Allergien - Hausstaub


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Hausstaub

Hausstaubmilben sind weltweit verbreitet, ihr Vorkommen nahm durch die zunehmende Ausstattung unserer Häuser mit textilen Materialien (Betten, Teppichböden, Gardinen und Vorhänge, Tierfelle) zu.

Die Hausstaubmilben sind parasitäre Spinnentiere und dürfen nicht mit der Krätzemilbe verwechselt werden. Sie befinden sich - wie schon der Name sagt - im Hausstaub, der sich außer aus Milben auch aus Sand, Fasermaterialien, menschlichen und tierischen Haaren, Hautschuppen, Nahrungsmittelresten, Pollen, Bestandteilen von Schimmelpilzen und Bakterien und vielem mehr zusammensetzt und ihre Hauptnahrungsquelle darstellt.

Hausstaubmilben sind weltweit verbreitet, ihr Vorkommen nahm zu durch die zunehmende Ausstattung unserer Häuser mit textilen Materialien (Betten, Teppichböden, Gardinen und Vorhänge, Tierfelle). In den letzten Jahren ist das vermehrte Vorkommen von Hausstaubmilben durch eine bessere Wärmeisolierung unserer Wohnungen begünstigt worden.

Hausstaubmilben sind etwa 0,1 bis 0,5 mm groß und deshalb mit bloßem Auge nicht sichtbar. Sie sind lichtscheu und versuchen, sich in Betten, Polstermöbeln, Teppichen zu verbergen, indem sie sich mittels ihrer Haftfüßchen festhalten. Das ist auch die Erklärung dafür, daß Milben durch Staubsaugen nicht restlos entfernbar sind.

Um sich vor Milben schützen zu können, muß man sich über optimale Lebensbedingungen informieren und versuchen, diese nachhaltig zu zerstören: Die günstigsten Klimabedingungen für die Milben sind Temperaturen zwischen 20 und 30°C und eine relative Luftfeuchte von 75 bis 80%. Temperaturen bis -25°C werden einigen Stunden lang, +50°C vier Stunden lang und +60°C eine Stunde lang ertragen. Die Entwicklung der Hausstaubmilbe vom Ei bis zum geschlechtsreifen Tier dauert etwa vier Wochen. In ihrem 3-4 monatigen Leben produziert ein Milbenweibchen bis zu 300 Eier. Hauptnahrungsquellen sind Haare und Hautschuppen von Mensch und Tier. Wir verlieren pro Tag etwa 1 bis 1,5 g Hautschuppen, die Hunderttausenden von Milben zur Ernährung reichen.

Hausstaubmilben haben nichts mit Unsauberkeit zu tun; außer in Gebirgsgegenden über 1.200 m sind sie überall anzutreffen. Sie übertragen keine Krankheiten, befallen nicht unsere Körperoberfläche und schaden uns normalerweise nicht. Nur bei Allergikern, d.h. dazu prädisponierten Menschen kann das Einatmen von Milbenstaub zu Beschwerden wie tränende Augen, Niesattacken, Schnupfen, Hautjucken und Ekzeme sowie Asthma führen. Man weiß heute, daß Asthma im Kindesalter zu 80% durch Milbenallergene verursacht wird. Im Gegensatz zur Pollenallergie bestehen die Beschwerden bei einer Milbenallergie ganzjährig mit einem Gipfel im Herbst und Winter: sobald es in unseren Gegenden kalt wird, Fenster und Türen geschlossen und die Heizungen angestellt werden, vermindert sich die relative Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen und die Milben sterben ab. Übrig bleiben große Mengen an Milbenkot und die allmählich zerfallenden toten Milben, beide erhalten die Milbenallergene.

