kollektion pflegt.


Mit „Schutz und Trutz aus alter Zeit“ waren die Vitrinen überschrieben, in denen verschiedene Helme des 16. bis zum frühen 17. Jahrhunderts ausgestellt waren; ihnen gegenüber standen mit Säbeln, Degen und Schwertern Angriffswaffen aus zweihundert Jahren und von zwei Kontinenten.


Dass auch „Kleine Kaliber“ sammelwürdige Schusswaffen darstellen, belegten die liebevoll zusammengestellten Vitrinen mit kleinkalibrigen Kurz- und Langwaffen zusammen mit entsprechendem Zubehör (Kästen, Zielfernrohre, Einstecksysteme, Bedienungsanleitungen, etc.) behördlicher und ziviler Herkunft.


Ein Sammlerfreund aus Osnabrück bereicherte nicht zum ersten Mal eine unserer Ausstellungen. Er zeigte nicht allein seltene Grubenlampen, mit welchen die Bergleute seinerzeit "unter Tage" gingen, sondern vor allem hervorragend erhaltene Handfeuerwaffen englischer Provenienz aus der Blütezeit des British Empire. Die ausgestellten Stücke sind im gerade erschienen Buch unseres Sammlerfreundes abgebildet. Auch ein französischer Militärrevolver aus unserer Ausstellung war Fotomodell für ein anderes Standardwerk, dasjenige über europäische Militärrevolver: in unserer Ausstellung sah er sich friedlich in der Vitrine ruhend seinem „Konkurrenten im Schützengraben“ – der deutschen „Lange Pistole 08“ gegenüber.


Unter „Waffen die Leben retten“ stellt sich der Laie regelmäßig polizeiliche Scharfschützenwaffen vor, mit denen – um eben das Leben Unschuldiger zu retten – das eines Straftäters ausgelöscht wird. Weit gefehlt: Leucht- und Signalmittel sind oftmals die letzte Möglichkeit, auf Notlagen aufmerksam zu machen und manchmal bedarf es eines Leinenschussgerätes, um Menschen von havarierten Schiffen zu bergen. Alle diese Gegenstände werden in Deutschland als „Schusswaffe“ eingestuft und unterliegen denselben überstrengen gesetzlichen Bestimmungen wie Sport- oder Jagdwaffen. Darauf hinzuweisen hatten die Sammler viel Mühe verwandt und dem Besucher über ausführliche Erklärungen dargelegt, wie hürdenreich und dornig doch der Weg ist bis zum legalen Besitz einer Schusswaffe und welche Probleme auch danach noch auf den Legalbesitzer warten – und wie unbeschwert es sich doch lebt, wenn man eine behördlich nicht bekannte (= illegale) Waffe besitzt, denn alle Maßnahmen zur „Verbesserung“ der „Inneren Sicherheit“ setzen am sicherheitspolitisch irrelevanten legalen Waffenbesitz an.


Dass jemand das Erbe seiner Altvorderen ehrt, ist heute leider keine Selbstverständlichkeit mehr; ein Mitglied unserer Gruppe hat sich diesem ehrenden Andenken aber verschrieben und sammelt Zündnadelwaffen, deren System sein Ururgroßvater im frühen 19. Jahrhundert erfunden und welches damals Preußen die militärische Vormachtstellung in Europa verschafft hatte.


Auch eine junge Dame aus unserem Sammlerkreis, die das Erbe ihres waffensammelnden Vaters angetreten hat, ehrte dessen Andenken, indem sie eine Palette von 6 Kurzwaffen präsentierte, die sie mit weiblicher Intuition ausgesucht hatte – was auch den „alten Hasen“ unter uns einen neuen Blickwinkel erschloss, unter dem man Sammelobjekte betrachten kann.


Und noch eine Ehrerbietung: mit „In Memoriam“ erinnerte ein Sammler an seine Mentoren, die ihn auf seinem sammlerischen Weg begleitet und geführt hatten und die auf der Endstrecke ihres Lebens Gegenstände aus ihren Kollektionen in jüngere Hände geben wollten – nicht, um im Herbst des Lebens noch einen großen Gewinn abzuschöpfen, sondern um im Bewusstsein aus diesem Leben scheiden zu können, dass ihre Sammelobjekte „in guten Händen“ ruhen und so vor behördlichem Vandalismus bewahrt sind. Denn dieser Vandalismus konnte in einer weiteren – der vielleicht wichtigsten – Vitrine eindringlich dokumentiert werden. Der unbedarfte Besucher eines Museums aber auch einer privaten Sammlung wird von der Vielzahl der Exponate beeindruckt -  und verliert dabei leicht die Vorstellung, dass die präsentierten Gegenstände nur wenige von einstmals vielen sind, welche die Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte überstanden haben. Letztlich vermag nur privates Engagement Relikte der menschlichen Geschichte zu bewahren: Anschaulich wurde dies vor Augen geführt durch das Nebeneinanderliegen von hochwertigen Exponaten aus Privatsammlungen und Vergleichsstücken, die schicksalhaft (z.B. bei Verlust), durch Unachtsamkeit (z.B. wegen mangelnder Pflege in behördlichen Arsenalen oder Museen) oder gar durch Vorsatz (behördlich angeordnete Vernichtung von Antiquitäten) ihren kulturhistorischen Wert eingebüßt hatten.


Eine deutliche Warnung war das Ausgusspräparat einer eingeschmolzenen Mauser C96 mit Anschlagkasten und Lederberiemung, die – mittlerweile fast 100 Jahre alt – in vergangenen Jahr auf dem Altar der „Inneren Sicherheit“ geopfert worden war. Ein nahezu makelloses Vergleichsstück von 1916 (aus Privathand) daneben zeigte dem interessierten Besucher eindringlich, welch ein kulturhistorischer Schatz hier sinnlos zerstört worden ist.


