Rhein-Erft-Kreis – Die Fahrradregion an Rhein und Erft
Man kann den Kreis von Süd nach Nord entlang der Erft oder auch von Köln aus auf gut ausgebauten und beschilderten Wegen erkunden.
Im Rhein-Erft-Kreis wurde die hohe Bedeutung des Fahrrades als Alltags- wie auch als Freizeitverkehrsmittel schon Ende der 80er Jahre erkannt und das Fahrradfahren vor allem durch einen systematischen Ausbau des Radverkehrsnetzes gefördert.
Schon seit 1990 gibt es im Rhein-Erft-Kreis einen Fahrradbeauftragten, der sich besonders um die Belange der Fahrradfahrer kümmert. Hierbei geht es sowohl um den Bau und die Unterhaltung von Radwegen als auch um die Ausschilderung von Alltags-, Freizeit und radtouristischen Routen, die Mitwirkung bei der Erstellung von Radwanderkarten, die Entwicklung von Radverkehrskonzepten und die Koordination mit den kreisangehörigen Städten und Gemeinden.
Um sich noch stärker für Radfahrer und andere, nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer engagieren zu können, hat sich der Rhein-Erft-Kreis um Aufnahme in die „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte, Gemeinden und Kreise in NRW“ (AGFS) beworben und ist seit 1996 aktives Mitglied des mittlerweile 40 Kommunen umfassenden Vereins. Die Mitglieder der AGFS verstehen sich aber nicht nur als fahrradfreundliche Städte, Gemeinden und Kreise, sondern darüber hinaus auch als Modellstädte für eine zukunftsfähige, ökologisch sinnvolle und stadtverträgliche Mobilität. Sie unterstützen alle Maßnahmen, die die Stadt als Lebensraum stärken – fahrradfreundlich und mehr. Informationen über die AGFS finden Sie im Internet unter www.fahrradfreundlich.nrw.de.
Im Jahr 2007 wird sich der Rhein-Erft-Kreis turnusmäßig um eine Verlängerung der Mitgliedschaft in der AGFS bewerben. In einem entsprechenden Antrag wird dargelegt, wie in den vergangenen Jahren der Mitgliedschaft die nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer gefördert wurden und welche Aktivitäten zukünftig geplant sind.
Der Rhein-Erft-Kreis kann auf eine Vielzahl von Fahrrad-Projekten zurückblicken. Besonders intensiv hat sich der Kreis mit der Sicherung von Radwegenden und Querungsstellen beschäftigt, da hier besondere Risiken für Radfahrer bestehen. Mit der Umsetzung von zahlreichen Sicherungsmaßnahmen wurden viele Gefahrenpunkte für den Radverkehr deutlich entschärft. Im Bereich des Fußgängerverkehrs hat der Rhein-Erft-Kreis intensiv am „Modellprojekt Fußgängerüberwege“ des Landes NRW mitgearbeitet und zur Renaissance des Zebrastreifens in der Verkehrsplanung beigetragen. Parallel zu den Verbesserungen in der Fahrradinfrastruktur wurde großer Wert auf die Verkehrssicherheitsarbeit gelegt, da es neben guten Wegen und sicheren Querungsstellen auch auf das richtige Verhalten des einzelnen Radfahrers ankommt. Es wurden Aktionen zu den Themenkomplexen Beleuchtung, Bekleidung und Verkehrserziehung durchgeführt.
Durch all diese Aktivitäten hat das Fahrradfahren in den letzten Jahren spürbar zugenommen. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund weiter steigender Benzinpreise hat sich das Fahrrad als Verkehrsmittel, insbesondere auf Kurzstrecken (mehr als 50% der Fahrten sind unter 5 km) zu einer echten Alternative zum Pkw entwickelt. Einen immer höheren Stellenwert erhält auch der gesundheitliche Aspekt. Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft hält fit, härtet ab und beugt den typischen Zivilisationskrankheiten vor, die vielfach auf Bewegungsmangel zurückzuführen sind. Der Boom des Fahrrades als Sportgerät ist ebenfalls ungebrochen.
