Umwelt und Seuchenhygiene - Muttermilch


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Muttermilch

Schadstoffbelastungen in der Muttermilch sind zurückgegangen!
Die "Nationale Stillkommission" am Robert-Koch-Institut in Berlin (vormals Bundesgesundheitsamt) hat mitgeteilt, daß aufgrund von getroffenen Maßnahmen ( wie z. B. Anwendungsverbote bzw. -empfehlungen) die Rückstände an persistenten (langlebigen) Organochlorverbindungen in den vergangenen Jahren erheblich zurückgegangen sind. Das Gesundheitsamt des Rhein-Erft-Kreises möchte daher an dieser Stelle die werdenden Mütter über den derzeitigen Sachstand informieren. Als in der Muttermilch vorkommende Schadstoffe sind in erster Linie die langlebigen Organochlor-verbindungen zu nennen. Hierzu gehören:
  • die Organochlorpestizide wie DDT, Lindan
  • die polychlorierten Biphenyle (PCB) und die Dioxine und Furane
aber auch Schwermetalle wie Blei, Cadmium und Quecksilber. Umfangreiche Untersuchungen in den vergangenen Jahren haben allerdings ergeben, daß die Belastung der Muttermilch mit Schwermetallen als gering anzusehen ist. Von Bedeutung ist lediglich das Vorkommen der langlebigen Organochlorverbindungen. Hier ist die Belastung in den letzten Jahren - bei Organochlorpestiziden um 50-80% - bei PCB und Dioxinen um 50% zurückgegangen. Aufgrund dieser Entwicklung sieht die Kommision in den verbliebenen Rückständen kein gesundheitliches Risiko für den Säugling und somit keinen Anlaß für irgendwelche Einschränkungen des Stillens. Sie empfiehlt den Müttern, ihre Kinder bis zum Übergang auf Löffelnahrung (d.h. vier bis sechs Monate lang) voll zu stillen, und sieht auch kein gesundheitliches Risiko für den Säugling, wenn danach -zusätzlich zur Beikost und Kleinkindernahrung- noch weiter gestillt wird. Der Nutzen des Stillens ist höher zu bewerten, als ein möglicherweise noch vorhandenes Restrisiko. Die Ernährung des Säuglings mit Muttermilch ist als eine besondere Gesundheitsprophylaxe anzusehen. In ihrer Zusammensetzung und ihrem Nährstoffgehalt ist sie ganz auf die noch unreifen Funktionen des kindlichen Verdauungsapparates und Stoffwechsels abgestellt. Sie enthält alle Bau- und Betriebsstoffe in notwendiger Menge und bietet zudem einen besonderen Infektionsschutz. Daher gedeihen Brustkinder besser, sind durch Ernährungsstörungen weniger gefährdet und widerstandsfähiger gegenüber Infektionskrankheiten. Umfangreiche Untersuchungen belegen, daß bezüglich der Schadstoffbelastung in der Muttermilch weder in NRW noch in der Bundesrepublik größere regionale Unterschiede bestehen. Ein Zusammenhang zwischen belastetem und unbelastetem Gebiet ist nicht nachweisbar. Das hängt damit zusammen, daß über 90% der Schadstoffe über die Nahrung aufgenommen werden. Die Resorption über die Haut oder die Aufnahme aus der Luft sind bis auf Sonderfälle zu vernachlässigen. Da die verzehrten Lebensmittel bis auf wenige Ausnahmen normalerweise nicht aus der näheren Umgebung der Verbraucher stammen, sondern in den Supermärkten der überregionalen Lebensmittelketten erworben werden, sind kaum lokale oder regionale Unterschiede erkennbar. Einzelne Muttermilchuntersuchungen sind daher auch nicht erforderlich, allenfalls bei einem begründeten Verdacht auf eine besonders hohe Belastung. Die Schadstoffbelastung der Muttermilch hängt im Wesentlichen von folgenden Faktoren ab:
  • Vom Alter der Mutter. Je älter die Mutter, umso höher die Gehalte.
  • Von der Zahl der gestillten Kinder. Beim zweiten Kind sind die Gehalte niedriger (Auswaschungseffekt)
  • Vom Gewicht der Mutter. Übergewichtige Mütter haben wegen der Konzentrierung der chlororganischen Substanzen im Fettgewebe häufiger eine geringere Belastung. Wie bereits oben schon erwähnt, konnte eine Beeinflussung durch den Wohnort, aber auch durch den Beruf bisher nicht festgestellt werden. Da die Schadstoffanreicherung im menschlichen Fettgewebe über viele Jahre erfolgt ist, bewirkt auch eine kurzfristige Nahrungsmittelumstellung vor Beginn des Stillens keine Reduzierung der Schadstoffbelastung. Sollte in einem besonderen Fall doch eine Muttermilchuntersuchung gewünscht werden, können die betroffenen Mütter sich an das Chemische Landes- und Staatliche Veterinäruntersuchungsamt, Postfach 1980 in 48007 Münster, Tel. 0251/9821-213 (Herr Dr. Fürst) wenden. Gegen Zahlung eines geringen Betrages wird die Muttermilch auf die o.g. Organochlorverbindungen untersucht. Für weitere Auskünfte steht Ihnen Herr Boll vom Gesundheitsamt des Rhein-Erft-Kreises zur Verfügung. Telefon: 02271/83-4535.