Biotopschutz - Lebensraum Ackerrand


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Lebensraum Ackerrand

Die Landwirtschaft in Mitteleuropa entwickelte sich vor mehr als 5000 Jahren: Wälder mussten dabei gerodet werden, unsere Landschaft veränderte sich, und es konnten sich vielfältige Biotope und damit auch Arten entwickeln.

Zusammen mit Kulturarten fanden auch deren meist einjährige Begleiter aus Vorderasien und Südosteuropa ihren Weg zu uns. Diese "Ackerwildkräuter" wurden seit jeher als Konkurrenten bekämpft. Technische und chemische Intensivierung der Pflanzenproduktion, insbesondere während der letzten Jahrzehnte, verursachten einen deutlichen Verlust an Ackerwildkräutern. Hiervon sind sogar ehemals häufige Arten betroffen.

ökologische Bedeutung herbizidfreier Ackerrandstreifen

Herbizidfreie Ackerränder

  • fördern und erhalten die Ackerbegleitflora (z. B. Klatschmohn, Kornblume) und davon abhängige Tierarten (Wachtel, Rebhuhn, Hamster) durch Vermehrung des Nahrungsangebotes und Erweiterung des Lebensraumes
  • bilden Pufferzonen zwischen Kulturflächen und angrenzenden Biotopen (z. B. Hecken, Gebüsche)
  • schonen kleinflächig Boden und Grundwasser
  • verbessern den Erholungswert und erfreuen uns nicht zuletzt durch ihr farbenfrohes Erscheinungsbild.

Schutz von Ackerwildkräutern - auch im Rhein-Erft-Kreis?

Ungespritzte Ackerrandstreifen zeigen nicht nur auf ärmeren Böden im Hügel- und Bergland, sondern auch in der Börde positive Auswirkungen für die Tier- und Pflanzenwelt. Auf geeigneten Flächen kann das Programm auch auf den guten Böden im Rhein-Erft-Kreis durchgeführt werden.

Im Rahmen des Vertragsnaturschutzes werden Maßnahmenpakete zum Schutz von Ackerrandstreifen und ihrer gefährdeten Ackerwildkrautarten angeboten, denn der Rückgang dieser Arten und ihrer Pflanzengesellschaften ist in der gesamten Agrarlandschaft zu verzeichnen. Laut "Rote(r) Liste der Pflanzengesellschaften NRW" (LÖBF 2001) sind 8 von 15 Ackerwildkrautgesellschaften (59%) in NRW gefährdet (5), stark gefährdet (2) oder stehen vor dem Erlöschen (1). Damit trotz landesweiter Förderung ein effizienter Einsatz der Mittel gewährleistet ist, werden an die Einzelfläche besondere fachliche Anforderungen bzgl. bestimmter Artenvorkommen oder Artenspektren gestellt.

Nähere Informationen hierzu erhalten Sie unter

Falls Sie sich als Landwirt am Schutz von Ackerrandstreifen beteiligen möchten und am Abschluss von Vertragsnaturschutzpaketen interessiert sind, wenden Sie sich bitte an die

Biologische Station Bonn
Auf dem Dransdorfer Berg 76
53121 Bonn
Tel: 0228-2495-0
info@BioStation-Bonn.de
www.BioStation-Bonn.de