 


Kommt Ihr im nächsten Jahr wieder?“ war eine der häufigsten Fragen.


Gern – bei diesem Publikum und dieser politischen Rückendeckung!


                         

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Auch beim Pulheimer Stadtfest am Samstag, 27. Juni 2009 war unsere Sammlergemeinschaft wieder vertreten. In einer kleinen Präsentation wurden Vorderladersysteme aus dem frühen 17. bis zum frühen 19. Jahrhundert gezeigt, nämlich - Luntenschloss - Radschloss - spanisches Schnapphahnschloss - klassisches (französisches) Steinschloss - Perkussionsschloss inclusive zeitgenössischem Zubehör. Das bindende Element dieser Systeme (ausgenommen die Perkussionszündung, die erst im frühen 19. Jahrhundert erfunden wurde) war der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648), der wie kaum ein anderes Ereignis der Vergangenheit Religion, Kultur, Geografie und Machtverhältnisse aber auch Bildung und Sitten in Europa beeinflusst hat. So war das Foyer des Rathauses wieder ein Ort Information und der Diskussion über die älteste kulturelle Errungenschaft des Menschen und ihren Einfluss auf die (Technik-)Geschichte. Bedauerlich war erneut, dass die Ortszeitschriften Pulheimer Stadtblatt und Pulheimer Wochenende trotz gezielter Ansprache und Bitte keinen Hinweis auf unsere historische Ausstellung gebracht hatten, so dass mangels Information vielen Bürgern der Ausflug in die Geschichte Mitteleuropas leider verwehrt blieb. ================================================== Tag des Fort X  - 13. Juni 2009 Die Gruppe, welche sich ehrenamtlich um die Restaurierung des Fort X am Neusser Wall/Innere Kanalstraße kümmert, lud am 13.06.2009 zu einem "Tag des offenen Forts" ein (http://www.ag-festung-koeln.de/). Die Bitte ging an uns, eine kleine Präsentation preußischer Waffen zu  machen - gern kamen wir dem nach mit einer Vitrine für 7 Faustfeuerwaffen und 6 Handgranaten sowie einer Stellwand für 4 Gewehre und 1 Karabiner.Es herrschte großer Andrang - und wieder waren es die (natürlich entschärften) Handgranaten, welche das größte Publikumsinteresse auf sich zogen.


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Als wir Rheinländer preußisch waren                                                                                                                      


14. und 15. März 2009, 10:00 – 18:00 Uhr


Kultur- und Medienzentrum der Stadt Pulheim (Dr-Köster-Saal)                       Steinstraße                       


Eigentlich hatten wir uns ja geschworen, keine Ausstellung zu wiederholen, um keine Aufgüsse zu produzieren, welche unserem Anspruch an uns selber nicht gerecht geworden wären.


Eigentlich …


Als aber dann die Stadt Pulheim in Person ihres Bürgermeisters Dr. Karl August Morisse und des Kulturdezernenten Florian Herpel an uns herantrat mit der Bitte, doch unsere Preußenausstellung vom April des Jahres 2007 auch in Pulheim zu zeigen, bedurfte es keiner langen Diskussion, um von unserem Prinzip abzuweichen.


Aber einen simplen Abklatsch wollten wir nun nicht abliefern …


In 7monatiger Vorbereitungszeit wurde daher ein neues Konzept erarbeitet, welches zwar auf der Erfahrung der Ausstellung in Köln-Esch (siehe unten) basierte, aber neue Aspekte und neue Exponate beinhaltete und damit auch neue Mithelfer gewinnen ließ.


 


So konnten wir das Heimatmuseum Stommeln einbinden (siehe: http://www.stommeln.de/cgi-bin/stommeln-news/archives.pl?category=1&view=5-04 und http://www.in-pulheim.de/index.php?id=666), die St. Hubertus-Schützenbruderschaft Sinnersdorf gewinnen (http://www.schuetzen-sinnersdorf.de/news.php) und mit Herrn Werner Kauth einen weiteren heimatkundlichen Sammler ins Boot holen.


 


Belohnt wurde unsere Mühe durch rund 500 Besucher, die in das Kultur- und Medienzentrum fanden, obwohl mit Pulheimer Wochenende und Pulheimer Stadtblatt zwei Informationsträger ihre Unterstützung verweigert hatten: trotz mehrfacher Bitte wurde unsere Ausstellung nicht bekannt gemacht, ein Vorgang, der auf wenig Verständnis bei unseren Besuchern stieß.


Ganz anders verhielten sich dagegen Kölner Stadt-Anzeiger und Radio Erft, die in wohltuend sachlicher Information (das Drama von Winnenden hatte erst drei Tage zuvor stattgefunden!) dem Leser/Hörer Art und Zweck unserer Ausstellung nahe brachten.


 


Aber auch sonst zeigte sich die Presse von ihrer besten Seite (wie man unschwer nachlesen kann:


http://www.in-pulheim.de/index.php?id=57&tx_ttnews[pointer]=4&tx_ttnews[tt_news]=4398&tx_ttnews[backPid]=1316&cHash=c46b4848b6).


 


617 €uro flossen über Spenden und dem Erlös aus dem Verkauf unserer 100seitigen Begleitschrift sowie von Kaffee und Kuchen an den Fonds „Cents für Pänz“.


 


 Dieser Fonds stellt Mittel zur Verfügung, um Kindern und Jugendlichen bis zum vollendeten 16. Lebensjahr, die selber oder deren Eltern sich in einer vorübergehenden oder dauernden finanziellen und/oder sozialen Notlage befinden, die Teilnahme an pädagogisch sinnvollen und notwendigen Projekten und Maßnahmen zu ermöglichen.


Damit erfüllt dieser Fonds genau unsere Vorstellungen von Aktivitäten, die dem Gemeinwohl dienen.


