Trinkwasser - Blei im Trinkwasser


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Blei im Trinkwasser

Das Blei in unserer Umwelt stammt wie alle Schwermetalle aus den natürlichen Bestandteilen des bodenbildenden Gesteins.

Zusätzliche anthropogene (durch den Menschen verursachte) Belastungen entstehen durch Verbrennung von Kohle und durch andere Industrieabgase, aus Müll, Klärschlamm, Abwässern und sogenannten Altlasten. 70 - 80 % des Bleis werden mit der Nahrung aufgenommen, hierzu gehört auch das Trinkwasser, der Rest stammt aus der Luftbelastung. Die Bleibelastung eines Menschen hängt also in erster Linie vom Wohnort und von den Lebensgewohnheiten ab. Häufige Teilnahme am Straßenverkehr, Verwendung bleihaltiger Bedarfsgegenstände (in vielen Farben, Keramikglasuren, etc. kann heute immer noch Blei enthalten sein), sowie Trinkwasserinstallationssysteme aus Blei können die Bleibelastung im Organismus wesentlich erhöhen.

Wie kommt Blei ins Trinkwasser?

Die geogene, d.h. die natürliche Belastung des Trinkwassers mit Blei ist im Rhein-Erft-Kreis sehr gering. Das von den Wasserversorgungsunternehmen im Rhein-Erft-Kreis angelieferte Wasser enthält daher so gut wie kein Blei. Bestehen Hausanschlüsse oder gar komplette Hausinstallationssysteme ganz oder teilweise aus Blei, können Bleikonzentrationen im Trinkwasser erreicht werden, die weit über dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 0,01 Milligramm pro Liter liegen. Während der Nacht kann das in den Bleirohren stagnierende Wasser bis zu 0,1 Milligramm pro Liter Blei aufnehmen.

Wann löst sich Blei aus der Hausleitung?

Das Ausmaß des Übergangs von Blei aus Bleirohren auf das Trinkwasser ist wie bei allen metallischen Werkstoffen von der Wasserbeschaffenheit, den Entnahmegewohnheiten und von der Leitungslänge abhängig. Eine hohe Bleiabgabe erfolgt

  • bei langen Standzeiten des Wassers in den Rohren
  • bei geringer Wasserhärte
  • bei hohem Säuregrad bzw. bei niedrigem pH-Wert d.h. also, je aggressiver das Wasser, je länger die Leitungen und je länger die Standzeiten in den Bleirohren, je höher kann der Bleigehalt im Wasser sein.

Das von den Wasserversorgungsunternehmen im Rhein-Erft-Kreis abgegebene Wasser ist jedoch nicht aggressiv. Es befindet sich im sogenannten Kalk- und Kohlensäuregleichgewicht, wie es die Trinkwasserverordnung vorschreibt. Die Bleiabgabe an das Wasser ist daher hier nicht ganz so problematisch, kann aber auch nicht ausgeschlossen werden.

Wann wirkt Blei gesundheitsschädigend?

Jeder Mensch in der Industriegesellschaft hat eine gewisse Bleibelastung, die jedoch noch nicht gesundheitsgefährdend sein muss. Länger andauernde erhöhte Bleiaufnahme kann jedoch zu einer chronischen Bleivergiftung führen. (Akute Bleivergiftungen, wie sie z.B. bei Arbeitern in der bleiverarbeitenden Industrie beschrieben wurden, können durch Trinkwasser aus Bleirohren praktisch ausgeschlossen werden).Eine chronische Bleibelastung kann jedoch Störungen der Funktion des zentralen und peripheren Nervensystems, des Blutbildungssystems sowie blutdruckerhöhende Wirkungen hervorrufen.Säuglinge und Kleinkinder sowie Schwangere und Personen mit deutlich erhöhtem Wasserbedarf wie Diabetiker oder Schwerstarbeiter sowie beruflich vorbelastete Personen gelten als besondere Risikogruppen.

Wie kann man die Bleibelastung im Trinkwasser verringern?

Wenn Hausanschlüsse aus Blei und Bleileitungen im Haus vorhanden sind, sollten folgende Maßnahmen vorgenommen werden:

  • Aus rein vorsorglichen Gründen sollten alle Hausanschlüsse und Hausinstallationssysteme aus Blei ausgetauscht werden. In jedem Fall ist ein Austausch erforderlich, wenn der o.g. Grenzwert der Trinkwasserverordnung für Blei überschritten wird. Wegen einer diesbezüglichen Untersuchung wenden Sie sich bitte an Ihr Wasserwerk oder an das Gesundheitsamt. (Auch Hausanschlüsse und Hausinstallationssysteme sind Wasserversorgungsanlagen im Sinne der Trinkwasserverordnung und unterliegen daher der Überwachung durch das Gesundheitsamt).
  • Spätestens ab einer Konzentration von 0,01 Milligramm pro Liter Trinkwasser ist die Verwendung von abgepacktem, bleiarmen Wasser zur Herstellung von Säuglings- und Kleinkindernahrung zu empfehlen.
  • Bis zum Austausch der Leitungen: Ablassen des in den Leitungen stehenden Wassers, bevor das Wasser als Trinkwasser oder zur Nahrungsmittelzubereitung verwendet wird. Nach einer längeren Stagnationszeit, z.B. morgens, mindestens 5 Minuten laufen lassen!