Enterohämorhagische Eschericha coli (EHEC)
D115 spezifische Werte
Seit der zweiten Maiwoche ist es in einigen Bezirken Hamburgs und angrenzenden Landkreisen Schleswig-Holsteins zu einer ungewöhnlichen Häufung von Erkrankungen durch EHEC mit Fällen, in denen sich ein HUS als Komplikation entwickelt hat, gekommen.
Es treten weiterhin neue Fälle auf, vorwiegend, aber nicht ausschließlich, im norddeutschen Raum. Mittlerweile hat die Erkrankungswelle auch NRW erreicht.
FAQ
Wie erfolgt die Übertragung des Erregers?
Die Übertragung kann über mit den Erregern verunreinigte Lebensmittel oder aber auch von Mensch zu Mensch über so genannte Schmierinfektionen erfolgen.
Vorsicht auch beim Baden in natürlichen Gewässern, die durch Tierkot verschmutzt sein können.
Wie äußert sich die Erkrankung?
Die Mehrzahl der manifesten Erkrankungen tritt als unblutiger, meistens wässriger Durchfall in Erscheinung.
Es kann bis zu zehn Tage dauern, bis die Infektion zu einer Erkrankung führt und es reichen schon sehr wenige Erreger aus, um die Symptome auszulösen.
Welche Symptome gibt es?
Begleitsymptome sind Übelkeit, Erbrechen und zunehmende Bauchschmerzen, seltener Fieber. Bei 10 bis 20% der Erkrankten entwickelt sich als schwere Verlaufsform eine blutige Darmentzündung mit krampfartigen Bauchschmerzen, blutigem Stuhl und teilweise Fieber.
Gefürchtet ist das vor allem bei Kindern vorkommende Hämölytisch-Urämisches-Syndrom (HUS). Es gibt ungewöhnlich viele schwere Krankheitsverläufe mit Nierenbeteiligung. Die Mehrzahl der Fälle sind weibliche Erwachsene.
Welche Ursache hat die Erkrankung?
Als Ausbruchsursache wird ein kontaminiertes Lebensmittel vermutet.
Worauf muss geachtet werden?
Bis die Umstände geklärt sind, wird allgemein davor gewarnt, Rohkost zu verzehren. Damit ist vor allem rohes Gemüse gemeint, das in Erdnähe wächst (Gurken, Tomaten, Salate usw.), da es sich bei EHEC um einen Schmutzkeim handelt, der vermutlich mit (tierischen) Ausscheidungen auf die Pflanzen gelangt sein könnte.
Zusätzlich sollte auf folgendes geachtet werden:
- Fleisch und Hackfleisch von Wiederkäuern vor dem Verzehr ausreichend erhitzen (mindestens 70°C für mehrere Minuten).
- Rohes Fleisch getrennt von anderen Lebensmitteln lagern und zubereiten, auch verschiedene Bretter, Teller, Messer und Zangen benutzen.
- Auf Rohmilch verzichten oder zumindest vor dem Verzehr abkochen.
- Auf den Verzehr von rohen Sprossen verzichten, auch wenn diese aus dem eigenen Garten stammen, da bereits das Saatgut infiziert sein könnte.
- Flächen und Gegenstände nach Kontakt mit Lebensmitteln gründlich reinigen und abtrocknen.
- Wisch- und Handtücher nach der Zubereitung von Obst oder Gemüse und rohem Fleisch möglichst auswechseln und bei mindestens 70°C waschen.
- Speisen und Getränke nur außerhalb von Tierställen und Gehegen verzehren.
- Personen mit Durchfallerkrankungen sollten am besten keine Speisen zubereiten.
Bei kleinen Kindern zudem auf sauberes Wasser im Planschbecken und unverschmutzten Sand im Sandkasten achten.
zuständige Stellen, Formulare und Links
Formulare und Broschüren
- Neue Erkenntnisse zum EHEC-Ausbruch
Größe: [155 KB] - EHEC: Verzehrempfehlungen Bockshornklee
Größe: [33 KB]
Links
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
- BfR - Bundesinstitut für Risikobewertung
- Robert-Koch-Institut
aktuelle Informationen zum Ausbruchgeschehen
