Jugend - Jetzt gehts rund – Das Trial Projekt


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Jetzt gehts rund – Das Trial Projekt

Ein Projekt zur Stärkung der sozialen Kompetenzen junger Menschen in Bedburg und Elsdorf.

 Die Idee

Heute heißt es unter Jugendlichen immer wieder: "In Bedburg und Elsdorf ist tote Hose, da schraubt und kifft man halt." Klar ist, dass diese Art der Freizeitbeschäftigung in unserer Gesellschaft nicht sonderlich auf Akzeptanz stößt: Auffälligkeiten im Straßenverkehr mit technisch manipulierten Maschinen, die sich oft im nicht fahrtüchtigen Zustand befinden, sind die Folge. Hier drängt sich der Vergleich zu Trial and Error - Versuch und Irrtum - auf.

Oftmals endet dies vor dem Jugendgericht und wird entsprechend strafrechtlich geahndet. Die Auslöser des strafrechtlich relevanten Verhaltens, die schlichte Langeweile, mangelnde Beachtung und häufig fehlende positive Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung der jungen Menschen in ihrem Umfeld sind damit nicht aus der Welt... .

Hier setzt das Trial Projekt neue Akzente und vermittelt den Jugendlichen interessante Freizeiterlebnisse und schafft positiv besetzte Betätigungsfelder. Ziel wird es sein, den Jugendlichen einen spielerischen und konstruktiven Umgang mit Sportkrafträdern zu ermöglichen und gleichzeitig einen verkehrserzieherischen Einfluss auszuüben.

Wagnis erleben, Mut beweisen, kalkuliertes Risiko eingehen - verbunden mit der Lust am Motorsport und zwar erlaubt !

Trialsport, der Geschicklichkeitssport auf zwei Rädern, abgeleitet vom englischen "try it"- "versuche es", ist der optimale Anreiz, die Freizeit mit dem zu füllen, was Spaß und Freude macht und gleichzeitig die Sicherheit im Strassenverkehr fördert.

Aber was ist Trial? Hindernisse im Gelände, wie auch Hindernisse im Leben überwinden lernen. Durch direkt erfahrbare Erlebnisse mit den Gegebenheiten der Natur eigene Grenzen spüren und akzeptieren. Trial ist Geschicklichkeitsfahren über Stock und Stein, Bretter, Fässer und andere Hindernisse, bei dem es darauf ankommt, nicht den Fuß auf die Erde zu setzen. Es kommt nicht auf die Geschwindigkeit an, es ist auch kein Kampf "Mann gegen Mann", sondern der Versuch, schwierige Passagen mit Geschick und Selbstvertrauen fehlerfrei zu bewältigen und dadurch Körperbeherrschung, Sicherheit und Konzentration mit dem Zweirad zu entwickeln.

Billard auf Motorrädern? Das trifft die Sache schon ganz gut. Mit Draufgängertum und Raserei kommt in dieser Sportart keiner weiter. Mit bekifftem Kopf schon gar nicht. Im Gegenteil: Erst die Bedachtheit und die Beherrschung von Geist und Körper führen zum Erfolg. Ausgebuffte Profis brillieren mit Akrobatik und gewagten Sprüngen über Autowracks und anderen Hindernissen.

Aktivitäten 2003 konkret

Für den Herbst 2003 planen wir eine große Trial-Startveranstaltung mit Wettbewerben, Vorführungen und großem Rahmenprogramm. Im Vorfeld startet eine Info-Kampagne (Kurzspot im Internet, Plakate, Flyer, Presse, Streetwork), um möglichst viele Jugendliche mit der Möglichkeit des Trialsports vertraut zu machen. Danach heißt es in Bedburg und Elsdorf "mehr Trial – weniger Error", denn die Jugendgerichtshilfe Rhein-Erft-Kreis wird im Rahmen von Wochenendtrainingskursen und Betreuungsweisungen in Gruppenprozessen integrierte Einzelerfahrungen fördern und Jugendliche bei der Suche nach sinnvoller Freizeitgestaltung unterstützen. Darüber hinaus wird sie mit ihrer Trialausrüstung vermehrt in Schulen präsent sein, sowie entsprechendes Know-How in ihre Verkehrskurse einbinden, um weiteres delinquentes Verhalten zu verhindern.

Trial Projekt – eine Lobby für die Jugend

Durch die Initiative der Jugendgerichtshilfe Rhein-Erft-Kreis verfolgen wir langfristig das Ziel, in Bedburg und Elsdorf ein Klima zu schaffen, in dem sich alle Jugendlichen akzeptiert fühlen und sich im Sinne eines gut funktionierenden Gemeinwesens entwickeln. Auffälligkeiten gehen zurück. Das kann gelingen, wenn diese Idee von vielen engagierten Institutionen und Menschen mit Leben gefüllt wird. Die Maßnahme wird auf Dauer im Kreis etabliert. Entsprechende Vernetzungen mit den Vereinen der Region können den Jugendlichen Orientierung und Anreize geben, um auch nach dem Zeitraum der Trainingskurse die Möglichkeit zur Weiterführung der Sportart zu ermöglichen. Durch die Unterstützung des Vereins Change Pro besteht zum Beispiel ein solches Trainingsangebot. Dies wird geleitet durch den ehemaligen deutschen Meister im Motorradrundstreckensport, Herrn Peter Schmitz.
Unternehmen der Region zeigen ihre gesellschaftliche Verantwortung, indem sie dem Trägerkreis Trial Projekt beitreten und weiteres Know-How, Sach- oder Fördermittel einbringen.

Ausblick

Das Trägerkreisnetzwerk hat langfristig Erfolg und soll zur Senkung der Kriminalitätsrate und Unfallzahlen beitragen. Dies basiert auf der im Grunde verblüffend einfachen Erkenntnis, dass für Jugendliche positive Identifikationsmöglichkeiten und pädagogisch durchdachte Anreize förderlicher sind, als die Stigmatisierung zur Problemgruppe.

Dazu wird den Jugendlichen langfristig ein ganzjährig befahrbares Trialgelände bereitgestellt und die mobilen Aktivitäten mit der Trialausstattung der JGH ausgeweitet.

Die Region profiliert sich in der Fachöffentlichkeit mit dieser Kampagne als progressiver Motor einer zeitgemäßen Jugendpolitik mit Modellcharakter.

Allen engagierten Menschen und Institutionen bietet das Netzwerk vielfältige Zugänge zu jungen Leuten zwischen 14 und 21. Dieser Imagetransfer kann in öffentlichkeitswirksamen Kampagnen herausgestellt werden.