Zahnärztlicher Dienst - Karies (Zahnfäule)


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Karies (Zahnfäule)

Wer weiß, wie sie entsteht, kann sich wirksam davor schützen...

Kariesentstehung

Karies ist eine Erweichung der Zahnhartsubstanz. Sie kann sich auf die unterschiedlichen Strukturen des Zahnes ausbreiten, wird als erstes aber sicher den Zahnschmelz angreifen.

Ursache ist Plaque (Zahnbelag), der nicht regelmäßig entfernt wird. Plaque besteht aus Nahrungs- und Getränkeresten, Bakterien, Speichel und Säuren.

Der Ursprung allen Übels sind die Säuren, die auf unsere Zahnoberfläche einwirken. Die Oberfläche des Zahnes ist der Zahnschmelz. Er besteht aus einem sehr widerstandsfähigen Mineralsalz, dem Hydroxylapatitkristall. Es ist die härteste Substanz im menschlichen Körper und trotzdem vor Säureattacken nicht sicher.

Woher kommen die Säuren im Munde?

Einmal dadurch, dass wir Säuren durch die Nahrung bzw. durch ein Getränk aufnehmen. Beispielsweise wäre dabei aufzuzählen die Zitronen-, Kohlen- und Essigsäure. Verschiedene Medikamente bestehen auf einer sauren Komponente, wie z.B. die Ascorbinsäure (Vitamin C-Präparat). Fruchtsäfte mit einer natürlich vorhandenen Säure gehören ebenso zu unseren "Säurespendern", wie z.B. die Apfelsäure im Apfelsaft.

Durch die Aufnahme zuckerhaltiger Nahrungsmittel und auch stark zuckerhaltiger Getränke entstehen als Endprodukte des Kohlenhydratstoffwechsels Säuren. Motor dieser Verstoffwechselung sind Bakterien. Diese Bakterien sind in unserem Mund vorhanden und sie "ernähren" sich von den zugeführten Kohlenhydraten (Zuckern), die auf der Zahnoberfläche bei mangelnder Zahnpflege liegen bleiben. Diese Zuckerarten, wie Glukose, Fruktose, Maltose und Saccharose, um die wichtigsten Vertreter zu nennen, werden von unseren Mundbakterien aufgenommen und verstoffwechselt (umgebaut). Durch diesen "Umbau" erhält das Bakterium seine Energie zum Leben. Das Endprodukt dieser Verstoffwechselung, eine Säure, wird vom Bakterium nicht mehr gebraucht und ausgeschieden. 

Was bewirken die Säuren?

Säuren führen zu einer Entkalkung des Zahnschmelzes, der aus besagtem Hydroxylapatit-Kristall besteht. So wird ein Schaden im harten Schmelz gesetzt, der lediglich im Anfangsstadium durch Fluoridgaben repariert werden kann (Remineralisation).

Wird die schädigende Ursache nicht verringert oder beseitigt, kann die Karies in die tieferen Schichten fortschreiten und zu einer Schädigung des Zahnmarkes (Pulpa) führen, und schließlich den Zahn total zerstören.

Wie sehen die Schäden am Zahn aus?

Säureangriffe durch Getränke wirken in der Regel erosiv, d.h. schmelzabtragend über den ganzen Zahn hinweg. Die Oberfläche des Zahnes wird wannenförmig ausgehöhlt und eine richtige Karies (Erweichung des Schmelzes) wird oftmals erst im fortgeschrittenem Stadium beobachtet werden können. Vergleichsweise dazu können wir uns eine Landschaft vorstellen, die vom Wind abgetragen wird.

Durch kariesverursachende Nahrungsmittel entstehen punktuell am Zahn Schäden mit enormen Tiefgang. Diese den Zahn schädigenden Nahrungsmittel sind in erster Linie unsere Süßigkeiten, aber auch die versteckten Zucker müssen Beachtung finden (Ketchup, viele Fertigprodukte, Joghurt).

Bevorzugt geschädigt werden am Zahn die Rillen (Fissuren) und Grübchen der Kauflächen, weil wir hier die Nahrungsreste beim Zähneputzen nicht so gründlich entfernen können.