Reden des Landrates - Auftaktveranstaltung zum Trainee- und Führungsnachwuchsförderprogramm


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Auftaktveranstaltung zum Trainee- und Führungsnachwuchsförderprogramm

01.04.11 13:00
Rede des Landrates Werner Stump anlässlich der Auftaktveranstaltung zum Trainee- und Führungsnachwuchsförderprogramm des Rhein-Erft-Kreises am Donnerstag, 01. April 2011

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren, liebe Gäste,

zur heutigen Auftaktveranstaltung des Trainee- und Führungsnachwuchsförderprogramms heiße ich Sie alle sehr herzlich willkommen. Selbstverständlich sind heute unsere 10 internen Führungsnachwuchskräfte und die drei externen Trainees die Hauptpersonen, die ich hiermit ganz besonders begrüße.

Es freut mich ebenso die Fraktionsvorsitzenden der Kreistagsfraktionen der CDU, Herrn Willi Zylajew, der SPD, Herrn Hans Krings, der FDP, Herrn Ralph Bombis und der Grünen, Herrn Elmar Gillet, begrüßen zu können. Wie groß das Interesse an unserem Trainee- und Führungsnachwuchsförderprogramm ist, zeigt auch die Anwesenheit der Landtags- und Kreistagsabgeordneten Rita Klöpper und Gregor Golland. Auch Ihnen ein herzliches Willkommen.

Ich hoffe, dass Sie alle im Rahmen Ihrer Funktion das Förderprogramm in den kommenden zwei Jahren wohlwollend begleiten und über die Grenzen des Rhein-Erft-Kreises hinaus bekannt machen. Denn: In der Kombination von internen Führungsnachwuchskräften und externen Trainees ist das vom Kreistag beschlossene zweijährige Trainee- und Führungsnachwuchsförderprogramm einmalig und zukunftsweisend in NRW. Bereits mit den ersten Überlegungen zu einem solchen Programm wurde viel und sehr kontrovers diskutiert. Deshalb freut es mich um so mehr, mit der heutigen Auftaktveranstaltung den Startschuss für die zweijährige Fördermaßnahme zu geben.

Sehen Sie es mir nach, wenn ich auf die skeptischen - zum Teil durchaus auch berechtigten - Äußerungen heute nicht mehr eingehe. Die Frage - die in diesem Zusammenhang immer wieder gestellt wird - möchte ich jedoch beantworten.

Sie lautet: Warum organisiert der Rhein-Erft-Kreis ein Förderprogramm in einer Zeit, die geprägt ist durch eingeschränkte finanzielle Ressourcen?

Die Antwort ist ganz einfach:

Um die Leistungsfähigkeit der Verwaltung zu erhalten bzw. auszubauen, bedarf es zukunftorientierter und strategischer Projekte. Das Trainee- und Führungsnachwuchsförderprogramm baut auf Notwendigkeiten auf. Damit erfüllt es alle Kriterien, die für ein strategisch ausgerichtetes Projekt wichtig sind.

Was ist in diesem Zusammenhang zukunftsorientiert und strategisch?

Die demografische Entwicklung hat Auswirkungen auf die Kreisverwaltung. Sie führt dazu, dass sich der Wettbewerb um qualifiziertes Nachwuchspersonal verschärfen wird. Neben dem daraus resultierenden Fachkräftemangel wird eine älter werdende Belegschaft mit einer größer werdenden Leistungsverdichtung konfrontiert. Hinzu kommen die rasanten technischen Entwicklungen, die insbesondere von den Führungskräften immer mehr Managementkompetenzen fordern. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Förderung sehr guter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, also die Förderung potenzieller Führungskräfte zunehmend an Bedeutung.

Profis mit Profil sind in der heutigen Zeit notwendiger denn je. Führungskräfte sind Vorbilder mit einer besonderen Verantwortung. Von ihren Kompetenzen, von ihrer Motivationsfähigkeit und von ihrer Identifikation mit der Kreisverwaltung hängt maßgeblich auch die Leistungsfähigkeit der Kreisverwaltung ab. Neben der fachlichen Kompetenz kommt auch der Persönlichkeits-, der Sozial- und der Methodenkompetenz eine wesentliche Rolle zu. Sie müssen - je nach Führungsebene - strategisch denken, handeln und zielorientiert agieren.

Mit der Umsetzung des Personalentwicklungsmoduls "Führungsnachwuchsförderung" sollen genau diese strategisch benötigten Führungskompetenzen frühzeitig vermittelt werden. Die nachhaltige Erhöhung und Sicherung der Führungsqualität steht dabei im Vordergrund. Um die Kreisverwaltung dauerhaft fit zu machen, bin ich noch einen Schritt weiter gegangen. Es werden nicht nur interne Führungsnachwuchskräfte geschult. An dem Programm nehmen auch externe Trainees teil.