Danken müssen wir an dieser Stelle den Bäckereien Kayser (Pulheim) und Meiners (Sinnersdorf), die durch ihre Kuchenspende ebenso Anteil am Zustandekommen dieser Spendensumme hatten wie Zillichs Biergarten/Bistro am See (Köln-Fühlingen), welcher den Kaffee und die dazugehörende Kaffeemaschine bereitstellte.


 


In welche Zeitspanne wir unsere Besucher entführten und was es alles zu sehen gab, ist weiter unten nachzulesen – eine Wiederholung ist überflüssig. Nur: es warteten ein paar Exponate und ein paar Themenbereiche mehr auf den Besucher.


 


Die Eröffnung der Ausstellung durch Herrn Bürgermeister Dr. Karl August Morisse war bereits ein markanter Höhepunkt: in Gegenwart lokaler Politprominenz stellte er in seiner Rede eindringlich klar, welch ein Gewinn die preußische Herrschaft gerade für die heruntergekommene Reichsstadt Köln gewesen ist – eine Anerkennung, die durch ihn als Preußen-Skeptiker noch an Wert gewinnt.


Diese Rede wollen wir Interessenten nicht vorenthalten.


Bleibt noch zu erwähnen, dass als Überraschungsgast mit Herrn Ulrich von Dreyse der Ururenkel des Erfinders des preußischen Zündnadelgewehres M/41, Nikolaus von Dreyse, anwesend war. Dieses Zündnadelgewehr spielte in der deutschen Geschichte eine herausragende Rolle, ist doch der Sieg der Preußen über die vereinigten Armeen Österreichs und Sachsens 1866 bei Königgrätz auf dieses Gewehr zurückzuführen. Dadurch wurde Preußen Führungsmacht in Deutschland und Bismarck konnte seine ‚kleindeutsche Lösung‘ zur Reichsgründen 1871 durchsetzen.


