Impfkampagne 2008 - Impfen. Impfkampagne im Rhein-Erft-Kreis 2007


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Impfen. Impfkampagne im Rhein-Erft-Kreis 2007

Präventionsmaßnahme Nr. 1

Warum eine Impfkampagne?

Impfen gehört zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen. Es ist daher eine vordringliche Aufgabe des öffentlichen Gesundheitsdienstes, gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten dafür zu sorgen, dass gerade Kinder zeitgerecht, umfassend und vollständig geimpft werden. 

 Ziel

Ziel ist, eine Durchimpfungsrate von >95% bei allen Impfungen zu erreichen. Nur so kann die seuchenhygienische Eliminierung von (vermeidbaren) Krankheiten sichergestellt werden. In letzter Zeit sind vermehrte Anstrengungen gemacht worden, die prinzipielle Freiwilligkeit zum Impfen durch Regularien zu ergänzen, die in anderen Ländern längst Standard sind. In den USA wird z.B. kein Kind ohne ausreichenden Impfschutz in Zukunft in Einrichtungen der Kinderbetreuung aufgenommen. 

Impfkampagne I/Rhein-Erft-Kreis

Im Rhein-Erft-Kreis werden regelmäßig im Rahmen der Einschulungsuntersuchungen und Kita-Untersuchungen Impfausweise überprüft. Im Laufe der vergangenen Jahre hat es immer wieder in Einrichtungen mit auffällig hohen Impfvakanzen Impfaktionen gegeben. Trotzdem haben die Auswertungen der Schul-eingangsuntersuchungen der vergangenen Jahre regionalspezifisch Abweichungen vom Ziel der 95%-Marke Durchimpfungsrate gezeigt. Deshalb wurde im Rhein-Erft-Kreis ein regionales Impfkonzept erstellt. Es gelang so, in den politischen Gremien zusätzliches Personal für eine Impfkampagne bewilligt zu bekommen.

Innerhalb eines halben Jahres (2007) wurden von zwei (halbtags beschäftigten) Impfteams (Ärztin und Assistentin) die Impfausweise aller Kinder der 3. und 4. Schulklassen im Rhein-Erft-Kreis überprüft. Parallel dazu hat der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) Informationen an die niedergelassenen Hausärzte und Kinderärzte bezüglich Impfen gegeben. Presseveröffentlichungen und Websites zum Impfen wurden erstellt und damit die Öffentlichkeit für das Thema Impfen zusätzlich aufgeklärt und sensibilisiert.

Dass dies gelungen ist, zeigt die Erfahrung der Impfteams: es wurden teilweise die Impfausweise nicht nur der Kinder, sondern auch von anderen Familienmitgliedern vorgelegt. Bei den Impfberatungen erfolgte keine Beschränkung auf bestimmte Impfungen, sondern alle von der Ständigen Impfkommission (StIKo) empfohlenen Impfungen wurden auf Vollständigkeit geprüft, so dass entsprechende Impfempfehlungen ausgesprochen werden konnten. Dabei lagen die Raten der fehlenden/inkompletten Impfungen bei Tetanus/Diphtherie mit rund 19% am höchsten, gefolgt von MMR mit 8,6% und Hepatitis B mit 6,7%. In absoluten Zahlen: bei 1.725 Kindern wurden 3.769 fehlende/unvollständige Impfungen dokumentiert. 

Impfkampagne II/Landesimpfkampagne NRW im Rhein-Erft-Kreis

Parallel zu der Impfkampagne, welche der Rhein-Erft-Kreis initiiert hat, liefen die Vorbereitungen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes für die Impfkampagne 2008, die vom Land NRW aufgrund der Masernexposition im Ruhrgebiet initiiert worden ist. Sie bezieht sich auf die Masern-Mumps-Röteln-Impfungen. Durch eine Vertragsverlängerung der beiden Impfteams konnte erreicht werden, dass im Rhein-Erft-Kreis die Impfkampagne ausgeweitet wird.

Es ist eine Aufgabenaufteilung zwischen niedergelassener Ärzteschaft und ÖGD in der Weise erfolgt, dass die berufsbildenden Schulen von den niedergelassenen ÄrztInnen betreut werden. Begleitet wird auch die Fortführung der Impfkampagne durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit. 

Ausblick

Es ist ein Gesundheitsbericht über die Impfkampagne I erstellt worden. Die Auswertungen der Dokumentation über die Impfkampagne II liegt beim Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit in Bielefeld (LIGA). Das Gesundheitsamt bemüht sich, die Daten für die regionale Berichterstattung zu erhalten, um einen umfassenderen und kleinräumigen Überblick über die Durchimpfungsraten zu ermöglchen.

Weiter werden in den Schuleingangs- und Kitauntersuchungen die Impfpässe überprüft werden. Zusätzlich werden demnächst verstärkt vom Kinder- und Jugendärztlichen Dienst Untersuchungen in Kindertagesstätten durchgeführt. Es ist wahrscheinlich, dass aufgrund der Pflicht, Impfausweise bei Eintritt in Kitas vorzulegen, die Durchimpfungsrate gesteigert werden kann. Damit ist es aber nicht getan, weil ein gewisser Prozentsatz von Kindern nicht in Einrichtungen betreut wird. Deshalb muss der ÖGD in Zusammenarbeit mit der niedergelassenen Ärzteschaft stetig auf das Ziel hinarbeiten, die Durchimpfungsraten auf mindestens oder über 95% zu heben. 

Fazit

Das Thema Impfen wird auch in den kommenden Jahren eine Gemeinschaftsaufgabe vom Öffentlichen Gesundheitsdienst und niedergelassener Ärzteschaft im Rhein-Erft-Kreis bleiben.