Und wie groß die Attraktivität des Rhein-Erft-Kreises ist, wird nicht zuletzt in der extrem hohen Zahl von Bewerbungen sichtbar. 534 Bewerbungen für 4 Stellen!!!

Die Kombination von internen und externen Trainees hat das Ziel, für alle Teilnehmenden eine "Win-win-Situation" zu erreichen. Die externen Trainees bringen Erfahrungen aus dem Hochschulbereich und die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu gesellschaftlichen Entwicklungen mit. Mit ihrem "Blick von außen" ermöglichen sie den internen Trainees bekannte und vertraute Arbeitstechnicken mit neuen Handlungsalternativen zu verknüpfen. Die internen Trainees verfügen über mehrjährige Berufserfahrung. Das beinhaltet fundierte Verwaltungskenntnisse, Erfahrungen im Umgang mit der hierarchischen Linienorganisation und den damit verbundenen Arbeitsabläufen.

Eine detaillierte Vorstellung der Programminhalte erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Ich möchte Ihnen an dieser Stelle nur kurz die wichtigsten Aspekte des Programms vorstellen:

  • Wie bereits erwähnt lagen uns 534 externe Bewerbungen und 49 interne Bewerbungen vor. Die Auswahlgespräche mit den externen Trainees und allen internen Bewerberinnen und Bewerbern wurden unter Beteiligung des Beratungsinstituts "zfm" in Form von strukturierten Interviews durchgeführt. Das ermöglichte eine weitgehend objektive Auslese.
  • Die Wertschätzung gegenüber den nicht genommenen internen Bewerberinnen und Bewerbern wurde durch ausführliche Feedback-Gespräche mit dem Aufzeigen individueller Entwicklungswege zum Ausdruck gebracht.
  • Das Programm enthält insgesamt 8 Seminare, in denen Basiswissen zum Führungsverhalten und zu Führungsinstrumenten vermittelt wird. 
  • Alle Teilnehmenden nehmen an Coaching-Sitzungen teil und erlernen das Instrument der "kollegialen Beratung". 
  • Es finden Kaminabende mit Gästen statt, in denen über strategische Führungsthemen diskutiert wird. 
  • Mit der Umsetzung von Veränderungsprojekten werden Kenntnisse im prozessorientierten Arbeiten ausgebaut und intensiviert.
  • Die externen Trainees werden verschiedenen Organisationseinheiten zugeteilt und erhalten so die Chance, die Verwaltung in ihrer Ganzheit kennen zu lernen.
  • Charakteristisch für das Programm ist auch die Vernetzung der Führungsnachwuchskräfte innerhalb der Verwaltung durch Lerngruppen.
  • Alle Trainees erhalten eine Mentorin bzw. einen Mentor für die Dauer des gesamten Programms.
  • Zum Abschluss des Förderprogramms werden mit den Trainees individuelle Potentialgespräche geführt. Die Ergebnisse münden in weiteren Personalentwicklungsmaßnahmen. 
  • Um die bedarfsorientierte Ausrichtung aller Maßnahmen zu sichern, findet eine enge Kommunikation zwischen Auftraggeber und dem externen Beratungsinstitut statt. 
  • Mir ist durchaus bewusst, dass ein so großes Programm nur mit der Unterstützung von vielen erfolgreich sein kann. Deshalb sichere ich allen Akteurinnen und Akteuren größtmögliche Transparenz zu.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hoffe, dass ich Ihnen einen ersten Eindruck über die vielseitigen Inhalte des Förderprogramms vermitteln konnte. Die Anforderungen, die an den öffentlichen Dienst als Dienstleistungsunternehmen gestellt werden, haben sich in den vergangenen Jahren geändert. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten größere Flexibilität und eine schnelle Umsetzung ihrer Anliegen.

Alle genannten Tatsachen machen das Trainee- und Führungsnachwuchsförderprogramm zu einer Investition in die Zukunft, von der ich sicher bin, dass sie sich auszahlt. Den Nachwuchskräften wünsche ich eine erfolgreiche Teilnahme am Förderprogramm, viele neue Erkenntnisse sowie eine berufliche und auch persönliche Weiterentwicklung.

Bevor ich Herrn Mastiaux das Wort erteile, möchte ich mich bei Ihnen für Ihre Unterstützung bedanken. Herr Mastiaux, der Geschäftsführer des Beratungsinstituts "zfm", wird gemeinsam mit Herrn Weitz den heutigen Vormittag moderieren. Ihnen beiden auch ein herzliches Willkommen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!