Klärteiche Bedburg
Die ehemaligen Klärteiche in Bedburg sind jetzt im Landschaftsplan 1 "Tagebaurekultivierung Nord" endgültig als Naturschutzgebiet festgesetzt. Diese endgültige Naturschutzfestsetzung ist die Umsetzung der einstweiligen Sicherstellung als Naturschutzgebiet, die der Kreistag zuvor per ordnungsbehördlicher Verordnung beschlossen hat.
Die Schutzausweisung ist das Ergebnis eines konstruktiven Verhandlungsprozesses zwischen der Stadt Bedburg, der Zuckerfabrik Jülich AG, den Vertretern des ehrenamtlichen Naturschutzes und dem Rhein-Erft-Kreis.
Das Schutzgebiet umfasst mit einer Gesamtfläche von ca. 29 ha einen Altarm der Erft, kleinere Grünlandflächen und die sogenannten Stapelbecken mit einer Wasserfläche von ca. 15,5 ha. Die 4 Teiche dienten der ehemaligen Zuckerfabrik als Absetzbecken für die anfallenden Rübenschlämme und zur Klärung der organisch belasteten Abwässer vor Einleitung in den Erftkanal.
Seit der Produktionseinstellung vor ca. 12 Jahren werden die Teiche ganzjährig ausschließlich durch Regenwasser gespeist und haben sich als ideales Nahrungs- und Durchzugsbiotop für Wat- und Wasservögel entwickelt. Die besondere Attraktivität der Teiche wird in erster Linie durch konstant geringe Wassertiefe, hohe Durchlichtung, hohen Sauerstoffeintrag und die daraus resultierende starke Produktivität bestimmt. Das reichliche Angebot an Kleinlebewesen (Kleinkrebse, Wasserinsekten, Insekten- und Amphibienlarven, Schnecken, Würmer etc.) und Wasserpflanzen bildet die optimale Nahrungsgrundlage für zahlreiche Vogelarten, die auf dieses in der Region seltene Flachwasserbiotop spezialisiert sind.
Landrat Werner Stump unterstreicht, dass die ehemaligen Klärteiche als Feuchtgebiet aus "zweiter Hand" zu den wertvollsten Sekundärlebensräumen und wichtigsten Rastgebieten für ziehende Watvögel im Rheinland zählen.
Im Rahmen einer Examensarbeit konnte Georg Schreier von der Universität Köln 150 Vogelarten nachweisen, darunter zahlreiche gefährdete bzw. stark gefährdete Arten wie z.B. der Zwergtaucher (Brutvogel), Flussregenpfeifer, Wiesenpieper, Schafstelze, Dorngrasmücke, Pirol, Eisvogel sowie eine Vielzahl von Durchzüglern wie z.B. Bekassine, Flussuferläufer, Krick- und Löffelenten. In Spitzenzeiten können bis zu 1000 rastende Wasservögel gleichzeitig beobachtet werden.
Das Biotop ist aufgrund der ungehinderten Sicht auf die Wasserflächen zudem hervorragend für Zwecke der Umweltbildung und Naturbeobachtung geeignet.
Um das Miteinander von Naturschutz und Naherholung zu ermöglichen, sollen durch eine entsprechende Wegeführung im Gebiet die Störungen reduziert werden und Ruhezonen für gefährdete und empfindliche Brutvogelarten geschaffen werden. Die Naturschutzbehörde des Rhein-Erft-Kreises appelliert an das Naturverständnis der Besucher und weist darauf hin, dass insbesondere das Betreten der Uferbereiche und das frei laufen lassen der Hunde nicht erlaubt sind.