Um die Nutzung des Fahrrades als Alltagsverkehrsmittel zu fördern, wurde im Jahr 2004/2005 vom Land NRW ein flächendeckendes Alltagsnetz ausgeschildert, das „landesweite Radverkehrsnetz“. Sie haben sicher auch schon an Rhein und Erft die rotweiße Beschilderung gesehen, die Ihnen das ein oder andere Mal auch als Fußgänger oder Autofahrer geholfen hat, ihr Ziel zu finden. Bei dieser Beschilderung handelt es sich um Routen, die die Zentren der Städte und Gemeinden möglichst direkt und umwegfrei miteinander verbinden. Außerdem wurde in den letzten Jahren auch das touristische Beschilderungsnetz ausgebaut und neue Wege ausgewiesen. So ist seit 2004 der Erftradweg, von der Quelle bis zur Mündung auf einer Länge von ca. 120 km ausgeschildert. Es existieren daneben weitere regionale und überregionalen Routen, die durch den Rhein-Erft-Kreis verlaufen, wie z.B. die Kaiserroute (ca. 480 km) von Aachen nach Paderborn, die Wasserburgenroute (bestehend aus mehreren Routenabschnitten mit einer Länge von je ca. 60 km) und die „Route der Energie“, auf der sie den Kreis als Wirtschafts- und Energiestandort kennen lernen können. Die Route der Energie (ca. 60 km) führt Sie zu Tagebauen, Kraftwerken und weiteren interessanten Orten der Energiegewinnung und -erzeugung. Zu den kürzeren regionalen Routen gehören auch die drei Regio-Grün-Achsen, die im Zuge der Regionale 2010 entwickelt wurden. Sie verbinden Köln radial mit dem „Dritten Grüngürtel“, dem Rhein-Erft-Kreis. Sie verlaufen vom Kölner Mediapark zum Kloster Knechtsteden (ca. 40 km), vom Rhein an die Erft (ca.30 km) und vom Kölner Volksgarten zum Bonner Hofgarten (ca.50 km). Außerdem gibt es noch zwei kommunale Routen, die Bergheimer Acht und die Pulheimer Herzroute.
Alle neuen Routen werden in die 6. Auflage der Radwanderkarte des Rhein-Erft-Kreises aufgenommen, die Mitte 2007 im Handel erscheinen wird. Auf den kürzeren Routen können Sie den Kreis auch als Tagestourist entdecken; Einheimischen erschließen sich vielfältige Möglichkeiten für Feierabend- und Halbtagestouren. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) bietet ein breites Spektrum von geführten Fahrradtouren an, Informationen zu den Touren finden Sie unter www.adfc-rhein-erft.de.
Fahrradfahrer sind im Rhein-Erft-Kreis besonders herzlich willkommen. Schwingen Sie sich in den Sattel und erkunden Sie die interessante fahrradfreundliche Region an Rhein und Erft. Wenn Sie ein Fahrrad ausleihen wollen, wenden sie sich bitte an die Fahrradstation am Brühler Bundesbahnhof www.radstation-bruehl.de, der ein idealer Startpunkt für Radtouren ist. Auf allen Schienenstrecken an Rhein und Erft können Fahrräder mitgenommen werden. So lassen sich Fahrradtouren auch hervorragend mit Bahnfahrten kombinieren. Fahrplanauskünfte erhalten Sie vom Verkehrsverbund Rhein-Sieg unter www.vrsinfo.de. Für ihre Routenwahl können Sie entweder die Radwanderkarte des Kreises zur Hand nehmen oder auch mit Hilfe des Radroutenplaners des Landes NRW www.radroutenplaner.nrw.de Ihre Route individuell zusammenstellen.
Falls Sie Fragen zum Thema Radverkehr haben, wider Erwarten Mängel an der Beschilderung oder der Strecke feststellen, wenden Sie sich bitte telefonisch an den
Fahrradbeauftragten des Kreises
Ralph Zünskes
Tel.: 0 22 71/83-4678 oder mailen Sie an
fahrradbeauftragter@rhein-erft-kreis.de
