Aktuelles - Rhein-Erft-Kreis erhält die Bunkeranlage am Energie-Kompetenz-Zentrum in Kerpen-Horrem


Sie sind hier: Startseite > Themenbereich > Aktuelles > Meldung
Lesehilfen:lineare Seitendarstellung mehrspaltige Seitendarstellung Schriftgrad erhoehen Schriftgrad verkleinern

Rhein-Erft-Kreis erhält die Bunkeranlage am Energie-Kompetenz-Zentrum in Kerpen-Horrem

07.04.11 15:04 Uhr
Gespannt sein dürfte die Öffentlichkeit über den Ausgang der Diskussionen um die Bunkeranlage auf dem Gelände des künftigen Energie-Kompetenz-Zentrums.

Nun steht fest, der Rhein-Erft-Kreis wird die Bunkeranlage erhalten und künftig für die Öffentlichkeit zugänglich machen.

Im Januar 2011 wurde dort bei vorbereitenden Bauarbeiten für die Errichtung des Energie-Kompetenz-Zentrums eine ca. 100 große Bunkeranlage aus dem 2. Weltkrieg gefunden. Diese Bunkeranlage war in den letzten Jahren mehr und mehr in Vergessenheit geraten, bis sie eben im Januar wieder zu Tage gefördert wurde. Die Medien zeigten sich an dem Fund sehr interessiert, Presse, Funk und Fernsehen haben intensiv berichtet, Zeitzeugen sich gemeldet.

Aber die im Januar 2011 entdeckte Bunkeranlage liegt genau im geplanten Zufahrtsweg für das Energie-Kompetenz-Zentrum und stellte für die Fachleute des Rhein-Erft-Kreises daher eine echte Herausforderung dar. Das mit Mitteln des Konjunkturpaketes II zu errichtende Gebäude muss aufgrund der Bundeszuweisung aus dem Konjunkturpaket bis zum 31.12.2011 fertiggestellt sein, um eben diese Fördergelder nicht zu verlieren. Nun kam es aber aufgrund des Bunkerfundes zu einer Verzögerung im Baufortschritt. Das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege hatte die Anlage als erhaltenswürdig eingestuft, die Stadt Kerpen als untere Denkmalbehörde daraufhin die Anlage unter vorläufigen Schutz gestellt.

In der Zwischenzeit hat der Rhein-Erft-Kreis prüfen lassen, ob es alternative Zugangsmöglichkeiten zum Energie-Kompetenz-Zentrum gibt, denn die ursprüngliche Zuwegung war behindertenfreundlich geplant und dies galt es nun zu erhalten. Baudezernent Michael Vogel erklärte, der Rhein-Erft-Kreis habe hierbei eine kreative, pragmatische und zudem behindertengerechte Lösung gefunden.

Der Abriss der Bunkeranlage würde Kosten von bis zu 100.000 Euro verursachen, der alternative Zufahrtsweg mit Einbau eines behindertengerechten Plattformlifts kostet denn Kreis hingegen ungefähr 40.000 Euro.

"Der Erhalt der Bunkeranlage ist daher wirtschaftlicher als ein Abriss. Den Belangen des Denkmalschutzes wird zudem Rechnung getragen und wir erhalten die Bunkeranlage dabei auch noch für die Öffentlichkeit. Wir werden uns in Abstimmung mit dem Landschaftsverband und der Stadt Kerpen ein Konzept überlegen, wie der Bunker öffentlich zugänglich gemacht werden kann", so Michael Vogel.

Somit ist zur Realisierung des Energie-Kompetenz-Zentrums der komplette Abriss der Bunkeranlage gar nicht mehr erforderlich. Lediglich eine Ecke der Bunkeranlage muss weichen, um den Zugang zum Zentrum zu ermöglichen. Auf diesen Kompromiss haben sich das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege, die Stadt Kerpen und der Rhein-Erft-Kreis verständigt.

Auch Landrat Werner Stump zeigte sich über die Kreativität seiner Baufachleute erfreut.

"Das Energie-Kompetenz-Zentrum kann zeitnah fertig gestellt werden, der Bunker bleibt der Öffentlichkeit erhalten. Der Bunkerfund in Kerpen nimmt damit für die Beteiligten ein gutes Ende, alle können zufrieden sein", so Stump.