Jugendliche mit Migrationshintergrund im Übergang Schule – Beruf
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich freue mich dass Sie so zahlreich erschienen sind – das zeugt von Ihrem Interesse an diesem wichtigen Thema, von dem ja viele Lebensbereiche betroffen sind. Um diese Bedeutung auch hier in der Runde abzubilden, habe ich Vertreterinnen und Vertreter verschiedenster Institutionen und Organisationen zu diesem Forum eingeladen. Besonders begrüßen möchte ich die beiden Referentinnen, die wir für den heutigen Tag gewinnen konnten: Frau Claudia Walther von der Bertelsmann-Stiftung und Frau Annette Seiche, Integrationsbeauftragte der Stadt Kerpen.
Sie werden zu Recht sagen, dass das Thema "Integration und Chancengleichheit" ein sehr umfassendes ist. Deshalb werde ich versuchen, deutlich zu machen, worum es mir heute geht:
Als Landrat des Rhein-Erft-Kreises komme ich mit vielen gesellschaftlichen Gruppen und Funktionsträgern zusammen und bekomme so von vielen Seiten Hinweise auf gesellschaftliche Probleme und Aufgaben. Hierzu gehört auch die Aufgabe, junge Menschen auf ihrem Weg ins Berufsleben zu fördern und zu unterstützen.
Wie Sie sicher wissen, engagiert sich der Rhein-Erft-Kreis mit dem Potentialcheck an allen weiterführenden Schulen außerordentlich stark im Bereich der frühen Berufswahlorientierung. Alle Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen erhalten so den Impuls, sich frühzeitig mit Fragen der Ausbildung und der Lebensplanung auseinander zu setzen. Es gibt aber auch Jugendliche, die aufgrund besonderer Umstände eine besondere Unterstützung benötigen, damit ihr Weg ins Erwachsenenleben gelingen kann.
Zu dieser Gruppe zählen auch viele Jugendliche mit Migrationshintergrund. Hier sind die Eltern oft nicht in der Lage, ihre Kinder in der Schule und auf dem Weg in Ausbildung und Beruf im erforderlichen Maß zu unterstützen – aufgrund von Sprachdefiziten oder auch aufgrund ihrer eigenen Bildungsbiographien. Hier sind wir alle gefragt, unterstützend tätig zu werden. Bevor jedoch an dieser Stelle Missverständnisse aufkommen, möchte ich folgendes ganz klar sagen:
Integration ist vor allem eine kommunale Aufgabe – dort wo die Menschen wohnen, wo die Kinder den Kindergarten und die örtlichen Schulen besuchen, sind direkte Anknüpfungspunkte für Aktivitäten, die Integrationsprozesse fördern können, gegeben. Dass in den 10 Kommunen im Rhein-Erft-Kreis vieles unternommen wird, um Jugendliche und Familien mit Migrationshintergrund zu unterstützen, steht außer Frage. Was sich auf kommunaler Ebene konkret dahinter verbirgt, wird uns im Verlauf der Veranstaltung Frau Seiche am Beispiel der Stadt Kerpen schildern.
Mein Anliegen geht aber über die kommunale Ebene hinaus: Als Landrat des Rhein-Erft-Kreises frage ich mich, wo es Lücken im Netz gibt – Lücken, die von den einzelnen Kommunen nicht gefüllt werden können, die aber vielleicht gemeinsam auf Kreisebene in Angriff genommen werden können – immer mit dem Ziel, die betroffenen Jugendlichen bei ihrem Weg ins Berufsleben zu unterstützen. Sicher gibt es bereits eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen, – aber wäre es nicht sinnvoll, durch eine bessere Vernetzung unsere Ressourcen noch gezielter einzusetzen um den Jugendlichen eine Perspektive aufzuzeigen?
Ich möchte damit das Ergebnis dieser Veranstaltung nicht vorwegnehmen, sondern deutlich machen, wo ich die Aufgabe des Rhein-Erft-Kreises sehe: als Moderator eines Gestaltungsprozesses, von dem letztlich alle Bürgerinnen und Bürger profitieren.
In diesem Sinne bin ich gespannt auf Ihre Beiträge und auf Ihre Antworten zu den aufgeworfenen Fragen und gebe das Wort weiter an Herrn Houska, der für den heutigen Tag unser Moderator sein wird.
Vielen Dank!
