Hygienische Behandlung von Wassersprudlern (Sodastreamern)
Aus Sicht des Gesundheitsamtes ist hierzu folgendes auszusagen:
Eine absolute Keimfreiheit ist bei dieser Herstellung von Sprudelwasser sicherlich nicht zu erwarten. Sie ist aus gesundheitlicher Sicht im Hinblick auf den ständigen natürlichen Kontakt mit Umweltkeimen aber auch nicht erforderlich. Alleine die Oberfläche des Menschen ist mit mehreren Milliarden Keimen (Bakterien, Pilzen, Parasiten, Viren) besiedelt.
Allerdings kann durch unsachgemäße Handhabung der Wasseraufbereitung oder bauartbedingte Mängel des Wassersprudlers eine übermäßige Verkeimung des Wassers erfolgen.
Wenn das Wasser immer frisch zubereitet wird, (nie länger als 1 Tag lagern), die Wasserflaschen und das Sprudelwassergerät gemäß der Betriebsanleitung regelmäßig gründlich gereinigt werden, bestehen gegen die Verwendung von Sprudelwassergeräten in der Regel keine Bedenken, zumal die Kohlensäure im Wasser die Vermehrung von Bakterien hemmt.
Für die regelmäßige Pflege oder die Neuanschaffung von Sprudelwassergeräten hier zusammengefasst einige Tipps:
- Es sollten spülmaschinenbeständige Flaschen (z.B. Glasflaschen) benutzt werden und diese dann regelmäßig in der Spülmaschine reinigen. Ist das aus technischen Gründen (PET-Flaschen) nicht möglich, sollten die Flaschen regelmäßig und sorgfältig von Hand gespült werden (mit handelsüblichem Spülmittel bis 50 °C). Unter Umständen sollten die Flaschen, insbesondere auch die Gummidichtungen zusätzlich noch mit Essigwasser desinfiziert werden. Danach stellt man die Flaschen am Besten kopfüber auf und lässt sie komplett austrocknen. Wichtig ist, keine Wasserreste in der Flasche!
- Das Wasser immer frisch zubereitet trinken. Nie länger als 1 Tag lagern! Vereinzelte Keime sind im Wasser ohne gesundheitliche Bedeutung. Erst wenn das Wasser längere Zeit steht (bei höheren Temperaturen über mehrere Tage), können sich die Bakterien vermehren.
- Das Wasser aus der öffentlichen Trinkwasserversorgung entspricht der Trinkwasserverordnung und ist unbedenklich. Allerdings kann das Trinkwasser durch die Hausinstallation beeinflusst werden (Bleirohre in Altbauten, Wasseraufbereitungsanlagen, verunreinigte Zapfarmaturen etcetera). Daher ist eine Überprüfung der Hauinstallation durch das Gesundheitsamt zu empfehlen. Neben einer optischen Kontrolle kann auch eine Untersuchung des Leitungswassers durchgeführt werden. Hausinstallationssysteme, aus denen Wasser für die Öffentlichkeit abgegeben wird, unterliegen der Überwachung durch das Gesundheitsamt.
- Die Wasserzapfstelle an der die Flaschen befüllt werden, sollte ebenfalls hygienisch gepflegt werden. Das bedeutet insbesondere, den Perlator regelmäßig zu reinigen und eventuell mit Essigwasser zu desinfizieren, wenn möglich auch auszukochen, bei stärkerer Verkalkung zu erneuern.
