Aktuelles - Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande an Herrn Gerd Bandilla aus Erftstadt


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Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande an Herrn Gerd Bandilla aus Erftstadt

09.01.13 14:33 Uhr
Gestern hat Landrat Werner Stump das Verdienstkreuz am Bande an Herrn Gerd Bandilla aus Erftstadt verliehen.
Bild von: Rhein-Erft-Kreis, Der Landrat
v.l.n.r.: Landrat Werner Stump, Else Bandilla, Gerd Bandilla
© Rhein-Erft-Kreis, Der Landrat

Aus der Entscheidung des Bundespräsidenten, Herrn Bandilla diese hohe Auszeichnung zu verleihen heißt es wie folgt:

"Herr Gerd Bandilla hat durch sein jahrzehntelanges Engagement im Bereich der Völkerverständigung sowie im kommunalpolitischen Bereich auszeichnungswürdige Verdienste erworben. Er war zuletzt von 1972 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1992 Gemeindedirektor der Gemeinde Nörvenich.

Geprägt von Flucht und Vertreibung aus Ostpreußen trat Herr Bandilla 1960 dem "Bund der Vertriebenen, Ortsverband Friesheim" bei, übernahm hier bis 1967 das Amt des Schriftführers und bis 1981 das Amt des Vorsitzenden. Bereits früh engagierte sich Herr Bandilla auch in der "Kreisgemeinschaft Lyck", deren Vorsitzender er seit 1985 bis heute ist. Die Kreisgemeinschaft Lyck ist der unpolitische und überkonfessionelle Zusammenschluss aller Ostpreußen, die im Kreis Lyck geboren sind oder dort Heimatrechte erworben haben sowie deren Angehörige und Nachkommen. Als Vorsitzender ist Herr Bandilla u.a. für die Organisation der jährlichen Lycker Kreistreffen in Hagen sowie für die Erstellung und Herausgabe des einmal jährlich erscheinenden "Hagen-Lycker Briefes" verantwortlich.

Seit 1989 besuchte er mehrmals jährlich den polnischen Kreis Lyck (Elk) und baute gute Beziehungen und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zu den dortigen Bewohnern, den örtlichen Kirchen, den Kreisgemeinden und der Stadt Lyck auf. Seit 1992 plante und leitete Herr Bandilla bisher ca. 40 Busreisen für ehemalige Bewohner des Kreises Lyck in die alte Heimat, um den Kontakt zur dortigen polnischen Bevölkerung zu pflegen.

Es gelang ihm, das ursprünglich gegenseitige große Misstrauen ab- und beständige Freundschaften aufzubauen. Er war maßgeblich an Erwerb und Ausgestaltung des geschichtsträchtigen Lycker Wasserturms beteiligt, den die deutsche Minderheit seitdem als Vereinssitz nutzt und zu einem Heimatmuseum ausbaute.

Seit 1995 werden mit seiner Unterstützung der ökumenische Austausch gefördert und jährlich ökumenische Gottesdienste in allen kreisangehörigen Pfarrbezirken und der Stadt Lyck durchgeführt.
Darüber hinaus setzt er sich für die Pflege von Friedhöfen und Kriegsgräberstätten ein. Auch konnte dank seines Einsatzes eine Lazarus-Sozialstation, die sich um die Versorgung von kranken und alten Menschen kümmert, eingerichtet werden.

Herr Bandilla initiierte viele deutsch-polnische Kontakte, die im Ergebnis 2002 zur Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages zwischen dem Landkreis Lyck und der Landkreisgemeinschaft Ehemaliger Lycker in Deutschland führten.

Ferner sorgte er dafür, dass enge Beziehungen zwischen der Stadtverwaltung Hagen und der polnischen Stadt Lyck aufgebaut und 2006 ein gemeinsames Abkommen zur interkommunalen Zusammenarbeit geschlossen werden konnten.

Seitdem werden bilaterale Programme für Jugendliche durchgeführt, die Praktika und Schüleraustausch zwischen dem Kreis Lyck und der deutschen Partnerstadt Hagen beinhalten. Außerdem motiviert er auch die nachwachsenden Generationen, sich in der Kreisgemeinschaft Lyck zu engagieren. Des Weiteren engagiert er sich für die Landsmannschaft Ostpreußen und war von 1992 bis 1995 Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes, von 1995 bis 1998 Vorstandsmitglied der "Stiftung Ostpreußen" und von 1995 bis 1998 Vorsitzender des Prüfungsausschusses der Landsmannschaft.

Daneben war Herr Bandilla auch kommunalpolitisch tätig. Von 1965 bis 1972 war er Schriftführer im CDU-Ortsverband Friesheim, von 1972 bis 1976 dessen Vorsitzender sowie von 1976 bis 1989 Vorstandsmitglied. Dem CDU-Stadtverband Erftstadt gehörte er von 1969 bis 1986 in verschiedenen Funktionen und als Vorstandsmitglied an.  Außerdem war er von 1969 bis 1975 Stadtverordneter der Stadt Erftstadt sowie von 1975 bis 1989 Kreistagsabgeordneter des Rhein-Erft-Kreises. Ferner war er von 1975 bis 1982 Mitglied der Delegiertenversammlung des Erftverbandes sowie von 1976 bis 1984 Aufsichtsratsmitglied der Strukturfördergesellschaft für den Rhein-Erft-Kreis. 1997 wurde Herr Bandilla für seine Verdienste um den Erhalt des ostpreußischen Kulturgutes mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Landsmannschaft Ostpreußen ausgezeichnet.

2008 wurde er für sein unermüdliches Streben um Völkerverständigung und Versöhnung zwischen Polen und Deutschland von der polnischen Stadt Lyck (Elk) mit der Weißen Lilie als bester Botschafter geehrt."