Die Wasserhärte - Gips und Kalk im Trinkwasser
Man bezeichnet Wasser mit hohem Calcium- und Magnesiumgehalt als hart, solches mit wenig Calcium- und Magnesiumsalzen als weich. Der Grad der Wasserhärte ist von der geologischen Natur des jeweiligen Bodens abhängig, durch den das Grundwasser fließt. Eine zahlenmäßige Festlegung der Härte geschieht durch Angabe der Härtegrade. Der Härtebereich 1 entspricht 0 bis 7 Grad deutscher Härte (dH), der Härtebereich 2 entspricht 8 - 14 Grad dH, der Härtebereich 3 entspricht 15 bis 21 Grad dH und der Härtebereich 4 entspricht 22 bis 28 Grad dH.
Für den Gebrauch als Trinkwasser sind diese Salze im Wasser nicht störend. Im Gegenteil, chemisch reines Wasser ist als Trinkwasser nicht zu empfehlen, es schmeckt fade. Demgegenüber ist bei vielen anderen - insbesondere technischen - Verwendungszwecken die Härte des Wassers von Nachteil. Wird hartes Wasser erhitzt, fallen die Salze aus und setzen sich an den Wänden als Kesselstein ab.Eine hohe Wasserhärte bringt keine gesundheitlichen Risiken mit sich. Allerdings kann ein Bestandteil des Gipses, das Sulfat, bei der Zubereitung von Getränken (Tee, Kaffee) Geschmacksbeeinträchtigungen hervorrufen. Eine hohe Konzentration von Magnesiumsalzen in Trinkwasser wirkt abführend. Damit ist aber im Bereich des Rhein-Erft-Kreises nicht zu rechnen.
Nach weltweiten Untersuchungen ist ein Zusammenhang zwischen verschiedenen Herz- und Gefäßerkrankungen und dem Kalkgehalt des Wassers erkennbar. Sehr kalkarme, besonders völlig kalkfreie Trinkwässer, wie sie z.B. auf den Kanarischen Inseln vorkommen, sind offenbar mit höheren Sterblichkeitsziffern an Herz- und Gefäßerkrankungen verbunden.Auch für die Zahn- und Knochenausbildung ist eine gewisse Wasserhärte günstig. Andererseits gibt es Hinweise, daß eine sehr hohe Wasserhärte die Harnsteinkrankheit begünstigt.Eine mittlere bis mäßige Wasserhärte ist also aus gesundheitlichen Gründen sowie aus technischen Erwägungen (Brauchwasser) am günstigsten.
Wie kann man die Härte im Wasser verringern?
Kalkhaltiges, hartes Wasser kann bei der Warmwasserbereitung zum Problem werden. Wird Wasser erhitzt, bildet sich in Boiler und Leitungen Kesselstein. Die Enthärtung des Trinkwassers wird heute üblicherweise mit Ionenaustauschern vorgenommen. Dabei wird Calcium gegen Natrium ausgetauscht. Die Erhöhung der Natriumkonzentration im Trinkwasser ist aber gesundheitlich unerwünscht. Außerdem belasten die anfallenden Austauscherharze das Abwasser und damit unsere Umwelt.
Die Enthärtung von Trinkwasser ist - wenn das Wasser den Härtebereich 3 und 4 entspricht - im Haushalt nur bei der Warmwasserbereitung und beim Betrieb von Geschirrspül- und Waschmaschinen sinnvoll.Auch in kaltem Wasser können sich Kalk und Eisenablagerungen in den Leitungsrohren bilden. Diese führen dann unter Umständen zum einen zu Korrosionen bis hin zum Lochfraß, zum anderen in Rohrverengungen, im Extremfall zu Rohrverschlüssen. Die Ursachen liegen dann in der speziellen Zusammensetzung des Trinkwassers und den verwendeten Installationsmaterialien. Fragen Sie im Einzelfall Ihr Wasserwerk und Ihren Installateur.
Werden aus den Leitungsrohren Partikel ausgespült, setzen sich die Siebe der Perlatoren zu und müssen gereinigt werden, z.B. mit verdünntem Essigwasser oder verdünnter Zitronensäure. Vorsicht! Stets nur verdünnte Säure anwenden. Mit diesen Reinigungsmitteln können auch Kalkflecken leicht entfernt werden.Beim Waschen verbinden sich die Calcium- und Magnesiumanteile mit der Seife.
Hierdurch wird die reinigende Wirkung stark vermindert. Aus diesem Grund werden den Waschmitteln Enthärter (früher Phosphate; heute Silikate) zugegeben, die die Calcium- und Magnesiumanteile chemisch binden und damit für den Waschvorgang unschädlich machen.
