Reden des Landrates - Integrationsveranstaltung


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Integrationsveranstaltung

10.09.10 07:52 Uhr
Grußwort des Landrates Werner Stump anlässlich der Informationsveranstaltung "Ausbildungs- und Beschäftigungschancen für Hauptschüler/-innen mit Migrationsgeschichte?! - Eine Bestandsaufnahme" am 09.09.2010 im großen Sitzungssaal des Kreishauses in Bergheim

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich freue mich sehr, dass ich Sie zur heutigen Informationsveranstaltung hier im Kreishaus begrüßen darf. Mein Gruß gilt besonders den Repräsentanten der Kreistags-fraktionen, Frau Tschepe für die CDU-Fraktion und Herr Krings für die SPD-Fraktion. Ihr Hiersein zeigt wieder einmal mehr, dass das Thema "Integration" auch in den politischen Gremien des Kreises verankert ist.

Integration ist in ihrer Vielschichtigkeit im Rhein-Erft-Kreis im-mer kritisch konstruktiv behandelt worden und wird in Zukunft auch weiterhin so behandelt werden.

In der Einladung zur heutigen Veranstaltung wurde bereits darauf hingewiesen, dass die Ausbildungs- und Beschäftigungschancen für Hauptschüler/-innen mit Migrationsgeschichte bekannterweise nicht als ideal bezeichnet werden können. Als Gesellschaft können wir es uns jedoch nicht erlauben, diesen jungen Menschen keine Zukunftsperspektiven anzubieten. Und genau hier setzt die gesellschaftliche Verpflichtung aller Akteure ein, ganz gleich, wie sich ihre Verantwortung in und für unsere Gesellschaft darstellt.

Verpflichtung bedeutet für mich in diesem Falle zweierlei. Zum ersten, dass Arbeitgeber mit eigener Migrationsgeschichte die formalen Voraussetzungen erfüllen müssen, um überhaupt ausbilden zu können - sprich: den Erwerb der "Ausbildereignung" realisieren - und zweitens die Verpflichtung der jungen Menschen, angebotene Möglichkeiten in Verantwortung für sich selbst, aber auch in Verantwortung für die Gesamtgesellschaft zu ergreifen. Solche Verfahrensweisen sind sicherlich ein erheblicher Bestandteil des Integrationsprozesses, der aber noch weiter vorangetrieben werden muss.

Absolut wichtig ist es auch, dass Betriebe, die einen Inhaber mit Migrationsgeschichte haben, nicht nur Personen der eigenen Volksgruppe beschäftigen und so hoffe ich, zukünftig auch verstärkt ausbilden werden - sondern qualifizierte Menschen, gleich welcher Ethnie, eine Berufsausbildung und Beschäftigung ermöglichen. Hier ist ein Umdenken im Sinne eines erfolgreichen Integrationsprozesses erforderlich! Ich würde mich freuen, wenn Sie diese Ansätze in Ihre Strukturen einbringen und als Multiplikatoren auch nicht müde werden, an der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe der Integration konstruktiv und kritisch mitzuwirken.

Es wäre sicherlich sinnvoll, wenn wir uns in diesem Kreis, vielleicht um weitere Akteure erweitert, in einem Jahr erneut treffen, um uns über mögliche Erfolge, aber auch Misserfolge auszutauschen, damit wir aus letzteren lernen um es noch besser machen zu können.

Ich wünsche dem heutigen Informationsaustausch einen konstruktiven Verlauf und darf mit dem in unserer Region üblichen Gruß schließen:

"Glück auf! - für eine gelingende Integration".