 Begrüßungsrede vom Bürgermeister Dr. Karl August Morisse  Meine sehr geehrten Damen und Herren !  Im Namen von Rat und Verwaltung, Herrn Beigeordneten Herpel und persönlich begrüße ich Sie herzlich zur Eröffnung der heutigen Ausstellung. Ich freue mich, dass Sie gekommen sind. Für an der Geschichte interessierte Rheinländer ist die Zeit, in der das Rheinland zu Preußen gehört hatte, eine spannende Zeit. Ich habe einen persönlichen Bezug zu ihr, weil ich Schüler am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Köln und zeitweilig Student an der Friedrich-Wilhelm-Universität in Bonn war. Die Preußen haben beide Institutionen kurz nach ihrem Einzug ins Rheinland gegründet.  Ich habe immer bedauert, zu wenig über die Preußenzeit zu wissen und war deshalb freudig überrascht, als ich 2007 zu der Ausstellung „Als wir Rheinländer preußisch waren“ ins Martinshaus der Kath. Pfarrgemeinde nach Köln eingeladen wurde. Da die Ausstellung nicht von Museumsfachleuten und ausgewiesenen Historikern geplant worden war, war nicht damit zu rechnen, dass sie besonders qualitätsvoll sein würde. Sie erwies sich jedoch als in jeder Hinsicht überzeugend. Es hat mich zutiefst beeindruckt, was die Veranstaltergruppe aus Mitgliedern des Kuratoriums zur Förderung historischer Waffensammlungen e.V. und der Patronensammlervereinigung e.V. zustande gebracht hatte. Meine spontane Hoffnung war, dass die Ausstellung auch einmal in Pulheim gezeigt werden würde. Sie geht heute in Erfüllung.  Eigentlich wollten die Organisatoren die Ausstellung nicht wiederholen. Da der Zuspruch vor zwei Jahren jedoch sehr groß gewesen war und sich viele Besucherinnern und Besucher die Ausstellung vermutlich noch ein zweites Mal ansehen möchten, und es andere gibt, die sie damals verpasst haben, wird sie nun erneut gezeigt. Ihr Konzept ist erheblich erweitert worden. Es konnten neue Sammler gewonnen werden und auch das Heimatmuseum in Stommeln hat sich eingereiht. Heute werden 300 Exponate aus 21 Sammlungen gezeigt.  Die Gruppe verfügt über eine große Expertise in Bezug auf historische Waffen und Munition. Bei ihren Ausstellungen wird sie durch Sammlerfreunde anderer Fachrichtungen unterstützt. Zu ihnen gehören Philatelisten, Orden- und Münzsammler, Sammler von haus- und landwirtschaftlichen Geräten sowie Unterstützer aus Polizei und Feuerwehr. Die Organisatoren haben eine Begleitschrift herausgebracht, die eine Fülle von wertvollen politischen und kulturellen Informationen aus der Zeit zwischen 1814 und 1918 enthält. Aus ihr zitiere ich zwei Sätze:  „Der Gegensatz zwischen Köln sowie weiteren Teilen des Rheinlandes und dem Preußischen Staat war denkbar groß. Eine wirtschaftlich und sozial fortgeschrittene, durch eine Revolution veränderte Gesellschaft stieß auf eine trotz aller Reformen konservative, noch weithin agrarisch verwurzelte Welt.“ Zu lesen ist zudem, dass die Kölner 1815 nicht gerade glücklich waren, Preußen zu werden. Die protestantische und im Osten liegende agrarische Militärmacht wurde am Rhein in der Tat als fremd empfunden. Befürchtet wurde, dass der Modernisierungsschub, der die revolutionären französischen Armeen und Napoleon dem Rheinland aufgezwungen hatten, an Kraft verlieren würde.  Zudem bereitete die finanzielle Lage Preußens große Sorgen. Es war im Krieg gegen Napoleon weitgehend zerstört worden. Zusätzlich musste der Staat gigantische Zahlungen an Napoleon erbringen. Der sarkastische Kommentar des Bankiers Abraham Schaffhausen zum politischen Geschehen lautete deshalb: „Jesses, Maria, Joseph, da hierode mer ävver in en ärm Familisch !“ An dieser Aussage sind zwei Dinge bemerkenswert: Zum einen hatte der Bankier hatte offenbar nicht erkannt, dass die ab 1806 durchgeführten preußischen Reformen sowie der Gebietserwerb im Westen zu einem ökonomischen Aufstieg Preußens führen würde. Zum anderen hatte er die triste Lage in Köln einfach ausgeklammert.  Aus der im Mittelalter glanzvollen Metropole war eine verarmte und heruntergekommene Stadt geworden. In ihr lebten 1799 40.000 (1814: 45.000) Menschen. 1 % gehörte zur Oberschicht und lediglich 10 % zur Mittelschicht. Im preußischen Magdeburg aber sah es erheblich besser aus. Dort gehörten (1812) 2,5 % zur Oberschicht und 25 % zur Mittelschicht. Napoleon hatte bei seinem zweiten Besuch in Köln im Herbst 1811 unerkannt die Elendsviertel der Stadt besucht. Er war so betroffen über die in Köln herrschende Armut, dass er spontan 12.000 Franc spendete. – Soviel zur sozialen Lage. Die moderne ökonomische Entwicklung mit ihren Manufakturen und bald auch Fabriken hatte in Köln nur wenig bewirkt. Das Klima in der Stadt war durch geistige Enge geprägt. Sie hatte u.a. dazu geführt, dass die Kölner Universität von den Franzosen geschlossen wurde. Dem reichsstädtischen Köln war es nicht gelungen, mit anderen Territorien des Reiches Schritt zu halten.  Dem Rheinländer wird eine skeptische Haltung gegenüber Preußen in die Wiege gelegt. Ich teile sie.  Eigentlich wollte Preußen die Macht am Rhein nicht übernehmen. Sein Ziel auf dem Wiener Kongress war, sich Sachsen einzuverleiben. Das ist ihm nicht gelungen. Stattdessen erhielt es für den Verlust von Gebieten im Osten u.a. Westfalen und das Rheinland. Seitdem bestand das preußische Staatsgebiet aus zwei nicht miteinander verbundenen Teilen. Die Staatenlenker hatten nicht erkannt, dass sie Preußen durch die Zweiteilung seines Gebietes auf die Bahn der Eroberung drängten. Wie Sie – meine sehr verehrten Damen und Herren - wissen, hat Preußen diesen Weg beschritten. Seine Bereitschaft, sich mit brutaler militärischer Gewalt rücksichtslos zu Lasten anderer zu vergrößern, ist für viele das typische Merkmal Preußens. Dieser Ungeist darf aber den Blick dafür nicht versperren, dass in Preußen nach der vernichtenden Niederlage gegen Napoleon im Jahr 1806 das größte Reformprojekt der deutschen Geschichte in Gang gesetzt worden war. Das Ziel der Reformen war, die Effektivität des Staates zu erhöhen und die wirtschaftliche Produktivität nachhaltig zu steigern. Die bekanntesten Akteure waren Freiherr vom und zum Stein, Freiherr von Hardenberg und Wilhelm von Humboldt. Geprägt vom Gedankengut der Aufklärung gelang es ihnen, das Regierungssystem (erstmalige Einführung von Ressorts mit verantwortlichen Ministern) und die Verwaltung zu modernisieren, Millionen von Bauern zu befreien und neue Universitäten zu gründen, die später Weltruhm erlangten.  Durch die Städteordnung (1808) wurde den städtischen Gemeinden die Selbstverwaltung gewährt. Über die Beteiligung an der lokalen Politik sollte das Bürgertum für das preußische Staatswesen mobilisiert werden. Die Kommunen erhielten die Autonomie im Haushalts- und Steuerangelegenheiten sowie im Armen- und Schulwesen. Die Stadt war eine Demokratie im Kleinen geworden. Garantiert wurden die Gewerbefreiheit und die Freiheit der Berufswahl. Jeder durfte Grund und Boden erwerben, Unternehmer werden oder ein Handwerk ausüben. Damit war die Grundlage für die Marktwirtschaft gelegt. Frankreich blieb lange Zeit ein rückständiges Agrarland; Preußen hingegen wurde zu einem prosperierenden Industriestaat.  Gewohnt, rational zu handeln, gingen die preußischen Staatsdiener mit den Rheinländern sehr vorsichtig um. Wann immer es möglich war, versuchte die Regierung daran anzuknüpfen, was die französische Zeit gebracht hatte und so blieb beispielsweise der Code Civil bis zum 1. Januar 1900 in Kraft. Natürlich wird jeder Geschichtskundige darauf hinweisen, dass die preußischen Reformen nur teilweise gegriffen und dass die vormodernen Eliten – das Stichwort lautet: ostelbische Junker – eine reaktionäre Politik verfolgt haben.  Hierzu kann ich nur sagen, dass es im preußischen Köln erheblich mehr bürgerschaftliche Partizipation gegeben hat, als im reichsstädtischen oder französischen Köln. Die Reichsstadt wurde von einigen reichen Großhändler-, Verleger- und Fabrikantenfamilien beherrscht. Sie hatten die politische Macht monopolisiert. Die Bürger besaßen keinerlei Mitsprache- oder Kontrollrechte. Machtmissbrauch und Misswirtschaft waren die Folge. Während der Franzosenzeit waren die bürgerlichen Rechte, wie persönliche Freiheit, Gleichheit vor dem Gesetz und das Recht auf Eigentum, gewährleistet. Nachdem Napoleon Kaiser geworden war, hatten die Bürger jedoch keine politischen Rechte mehr. Die Präfekten und Unterpräfekten entschieden über die Entwicklung des Gemeinwesens.  Da bot Preußen mehr.  Ich wage die Behauptung, dass die Zugehörigkeit Kölns zu Preußen für die Stadt segensreich war. Köln hat sich in dieser Epoche glänzend entwickelt. Die Stadt wurde zur führenden Metropole im Westen. Ich bedanke mich herzlich bei den Veranstaltern für die ungezählten Stunden, die sie in die Ausstellung investiert haben sowie ihren Aufwand an Kraft und Geld. Mein besonderer Dank gilt Ihnen, Frau Renz, Herrn Wensing und Herrn Piontek. Ich hoffe, dass Ihr besonders intensiver Einsatz und das große Engagement aller Beteiligter durch einen Strom von Besucherinnen und Besuchern belohnt werden. - Quelle: Dr. Karl August Morisse


