Mensch und Tier - Schmallenberg Virus


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Schmallenberg Virus

01.02.12 14:20 Uhr
Seit gestern ist es amtlich – auch im Rhein-Erft-Kreis haben Schäfer unter Fehlgeburten bei Schafen als Folge der Infektion mit dem Schmallenbergvirus zu leiden.
Bild von Daniel Stricker, pixelio.de

 

In zwei Betrieben konnte das Virus in tot geborenen Lämmern nachgewiesen werden, insgesamt sind dort rund 20 Fälle beobachtet worden, die aufgrund der typischen Missbildungen dem Schmallenbergvirus zuzurechnen sind.

Schon seit Dezember 2011 werden bundesweit vermehrt Geburten von toten oder lebensschwachen, missgebildeten Lämmern beobachtet. Nach aufwendigen Untersuchungen konnte das Friedlich-Löffler-Institut das bisher in Deutschland nicht beobachtete Schmallenbergvirus als Verursacher der Krankheit identifizieren.

Mittlerweile weiß man, dass diese typischen Missbildungen auftreten, wenn sich die Schafe im ersten Drittel der Trächtigkeit mit dem Erreger infizieren.

Seitens des Gesetzgebers besteht zur Zeit noch keine Meldepflicht gegenüber den Veterinärbehörden, diese ist vom Bundesagrarministerium jedoch geplant.

Wichtig für den Verbraucher ist, dass dieses der Gruppe der Akabane-Viren angehörige Virus nur für Wiederkäuer wie Rinder oder Schafe von Bedeutung ist, wo es durch blutsaugende Insekten übertragen wird. Für den Menschen stellt es dagegen keine Gefahr dar, auch der Konsum von tierischen Lebensmitteln stellt keinerlei Risiko dar.

Die Erkrankung ist mittlerweile bundesweit verbreitet, in Nordrhein-Westfalen bestanden am vergangenen Montag 99 Verdachtsfälle, in weiteren 59 Fällen war die Krankheit bereits festgestellt.

Damit ist Nordrhein-Westfalen recht intensiv betroffen, bundesweit waren zu diesem Zeitpunkt 191 Verdachtsfälle und 153 amtliche Nachweise der Erkrankung bekannt. Aber auch in den Niederlanden, Belgien, Großbritannien und Frankreich ist das Schmallenberg-Virus mittlerweile nachgewiesen worden.

Nach derzeitigen Erkenntnissen wird sich die Krankheit vorläufig nicht weiter verbreiten, weil wegen der kalten Witterung nicht mit dem Auftreten blutsaugender Insekten zu rechnen ist.

Für die Halter von Schafen, Ziegen oder Rindern gilt, dass sie auch weiterhin ohne Sorge um die eigene Gesundheit ihre Tiere betreuen können. Sollten Fälle von Missbildungen bei totgeborenen oder lebensschwachen Kälbern, Schaf- oder Ziegenlämmern beobachtet werden, kann über das Veterinäramt des Rhein-Erft-Kreises eine Untersuchung auf das Schmallenberg-Virus veranlasst werden.

Für weitere Informationen und Rückfragen ist das Veterinäramt unter 02271/833901, per Fax unter 02271/832340 oder per E-Mail unter veterinaeramt@rhein-erft-kreis.de erreichbar.