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Straßenhandel mit Hundewelpen

12.05.16 11:35 Uhr
Das Geschäft mit den kleinen Kuscheltieren

Dem Kreisveterinäramt wurden in den letzten Wochen vermehrt Fälle gemeldet, bei denen Hundewelpen auf der Straße aus PKW heraus angeboten und verkauft wurden. Zudem konnten einige als Privatverkäufe getarnte Internet-Angebote von illegal eingeführten Welpen aufgedeckt werden.

Rassewelpen aus inländischen Zuchten sind sehr teuer, so dass es verlockend ist, die Angebote günstiger Rassewelpen aus dem Ausland anzunehmen. Käufer sollten aber folgendes beachten:

Hundewelpen dürfen erst im Alter von 8 Wochen von ihrer Mutter getrennt werden. Hundewelpen aus dem EU-Ausland müssen bei der Einfuhr mindestens 15 Wochen alt sein und müssen einen blauen Heimtierausweis mit einer mindestens drei Wochen alten Tollwutimpfung dabei haben. Die Tiere müssen außerdem einen Microchip tragen, dessen Nummer im Pass eingetragen ist.

Hunde aus Drittländern müssen je nach Status des jeweiligen Landes zusätzlich eine Titerbestimmung im Blut nachweisen und müssen daher wegen der erforderlichen Fristen bei der Einfuhr mindestens sechs Monate alt sein.

Interessenten sollten daher trotz des niedrigen Preises und der süßen, kleinen Hunde einen kühlen Kopf bewahren und die Einhaltung dieser Bedingungen grundsätzlich hinterfragen. Hinter den niedrigen Preisen steckt zudem eine ganze Hundevermehrungs-Industrie, bei der die Elterntiere unter erbärmlichen Bedingungen gehalten werden. Nur der Kaufverzicht kann langfristig dazu führen, dass diese Art der tierquälerischen Hundevermehrung unattraktiv wird.

Nach hiesigen Erfahrungen bringen die Welpen zudem oft zahlreiche Infektionskrankheiten mit, so dass die Tiere nach dem Kauf schnell krank werden und sogar häufig versterben. Deshalb ist es nicht ratsam, Hunde auf der Straße oder im Internet zu kaufen.

Die Anschaffung eines Hundewelpen will gut überlegt sein und ist kein Geschäft zwischen "Tür und Angel".

Urlaubsflirt mit Folgen

Die gleichen tierseuchenrechtlichen Anforderungen gelten übrigens auch für ältere (Straßen-)Hunde, die z.B. aus Urlaubsländern mitgebracht werden.

Hunde, die bei der Einreise die Bedingungen zum Tollwutimpfschutz und ggf. Blutuntersuchung nicht erfüllen, müssen bis zum Erreichen des korrekten Tollwutstatus in für den Halter kostenpflichtige Quarantäne genommen werden.

Das Veterinäramt appelliert an alle Tierliebhaber, den Hunden die Quarantäne zu ersparen und an die Einhaltung der tierseuchenrechtlichen Bedingungen zu denken.

Wer einen Hund aus dem Ausland übernehmen möchte, sollte sich an seriöse Institutionen wenden, die eine Genehmigung vom Veterinäramt besitzen und die Formalitäten korrekt abwickeln.

Und natürlich warten auch in deutschen Tierheimen zahlreiche Tiere auf neue Besitzer.