Wichtig: Nachweislich ist die Menge der häuslichen Allergenbelastung entscheidend, d.h. stärkerer Milbenbefall führt zu stärkeren Beschwerden! Mittels einer Farbreaktion ("Acarex-Test") läßt sich auf einfache Weise der Gehalt an Milben auf Teppichen und anderen textilen Gegenständen im gesammelten Staub bestimmen.Was können und sollten Sie zur Vermeidung einer hohen Milbenbelastung in Ihrer Wohnung bei nachgewiesener Milbenallergie tun:

  • Hauptreservoir der Milbe sind die Matratzen und Polstermöbel. Überziehen Sie die Matratzen mit milbenundurchlässigen Überzügen (erhältlich über Apotheken und Sanitätshäuser, bzw. im Direktverand).

    Diese Bezüge sind atmungsaktiv, aber staub- und milbenallergendicht und lassen sich waschen. Wichtig ist, daß die Überzüge die Matratzen von allen Seiten hermetisch umschließen und nicht etwa die Unterseite freilassen. Matratzen, die älter als 8 Jahre sind, sollten Sie durch neue ersetzen.Dabei spielt es keine Rolle, aus welchem Material sie bestehen; Hausstaubmilben besiedeln auch Schaumstoff und anderes Material (wie sich durch Versuche gezeigt hat). Stehen in dem Schlafraum mehrere Betten, müssen alle so ausgerüstet werden.

  • Oberbetten und Kopfkissen sollten waschbar sein, oder Sie überziehen diese ebenfalls mit den o.g. Spezialüberzügen (Hersteller siehe unten).

  • Ersetzen Sie Polstermöbel durch Ledergarnituren oder Holzmöbel.

  • Entfernen Sie im Schlafzimmer alle "Staubfänger" wie Teppiche, schwere Vorhänge, offene Kleiderregale.

  • Vermeiden Sie zu hohe Luftfeuchtigkeit, in allen Wohnräumen sollte sie so gering wie möglich sein, am besten geringer als 50%. Schlafzimmer nicht oder nur gering beheizen.

  • Lüften Sie häufig kurzzeitig Ihre Wohnräume, vermeiden Sie Schimmelbefall (Stockflecken!). Keine Luftbefeuchter anbringen!

  • Verzichten Sie auf jegliche Haustiere!

  • Entfernen Sie Grünpflanzen aus Ihrem Schlafzimmer (zustzliche Feuchtigkeitsspender).

  • Teppiche und Polstermöbel im Wohnbereich, die nicht austauschbar sind, sollten 1-2 mal jährlich mit einem milbenvernichtenden Mittel (für Patienten unschädlich!) behandelt werden (z.B. mit Tresan oder Acarosan).

  • Der Staubsauger sollte einen zusätzlichen Mikrofilter besitzen, der den Milbenstaub zurückhält.

  • Bei allergiekranken Kindern müssen die Spielsachen (Kuscheltiere) waschbar sein.

  • Wählen Sie möglichst Ihre Urlaubsgebiete in und über 1.200 m Höhe.

Günstig für Milbenallergiker sind Fußbodenheizungen. Die größere Wärme in Bodennähe führt zu einem Wärmeflutverhalten der Milbe, auf einem Teppichboden läßt sie sich jetzt besser von der Oberfläche absaugen.

Hausstaub-Milbenallergie - Zusammenfassung: Die Milbenallergie nimmt zu: fast jeder 3. Allergiker zeigt heute schon eine Milbenüber- empfindlichkeit an.Durch unsere Heizsysteme, die Mehrfachverglasung der Fenster und unser Bedürfnis, häufiger bzw. täglich zu duschen, führen zu einer Luftfeuchtigkeitsansammlung und einer gleichblei- benden Wärme, d.h. zu einem "milbenfreundlichen Wohnklima". Verstärkt wird dies noch durch die zunehmende Haustierhaltung und unsere Wohnungsausstattung mit vielen Teppichen und Polstermöbeln.

Um einer Hausstaubmilbensensibilisierung vorzubeugen, müssen wir versuchen, diese für Milben optimalen Lebensbedingungen zu ändern.