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ZWEI LEGENDEN FEIERN GEBURTSTAG – die erste gemeinsame Ausstellung mit einer anderen Sammlerorganisation


 


Am 30. und 31. August 2008 fand im Martinussaal der Katholischen Pfarrgemeinde unsere 10. Präsentation in 50765 Köln-Esch statt.


 


 Am 12. August 1908 wurde das erste Exemplar des „Ford Model-T" (auch „Tin Lizzy" [= Blechliesel] genannt)  fertig gestellt  und am 31. August 1908 wurde die „Pistole 08" Ordonnanzwaffe der im „Reichsheer" vereinigten deutschen Streitkräfte. Wir konnten dieses Datums daher auf den Tag genau 100 Jahre später gedenken.


 


Die Idee zu diesem gemeinsamen Projekt wurde bereits im Rahmen  unserer letzten Ausstellung (Altbewahrtes) geboren und fand in der Realisation den krönenden Abschluss einer angenehmen Zusammenarbeit.


 


Rund 350 Besucher honorierten die Bemühungen der Mitglieder des Ford Oldtimer- und Motorsport-Club Cologne e.V. - FOMCC – und unserer Sammlergemeinschaft, an zwei Meilensteine der Technikgeschichte zu erinnern, welche das Leben zumindest in den tonangebenden Industriestaaten des frühen 20. Jahrhunderts wesentlich beeinflusst haben.


 


Eingestimmt wurden unsere Besucher jedoch mit künstlerischen Exponaten: 1908 war nicht allein das Jahr technischer Großtaten (so purzelten im Wochentakt Rekorde in der Luft- wie in der Schifffahrt), sondern lag auch in der hohen Zeit des Jugendstils. Gustav Klimt als herausragender Vertreter der Malerei war daher ebenso präsent wie Lalique und Lötz mit ihren Glas- und Porzellanarbeiten. Auch Bücher und Möbel des Jugendstils ließen den Zeitgeist erahnen, der so ganz im Widerspruch stand zu einer um sich greifenden Industrialisierung mit ihren seelenlosen Massenprodukten und zu den Bestrebungen der damaligen Großmächte, die Startpositionen für den sich abzeichnenden großen Krieg um die Macht auf dem europäischen Kontinent und die Kolonien zu beziehen. Münzen aus der Kaiserzeit zeigten, wie eng noch Feudalismus mit großdeutschem Denken verquickt waren: Hatten die Bürger im gesamten Reich Kleingeldmünzen von gleicher Machart im Portemonnaie, so waren die Großgeldmünzen dagegen von individuellem Aussehen. Alle deutschen Staaten prägten ihre eigenen Münzen mit höherem Wert, diese aber besaßen wiederum im gesamten Deutschen Reich Gültigkeit.


 


Zwei „Tin Lizzy“ standen zusammen mit ihren Besitzern für die Ausstellungsbesucher permanent parat – zunächst, denn die Kommunikation unter den Oldtimerfreunden lockte das ganze Wochenende hinüber noch zahlreiche andere liebevoll restaurierte Zwei- und Vierräder auf den Parkplatz vor der Martinuskirche, so dass ein reger Betrieb mit automobilen Schätzchen herrschte.


 


Im Martinussaal selber wurde dem Besucher  die Entwicklung der „Pistole 08“ durch Georg Luger aus der „Construction 93“ von Hugo Borchardt (1893) über sämtliche Modellstufen bis in das Jahr 1908 hin anhand von z.T. höchst raren Exponaten belegt. Zentraler Blickfang war die Schautafel „Die Waffen der anderen Staaten“, auf der anhand einer zeitgenössischen Karte die politischen Verhältnisse des Jahres 1908 gezeigt wurden. So wurde das für die Entstehung des 1. Weltkrieges wichtige Thema  „Bündnispolitik“ visuell nachvollziehbar. Die darauf projizierten (selbstverständlich im Original vorhandenen) Ordonnanzwaffen der Nachbarstaaten des Deutschen Reiches zeigten den Rüstungsstand der umgebenden Länder resp. der einzelnen Bündnispartner. Überhaupt äußerten unsere Besucher immer wieder Erstaunen über die lückenlose Dokumentation anhand der erfreulich großen Anzahl unserer Exponate und deren exzellenten Erhaltungszustand – private Sammler sind eben nicht zu schlagen ...


Die Vitrine mit den Ordonnanzpistolen deutscher Streitkräfte von der Kavalleriepistole von 1850 (Königreich Preußen) bis zur P8 (Dt. Bundeswehr) ließ den Besucher einen kontinuierlichen Fluss erkennen.


 Vitrinen mit den Themen „Polizei“, „Militär“ sowie „Die Lugerpistole als Sportwaffe“  boten eine sinnvolle Abrundung. Dass die Varianten der  „Pistolenpatrone 08“ und ihre Nachfolgerinnen schier Legion sind, erstaunte nicht nur interessierte Polizeibeamte, die schon suchen mussten, um in der Menge der Exponate ihre Dienstmunition zu finden: In einer übersichtlichen Vitrine wurde die über 100jährige Entwicklung dieser Patrone von 1902 bis zur aktuellen Gegenwart gezeigt.


