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Rhein-Erft-Kreis intensiviert Integrationsprozess

28.11.11 08:46 Uhr
Die Fachkonferenz "Bildung, Ausbildung und Beschäftigung von jungen Menschen mit Migrationsgeschichte" gab einen Überblick über die bisherigen und aktuellen Integrationsansätze und die Weichenstellung für die Zukunft.

Über 100 Teilnehmer waren ins Kreishaus nach Bergheim gekommen, um sich auf einem "Markt der Möglichkeiten" und in Fachvorträgen zu informieren.

"Integration ist Bestandteil allen gesellschaftlichen Lebens in diesem Land, wobei leider eine gesamtgesellschaftliche Diskussion bis heute noch nicht erfolgt ist", stellte Landrat Werner Stump in seinem Grußwort fest. Er betonte, dass sich durch die ständig verstärkenden Sachzwänge auch die absolute Notwendigkeit ergibt, diese Diskussion sach- und somit ergebnisorientiert zu führen.

Sowohl die Thematik der heutigen Fachkonferenz als auch die Themensetzungen, die von der politischen Vertretung des Kreises eingebracht wurden, werden durch die Verwaltung und hier durch den Integrationsbeauftragten Karl Ernst Forisch weiter umgesetzt.

Dass das hierzu notwendige Netzwerk schon funktioniert, zeigt die Beteiligung von Bildungsträgern, Trägern von Integrationsmaßnahmen, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, den Volkshochschulen, den kreisangehörigen Kommunen, dem Kreissportbund, der RAA und des Schulprojekts "QuisS - Qualität in sprachheterogenen Schulen", die ihre Maßnahmen präsentierten.
Als weitere "Netzwerker" beteiligten sich die Bezirksregierung Köln, die Berufskollegs im Rhein-Erft-Kreis, das Jobcenter Rhein-Erft, die Kreishandwerkerschaft und die Industrie- und Handelskammer an der Veranstaltung.

Mit der Einbeziehung der kommunalen Integrationsausschüsse und -räte erhalten die schon bestehenden Strukturen zusätzliche Multiplikatoren vor Ort.

Das der Integrationsprozess auch negative Erkenntnisse beinhaltet, wurde in der von Andreas Houska (Chefredakteur Radio Erft) moderierten Podiumsdiskussion deutlich, die mit Dr. Meinolf E. Sprengelmeier (AGV der Metall- und Elektroindustrie), Rolf Dieffendahl (Präsident DEHOGA Nordrhein), Ahmet Ilhan (Ilhan-Automobile) und Jörg de Jong (Kreislehrlingswart der Kreishandwerkerschaft) sachkundig besetzt war.
Als Fazit der Diskussion ist festzustellen, dass nur ein offener Umgang mit allen Fassetten des Integrationsprozesses zu einer tragfähigen gesellschaftlichen Plattform führen kann.

Das die Fachkonferenz auch bei den politischen Vertretern großen Widerhall gefunden hat zeigt die Teilnahme der Kreistagsabgeordneten Heidemarie Tschepe, Hans Krings, Johannes Bortlisz-Dickhoff, Eva Fielitz, Ursula Gossmer und weiterer Sachkundiger Bürger. Gleiches gilt auch für anwesende Stadtverordnete einzelner Kommunen des Kreises.
Wichtig ist hierbei sicherlich, dass sich die Politik im Rhein-Erft-Kreis als Teil des Netzwerks Integration versteht.
Ende 2012 wird eine Bestandsaufnahme über das bis dahin erreichte erfolgen.
Ein besonderer Dank der Teilnehmer der Fachtagung galt den Schülerinnen und Schülern des Berufskollegs Bergheim, die mit ihren Lehrerinnen für einen sehr schmackhaften Imbiss gesorgt hatten, der auch von ihnen gekonnt serviert wurde.