Aktuelles - Tierschutzstatistiken des Kreisveterinäramt im Jahr 2016


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Tierschutzstatistiken des Kreisveterinäramt im Jahr 2016

01.02.17 14:18 Uhr
Die Tierärzte des Veterinäramtes des Rhein-Erft-Kreises sind dazu angehalten, die artgerechte Haltung von Tieren zu überprüfen und – falls nötig – zu beanstanden.
Die Überprüfungen von privaten und gewerblichen Tierhaltern machen einen großen Teil der Tierschutzarbeit im Veterinäramt aus. Trotz der Feststellung von Mängeln ist festzuhalten, dass die überwiegende Mehrzahl der Halterinnen und Halter ihren Tieren ein passendes zu Hause bieten.

Dennoch werden aufgrund von Beschwerden aus der Bevölkerung zahlreiche Tierhalter kontrolliert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stoßen bei ihren Kontrollen auf verschiedenste Problemlagen. Insbesondere im privaten Bereich gefährden zu geringe Finanzmittel der Halter die richtige Versorgung der Tiere. Immer wieder spielen aber auch psychische Probleme oder Suchtkrankheiten privater Halter eine Rolle, wenn Tiere vernachlässigt werden. Gravierend sind auch die seltenen Fälle von „animal hording“, bei denen immer gleich große Tierzahlen betroffen sind, was wiederum die kurzfristigen Aufnahmekapazitäten der Tierheime auf Belastungsproben stellt.

Im Jahr 2016 wurden anlässlich von Kontrollen vier Hunde von einsichtigen Privathaltern freiwillig abgegeben. Zudem kam es durch Vermittlung der Veterinäre zur freiwilligen Abgabe von 32 Hunden und Katzen durch überforderte Züchter.

Bei weiteren 74 Tieren musste die Abgabe mit verwaltungsrechtlichen Mitteln durchgesetzt werden, weil die Halter entweder uneinsichtig, nicht anwesend oder nicht ansprechbar waren. 54 dieser Tiere konnten nicht zurückgegeben werden und haben inzwischen über die Tierheime ein neues Zuhause gefunden.

Zwanzig Hunde, Katzen und Kleintiere, wie z.B. Vögel, Echsen oder Nagetiere, konnten ihren Haltern nach Verbesserung der Umstände zurückgegeben werden.

Besonders bei Hunden, die grundsätzlich eine sehr enge Bindung zu ihren Haltern haben, muss in jedem Fall, auch wenn die Haltung nicht optimal ist, eine Wegnahme gründlich abgewogen werden.

„Die Tierärzte im Außendienst haben viel Erfahrung und betrachten immer die Gesamtsituation vor Ort. Für eine gute Prognose ist vor allem die Beurteilung der Beziehung zwischen Hund und Halter wichtig“, so die Leiterin des Kreisveterinäramtes Birgit Roos-von Danwitz.

In 46 Fällen konnten Tiere bei Haltern verbleiben, die nach einer behördlichen Anordnung die Haltungsbedingungen für ihre Tiere nachhaltig verbessert haben. Diese Tierhaltungen werden von den Kreisveterinären weiterhin unangemeldet kontrolliert, damit der erreichte Zustand für die Tiere auch auf Dauer erhalten bleibt und nicht nur vorrübergehender Natur ist.

Neben privaten Tierhaltern waren von behördlich angeordneten Maßnahmen auch elf gewerbliche Tierhaltungen betroffen. In der Regel handelt es sich hierbei um Tierhaltungen mit Nutztieren wie Rindern, Schafen, Schweinen, Pferden oder Geflügel. Aber auch wenigen Betriebe, in denen Mensch und Tier auf vielfältige Weise beruflich zusammen wirken, wie in Reitbetrieben, bei Rettungshunden, im Zirkus oder in Angelbetrieben, mussten Maßnahmen angeordnet werden.