Tiefe  Einblicke gewannen unsere Besucher in die Realität des Krieges – wie auch in das weit gefächerte Archiv eines  Waffen- und Munitionssammlers – durch  zahlreiche Original-Dokumente wie Orden, Soldbücher, Militärpässe, Feldpostbriefe mit erschütterndem Inhalt, Gestellungsbefehlen, Todesbenachrichtigungen, Marschbefehlen oder Kennmarken („Hundemarke“).


 


350 Besucher honorierten unsere 8monatige Vorbereitungszeit und fanden trotz des (für uns) „zu guten“ Wetters mit Spitzentemperaturen bis 35° den Weg in unsere Ausstellungshalle, anstatt den Sonnenschein im Wald oder am Badestrand zu genießen.


 


Dass wir trotz Störungsversuchen durch die Kölner Waffenrechtsbehörde (sodann aber  in sachlicher Abstimmung mit der Polizei in Chorweiler) die Ausstellung gut zu Ende bringen konnten, freute nicht zuletzt auch die Organisatoren des Jugendwerkes „Escher Hood" der Katholischen Pfarrgemeinde, in deren Kasse aus Spenden und Einnahmen aus dem Kuchenverkauf über 530 €uro flossen.


 


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Pulheimer Stadtfest 2008


Ausstellung „Schiavona - Korbschwerter der Leibgarde des Dogen von Venedig"


Samstag, 21. Juni 2008, 10:00 - 18:00 Uhr


Foyer des Dr.-Köster-Saales, Steinstraße, 50259 Pulheim


 


Das Pulheimer Stadtfest sah auch wieder eine kleinere Präsentation unserer Gruppe: um uns dem interessierten Publikum vorzustellen sind wir diesmal in die frühe Neuzeit abgetaucht und haben ein paar der typischen Schwerter Venedigs aus dem späten 17. und dem beginnenden 18. Jahrhundert gezeigt.


Zur Historie:


Flüchtlinge aus Oberitalien, die sich vor den Hunnen (452) bzw. den Langobarden (ab 568) dorthin in Sicherheit brachten, waren wohl die ersten Siedler um die Lagune herum. Namensgeber waren jedoch die hier bereits ansässigen Veneter  („Venetia"). Die vielen kleinen Orte blieben zunächst der westlichste Außenposten des byzantinischen Reichs, selbst, als das Festland an Langobarden und Franken fiel. Sie entwickelten eine eigene einfache Herrschaftsstruktur mit einem "Dogen" an der Spitze.


Durch geschicktes Lavieren zwischen den damaligen Großmächten verschaffte sich Venedig für viele Jahrhunderte  eine Art  Monopolstellung im Handel zwischen dem westlichen Europa, Byzanz und muslimischen Staaten.


Der erste Dogensitz befand sich in Malamocco, von wo aus er  811 nach Rialto verlegt wurde. In dieser Zeit stritten sich das byzantinische und das Frankenreich (unter Karl dem Großen) um das Erbe  der römischen Kaiser. Es gab seinerzeit pro-byzantinische und pro-fränkische Fraktionen im Rat der Stadt Venedig, deren Auseinandersetzungen mehreren Dogen das Leben kostete. Die mächtigsten Familien strebten damals  die Alleinherrschaft in Venedig mit Hilfe des Dogenamts an, stießen aber bei den übrigen Clans auf großen Widerstand. Kompromiss der Fehden war  die Einbindung der Macht des Dogen in Kontrollsysteme wie den "Kleinen" und den "Großen Rat" sowie den "Rat der Zehn". So wurde zwar eine Dynastiebildung verhindert - aber auch eine Abriegelung gegen neu aufsteigende Familien erreicht. Die mächtigsten Familien beherrschten nichtsdestotrotz  Politik und Fernhandel, bis Venedig 1797 durch Napoléon Bonaparte seine Selbstständigkeit verlor.


Keine andere europäische Stadt Europas hatte eine derartige an der  ständischen Ordnung orientierte Arbeitsteilung wie Venedig. Dem  Adel vorbehalten waren Politik und gehobene Verwaltung sowie die Kriegs- und Flottenführung. Die bürgerlichen Kaufleute besorgten den Handel sowie die Produktion von Luxuswaren, während die Mehrheit der Bevölkerung die Soldaten, Matrosen und Handwerker stellte.


Die Schiavona ist ein Korbschwert, welches von Venedig ausgehend im Italien der Renaissance populär war. Ihr Name leitet sich ab von der Leibgarde des Dogen, die sich in der Hauptsache aus Slawen (ital: 'Schiavoni') rekrutierte. Sie ist ein Breitschwert, dessen Klinge beidseitig Rillen besitzt, die sich über 1/4 der Schwertlänge erstrecken. Mit einem Gewicht von um 1 kg war sie sowohl als Hieb- als auch als Stichwaffe geeignet.


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                            9. Ausstellung 26. und 27. Januar 2008


           im Martinusaal der Katholischen Pfarrgemeinde Köln-Esch


                                                   "Altbewahrtes"


Wenn man Anerkennung findet aufgrund von guten Leistungen, so ist das Ansporn für weitere Aktivitäten. Getreu unserem Motto, keine Aufgüsse zu machen und ein einmal gewähltes Ausstellungsthema nicht immer wieder unter gering anderem Blickwinkel zu wiederholen, hatten wir es diesmal gewagt, als ‚roten Faden' lediglich die ganz besondere Wertschätzung des jeweiligen Sammlers für ausgesuchte Exponate vorzugeben.


Denn so, wie man nämlich einen „Lieblingskomponisten" oder ein „Lieblingsgericht" hat, schlummern in jeder Sammlung Exponate, die den Besitzer mehr als die anderen erfreuen: dies mag sein, weil sie besonders schön, besonders selten oder besonders gut erhalten sind, dass sie Erinnerungen an persönliche Ereignisse wecken oder die Umstände ihres Erwerbs ungewöhnlich waren - sie eint in jedem Fall, dass sie unter den zahlreichen Stücken in einer Sammlung noch einen ganz besonderen Platz einnehmen. Und genau diese ‚Lieblingsstücke' waren es, die wir bei unserer nunmehr 9. Ausstellung im Kölner Ortsteil Esch unseren Besuchern präsentierten.


