Aktuelles - Rhein-Erft-Kreis unterstützt Forschungsprojekt ActifCare


Sie sind hier: Startseite > Themenbereich > Aktuelles > Meldung
Lesehilfen:lineare Seitendarstellung mehrspaltige Seitendarstellung Schriftgrad erhoehen Schriftgrad verkleinern

Rhein-Erft-Kreis unterstützt Forschungsprojekt ActifCare

26.01.15 09:52 Uhr
Beobachtungsstudie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit Menschen mit Demenz startet

Das europäische Forschungsprojekt ActifCare der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg steht für "Access to Timely Formal Care", was so viel bedeutet wie "zeitgerechter Zugang zu professioneller pflegerischer Unterstützung".

In acht europäischen Ländern werden die Unterschiede in den Zugangswegen zu professioneller Unterstützung im mittleren Stadium der Demenz untersucht. In dieser Phase der Erkrankung wird typischerweise professionelle Hilfe zusätzlich zur familiären und informellen Unterstützung und Pflege erforderlich. Man möchte herausfinden, welche Bedingungen es sind, die die Nutzung von Unterstützungsangeboten erleichtern oder auch erschweren, um Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen zu können. Weitere Informationen unter: www.actifcare.eu.

Teil des Projektes ist eine Beobachtungsstudie, die jetzt startet und seitens des Rhein-Erft-Kreises befürwortet und unterstützt wird. Aufgerufen sind mutige Menschen mit Demenz und deren pflegende Angehörige, die bereit sind, sich an der Studie zu beteiligen. Betroffene und deren Bezugspersonen werden ein Jahr lang wissenschaftlich begleitet und an drei Zeitpunkten befragt: Zu Beginn der Studie, nach 6 bzw. 12 Monaten. Befragt werden Menschen mit der Diagnose Demenz, die bisher noch keine regelmäßige professionelle pflegerische Unterstützung in Anspruch nehmen. Erhoben werden Lebensqualität, Bedürfnisse von Betroffenen und deren Angehörigen sowie ökonomische Aspekte. Weiterhin werden kognitive Beeinträchtigung und Abhängigkeit bei den Aktivitäten des täglichen Lebens der Personen mit Demenz erfasst.

"Die Ergebnisse werden dazu beitragen, die Zugangswege zu professioneller Unterstützung besser zu verstehen. In diesem Projekt wird den Erfahrungen und Bedürfnissen der Menschen ein großer Wert beigemessen. Wir möchten, dass Menschen mit Demenz und ihre Bezugspersonen passgenauere und zeitgerechtere Hilfen erhalten", sagt Gabriele Meyer, Professorin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Das gemeinsame EU-Programm zur Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen ist die größte globale Forschungsinitiative, die das Ziel verfolgt, die mit demenziellen Erkrankungen einhergehenden Herausforderungen anzugehen (EU-Joint Programme – Neurodegenerative Disease Research). In Deutschland wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt (BMBF, Förderkennzeichen 01ED1401).