Durch die vorausgegangenen äußerst erfolgreichen 8 Ausstellungen hatten wir Waffen- und Munitionssammler bei uns und unseren (mittlerweile Stamm-)Besuchern schon eine gewisse Erwartungshaltung hervorgerufen.


Dass die neue Herausforderung in bekannter Manier gemeistert wurde, hatten wir aber auch Sammlern außerhalb unseres Interessengebietes zu verdanken, die mit ihren Exponaten weitere Facetten des „Sammelns" transparent machten. Es verdient der Erwähnung, dass sogar aus dem fernen Osnabrück Unterstützung kam durch einen Sammler mit weltweitem Ruf - ein exzellenter Kenner britischer Revolver des späten 19. und frühen 20. Jahrhundert -, dessen Ausstellungsstücke in Deutschland noch nie gezeigt worden sind.


So konnte man im Martinussaal der Katholischen Pfarrgemeinde in Köln-Esch bestaunen:


•-          Porzellan


•-          Bilder


•-          Briefmarken


•-          Uhren (Tisch-, Comtoise-, Taschenuhren)


•-          Patronen


•-          Rechenmaschinen (mechanisch und elektronisch)


•-          Radios


•-          Grammophone


•-          Grubenlampen


•-          Hieb- und Stichwaffen


•-          Fächer


•-          Schusswaffen


•-          Handgranaten


•-          hauswirtschaftliche Geräte


•-          (Jugendstil-)Glas


•-          Motorräder


•-          Autos  


•-          und verschiedene Gegenstände von Escher Bürger, welche diese für ausstellungswürdig hielten.


Dabei stieß die Präsentation unserer Waffen- und Munitionsexponate auch bei den Besuchern auf großes Interesse, deren vielleicht vorhandene Berührungsängste durch die anderen Ausstellungsobjekte beseitigt wurden: Schon auf dem Parkplatz vor der Kirche wurden die mehr als 500 Besucher von vier Autos des „Ford Oldtimer und Motorsport Clubs Cologne e.V." aus den Jahren zwischen 1957 und 1983 begrüßt und in der Vorhalle erwartete ein Lieferwagen Modell LR 44 (Bj. 1931) aus der weltberühmten Sammlung des Rosengart-Museums in Bedburg-Rath (vgl.: http://www.rosengart-museum.de/) die wissensdurstigen Gäste.


Interessant war für uns zu erfahren, dass es gerade die Vitrine mit Handgranaten von 1777 - 1917 war, die eine große Anziehungskraft besaß, sind dies doch Geräte, welche man nun wirklich nicht mit Jagd oder Sport in Verbindung bringt! Die fachkundige Information durch das Mitglied unserer Sammlergemeinschaft verfehlte denn auch nicht das gewünschte Ziel: „So interessant hätte ich mir das nun wirklich nicht vorgestellt - da ist ja richtig spannend!" klang es nicht allein von Personen mit Militärerfahrung. Auch die zum Halbautomaten abgeänderte sowjetische Maschinenpistole PPsch41 lud zur Diskussion ein, konnte man an ihr doch anschaulich schildern, mit welch geradezu genial zu nennenden Vorschriften und Maßnahmen die ‚Innere Sicherheit' gegenüber dem friedlichen und gesetzestreuen Bürger in unserem Lande verteidigt wird: Diese muss nämlich zunächst unbrauchbar gemacht (= zerstört) werden, um dann (mit vielen Kosten) wieder restauriert werden zu können, bevor ein lizenzierter Sammler das wieder schussbereite (aber nicht mehr authentische!) Stück erwerben darf.


Erstaunen erweckte auch bei den Besuchern die Präsentation von je 3 Revolvern und Pistolen aus der Sammlung des jüngsten Mitgliedes unserer Gruppe, einer 26jährigen Dame, der so mancher Besucher in der Männerdomäne „Waffensammeln" wohl nicht die ausgewiesene Sachkunde zugetraut hätten.


Und welches Museum kann sich rühmen, die komplette (!) waffentechnische Ausrüstung eines Mitglieds des Karabinier-Corps des Herzogtum Schaumburg-Lippe aus dem mittleren 17. Jahrhundert sein Eigen zu nennen? Diese Truppe war gerade einmal 80 Mann stark!


Den so Informierten kommt das Wort von den „Waffennarren" sicherlich nicht mehr so leicht von den Lippen ...


Fast ständig umlagert war aber auch der Stand unseres Patronenexperten, der eine Darstellung der Entwicklung der alten Schützenpatrone 8,15 x 46R Frohn bot und anhand von historischen Wiederladegeräten die Eigenproduktion von Patronen vorführte.


Da der ‚rote Faden' dieser Ausstellung aber lediglich die Wertschätzung des jeweiligen Besitzers war, fanden sich in den Vitrinen, auf den Tischen und in den Gängen zwangsläufig Gegenstände - rund 180 an der Zahl -, die historisch-technisch nichts verband. Wo sonst findet man schon eine englische Spindel-Taschenuhr von 1750 neben einer 1936er Harley-Davidson neben Porzellan der ungarischen Manufaktur Herend neben einem ‚Volksempfänger' neben ... ?


Umso wichtiger war daher die bereitwillig gegebene Information des jeweils Ausstellenden zum individuellen Stück - und umso größer war deshalb auch die Aufmerksamkeit der Besucher, von denen einige selber Ausstellungsstücke mitgebracht hatten und von dem enormen Fachwissen der anwesenden Sammler beeindruckt waren.


Sowohl die Besucher als auch die vielen Sammler und Aussteller lobten vor allem die gute Stimmung an den beiden Tagen, die zu vielen (Fach-)Gesprächen auch bei Kaffee und Kuchen in der Ruhezone einlud. Für uns war es wieder einmal schön zu sehen, wie unbefangen doch andere Sammler mit uns und unseren Sammelgegenständen umgehen - und wie gern sich unsere Besucher dieser Einschätzung anschließen mochten.


Und natürlich partizipierte wieder eine soziale Einrichtung von der Arbeit der Sammler: Über 500€uro flossen aus Spenden sowie dem Kaffee- und Kuchenverkauf an das Jugendprojekt „Escher Hood" der Katholischen Kirchengemeinde Köln-Esch e. V.


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Die 8. Ausstellung unserer Gruppe im Martinushaus der Katholischen Pfarrgemeinde in Köln-Esch am 28. und 29. April 2007 war erneut ein voller Erfolg und  stellte sogar das Ergebnis unserer Polizeiausstellung (April 2006) in den Schatten.


 


Das Thema "Als wir Rheinländer preußisch waren" hatte  offensichtlich eine große Anziehungskraft auf unsere Besucher, unter denen ein Lehrbeauftragter für Geschichte an der Universität Düsseldorf stellvertretend für die anderen zitiert werden darf: "Eine sehr interessante Ausstellung. Gratulation, was da alles zusammengetragen wurde. Es ergibt wirklich ein anschauliches Bild der Preußenzeit im Rheinland".


Und ein Oberstudienrat nahm für die Schüler seines Oberstufen-Leistungskurses 'Geschichte' zur Verwendung im Unterricht gleich zwanzig unserer Ausstellungsbroschüren mit!


Dieses Lob aus berufenem Munde entschädigt für die knapp 9monatige Vorbereitungszeit ... in welcher so ziemlich alles schief ging was nur schief gehen konnte ...


Aber bereits am Aufbautag (27.04.2007) griff ein Rädchen ins andere und am Samstagmorgen stand die Ausstellung (wobei nicht verhohlen werden sollte, dass Einige von uns bis 04:00 Uhr in der Nacht an der Herrichtung des Raumes gearbeitet haben).


Viele aufgeschlossener und besser informiert ein Kölner Kabarettist*, bei dem beim Wort 'Preußen' offenbar nur die militärische Seite im Gedächtnis verblieben ist, waren unserer Besucher, die mit Sach- und Fachfragen die Mitglieder unserer Gruppe sowie die befreundeten Sammler regelrecht 'löcherten'.


Ein besonderer Dank gilt daher unseren hilfreichen Sammlerfreunden anderer Fachrichtungen, ohne deren tatkräftige Unterstützung unsere Ausstellung nicht diese Aussagekraft bekommen hätte. Nur mit den Philatelisten, Polizei-, Feuerwehr-, Orden- und Münzsammlern oder Sammlern von haus- und landwirtschaftlichem sowie kirchlichem Gerät zusammen war diese Ausstellung derart interessant zu gestalten.


In diesem Zusammenhang verdient der Erwähnung, dass "Sammler" insgesamt offensichtlich wenig Berührungsängste untereinander haben. Irgendwie fühlt sich die gesamte Sammlergemeinschaft dem großen gemeinsamen Ziel verbunden, Gegenstände der Nachwelt zu erhalten.


Große Augen (besser: Ohren) bekamen unsere Besucher am Ausstellungssamstag, als Gisela Benninghoven und Rolf Herrmann in die Tasten griffen und zwei- und vierhändig Klavierstücke aus der Zeit von Beethoven, Brahms, Schubert und Schumann zu Gehör brachten.


Ein weiterer unerwarteter Farbtupfer war für unsere Gäste Uwe Zinnow in der authentisch nachgeschneiderten Uniform eines Hauptmannes des 2.Westfälischen Pionierbataillons Nr. 24 aus Köln-Riehl, der nicht nur optisch die Ausstellung aufwertete, sondern der bereitwillig auch an seinem enormen Wissen teilhaben ließ.


Eines muss man aber aber an dieser Stelle einmal herausstellen: alles, was mit dieser (und früheren) Ausstellungen zu tun hat(te), haben die Mitglieder dieses lockeren Zusammenschlusses technisch-historisch interessierter Menschen beiderlei Geschlechts in eigener Regie zustande gebracht.


Die Liste beginnt mit der Themenwahl der jeweiligen Präsentation, der Erstellung des wissenschaftlichen Kozeptes, der Suche nach einem geeigneten Ausstellungsort, der schwerpunktmäßigen Verteilung der anfallenden Tätigkeiten auf die Gruppenmitglieder und findet in der Suche nach Sponsoren für die Versicherung, in der Verpflichtung von Sammlern anderer Fachgebiete sowie Gastautoren für die Begleitbroschüre, der Erstellung derselben, dem Abholen und Zurückbringen der Vitrinen, Stellwände und Exponate oder handwerklichen Verrichtungen zur Herrichtung der Ausstellungsstätte noch keinen Abschluss: während der gesamten Zeit zwischen 10:00 und 18:00 an beiden Ausstellungstagen waren immer genügend kompetente Ansprechpartner für Fragen der Besucher anwesend.


Lassen wir also abschließend für andere Politiker den Bürgermeister der Stadt Pulheim, Herrn Dr. Karl-August Morisse, zu Wort kommen: " Herzlichen Glückwunsch zur gelungenen Ausstellung. Sie hat mir viele Informationen vermittelt und Wissenslücken geschlossen. Den Veranstaltern danke ich für die Idee und ihre Umsetzung!"


*Diesem war die Bitte unterbreitet worden, doch in einem Vorwort zu unserer Ausstellungsbroschüre den prickelnden Gegensatz der rheinischen und der preußischen Mentalität herauszuarbeiten. Die Ablehnung kam mit der Begründung, er stamme aus einem pazifistischen Hause ...


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